Mittwoch, 29. Juli 2026

Irgendwo im Nirgendwo oder eine neue Unlove story

Die ersten drei Tage danach sind die Schlimmsten. Man denkt dann immer, man hat sich doch geirrt. Aber eigentlich weiss man es schon. 


Wir treffen uns am Eingang des Parks. Umarmen uns zur Begrüßung. Er fängt gleich an zu Reden und damit hört er die nächsten Stunden auch nicht mehr auf. Er sieht wahnsinnig gut aus. Er redet über Singapur, Malaysia, Vietnam, wie gut er in seinem Job ist, wie toll seine Urlaube sind, was er alles erlebt hat und kann. Was er verdient, was der Chef noch als Bonus spendiert und wie wichtig er ist. Ich fühle mich klein und unbedeutend. So geht es mir immer, wenn mir jemand gefällt. Mir geht die Frage durch den Kopf: was will so jemand mit mir? Ich kann ihm einfach gar nichts bieten. 


Ich sitze am Schreibtisch und schaue in den Spiegel. Du bist es nicht wert, dass sich jemand für dich interessiert. Was kannst du schon? Den Wettstreit zwischen den Frauen, wer den besten Mann hat, gewinne ich nicht, weil ich auf allen sozialen Ebenen eine absolute Niete bin. Ich bringe auch nicht genug Geld nach Hause. Ich kann also bei den Großen ebenfalls nicht mitspielen. Irgendwie gibt mir das Minderwertigkeitskomplexe und ich hab das Bedürfnis mich immer wieder mit denen messen zu müssen in einem Spiel, dass ich nicht gewinnen kann. Ich hab halt keinen Schwanz. Es ist nicht so, dass ich nicht wüsste, dass ich etwas drauf habe. Es ist einfach so: in solchen Momenten löscht mein Gehirn die komplette Festplatte und der Reboot dauert Minimum 6 Monate. 


Du bist nicht dumm, flüstert er und das ist das erste Kompliment, über das ich mich ehrlich freue. Er hat mir alles erzählt. Wie hübsch ich bin, was für eine tolle Figur ich hab. Wie besonders meine Augen sind. Nichts davon hat mich irgendwie berührt. Ich würde mich gerne darüber freuen und das als Lockmittel ausspielen. Aber was soll ich denn tun? Ich sag nett danke und das wars. Das hab ich mir mittlerweile antrainiert. Manchmal beobachte ich andere Frauen, wie sie dann die Stimme senken und ihm sexy Danke entgegen hauchen. Wie sie den Kopf zur Seite fallen lassen, mit ihren Haaren spielen, lächeln und wie die Männer denen immer näher kommen, langsam, behutsam, aber bestimmt, während die Damen den world's greatest Augenaufschlag präsentieren. Ich mag diese oberflächlichen Sachen nicht. Ich kann das auch nicht. Ich mache solche Situationen durch dämliche Kommentare kaputt. Für mich klingt das alles wie eine Beleidigung. 


Du bist wunderschön, schreibt ein Bekannter. Du solltest niemals alleine sein. Dir sollten die Männer die Welt zu Füßen legen. Nun, die Realität sieht anders aus. Ich bin alleine. Nicht nur alleine. Ich bin richtig einsam. Manchmal ist in mir einfach nur Leere. Ich lerne jahrelang niemanden kennen. Damals, da bin ich losgelaufen und hab Menschen angesprochen, die ich toll fand. Ich hab gelächelt, ich hab getanzt, laut gesungen, aber ich bin trotzdem jedes Mal alleine nach Hause gegangen - ohne Nummer, ohne wiedersehen. Ohne Erfolgserlebnis. Über mich gibt es keine Geschichten, keine Gerüchte, nicht mal fiese Kommentare. Ich bin einfach egal. Niemand erinnert sich an mich. Und nichts ist schlimmer als anderen einfach nur gleichgültig zu sein. Ich werde nie zu jemandem sagen können: weisst du noch damals als wir... Auch meinen Partnern war ich egal. Es waren Zweckgemeinschaften. Keine großen Gefühle, kein Kribbeln, keine gemeinsamen Datenights. Ich möchte nur einmal in meinem Leben dieses Kribbeln mit gegenseitigem Interesse. Ich sollte damals nur einen Zweck erfüllen. Dem einen bot ich ein Zuhause, dem Nächsten baute ich die Firma auf, der letzte wollte unbedingt Kinder. Da hab ich die Notbremse gezogen. Seitdem bin ich alleine. In jeder dieser Beziehungen hab ich irgendwann gedacht: wenn er dich morgen fragt, ob du ihn heiraten willst... die Antwort war immer nein und dann war ich weg. Leise, ohne Aufruhr. Die Männer, die wirklich was mit mir gemacht haben.... die waren nie mit mir zusammen. Für die war ich nur ein nettes Spielzeug. 


Schade, schreibt er am nächsten Morgen und ich verstehe die Nachricht nicht. Ich hab mich auf "hoffe, du bist gut nach Hause gekommen" eingestellt. Nicht auf Schade.  Ich hätte sehr desinteressiert gewirkt. Als wenn da wirklich Null Komma Nichts gewesen wäre. Ich schlucke. In mir ist alles andere als gar nichts gewesen. Ich würde es eher mit krass, wow und omg beschreiben. Ich hätte am liebsten angefangen zu weinen. Aber ich hab mich gerade für die Arbeit fertig gemacht und da lächeln wir gleich wieder alle Probleme weg, während mir die Bearbeitung den letzten Nerv raubt. Schade... ja, schade, dass ich das nicht besser kann. Schade, dass du dich wieder weggedreht hast nachdem du mich geküsst hast. Schade, dass ich das nicht als Interesse deute, wenn man da mit verschränkten Armen sitzt. Schade, dass du mich nicht zu dir eingeladen hast. 


Ich kann mit Worten besser als mit Gefühlen. Also diskutiere ich das aus. Ich weiss mittlerweile, wie man sich Männer zurück holt. Was die gerne lesen. Es ist asozial, aber es funktioniert und du bettelst Samstag Abend, ob ich nicht doch vorbei kommen will. Ich drehe mich im Bett um und mache das Licht aus. Ich wünsche mir vor dem einschlafen immer mehr, dass du mich in den Arm nimmst. Aber ich frage nicht, ob du noch vorbei kommen willst. Das hat bei den letzten Versuchen nie geklappt. Warum sollte es bei dir klappen?


Es ist Sonntag Abend und ich sitze im Auto auf dem Weg zu ihm. Fuck it, hab ich mir gedacht, einfach probieren. Er hat den ganzen Nachmittag versucht mich herzubekommen. Es ist wieder eins dieser Selbstexperimente von mir Grenzen zu überwinden. Die heutige Grenze nennt sich wohl: mal nicht die uncoole, nervige Alte sein, die mit ihrem Moralvorstellungen jedem auf den Keks geht. Draussen ist es noch hell und ich halte an einem Parkplatz. Er hat mein Outfit ausgesucht. Ich trage eine schwarze Korsage und einen ziemlich kurzen Rock. Ich glaube der LKW Fahrer beobachtet mich neugierig, als ich den Pulli und die Hose ausziehe und das darunter zum Vorschein kommt. Was der jetzt wohl denkt? Ich hab Flashbacks. Der letzte Mann hat mich vor ein Paar Jahren am Genick gepackt und ins Bett gedrückt. Ich hatte Schmerzen und es endete blutig. Seitdem mochte ich niemandem mehr näher kommen und ich glaube meine Angst vor Männern ist noch mehr gewachsen. Ich überlege kurz. Es ist ein anderer Mann, du darfst deine schlechten Erfahrungen nicht auf ihn projizieren. Und dann ziehe ich auch noch den String runter...


Ich fahre die letzte Viertelstunde an Windrädern, Feldern und Büschen vorbei. Es geht über viel zu kleine Brücken und ich überlege bei jeder Abbiegung, ob das hier wirklich eine gute Idee war. Nach dem Nirwana geht es noch ein Stück weiter. Dann bin ich da. Plötzlich steht im irgendwo im Nirgendwo eine Gaststätte. Er öffnet das Tor zum Biergarten und ich laufe dann vor ihm eine Treppe hoch. Die Bude ist eng und alt. Seiner Mum gehört die Gastro darunter. Oben ist alles vollgestopft. Halleluja, denke ich, wieder so ne "Studentenbude". Er macht kein Licht an und ich habe Probleme mich zu orientieren in dem unbekannten Bereich. Ich trotte ihm daher vorsichtig nach.


Wir reden nicht viel. Dann küsst er mich. Er ist Anfang Dreißig, hat tolle trainierte Arme. Ich mag sein Bäuchlein. Er hat strahlende Augen, ein wunderschönes Lächeln. Ich würde gerne in seinen Haaren rumwuscheln und ich mag am meisten die intelligenten Dinge, die aus seinem Mund kommen. Der steckt gerade einfach so eine ganze Menge Kerle mit links in die Tasche und in mir kommen wieder die Zweifel, ob ich genüge. Es ist jedes Mal das gleiche. Jedes Mal, wenn ich so ein verdammtes Glück habe, mache ich mich so klein. Ich denke an die letzte Woche zurück. Da bin ich alleine im Meeting aufgestanden gegen die anderen Keeuser, gegen die anderen Firmen und gegen die Projektleitung. Als einzige Frau in der Position und ich hab das Ding gewonnen. Also wo zur Hölle ist dieser Ehrgeiz, dieser Enthusiasmus, dieses Verlangen nach mehr, der Kampfgeist jetzt? 


Vor ner Woche hat er meine Story geliked. Dann hat er gefragt, wie es mir geht. Ich guck mir den schon ne ganze Weile an, aber hab mich nicht getraut zu schreiben. Feige... mich gibt es offenbar in zwei Versionen. Krass, sagt meine SAP-Beraterin, wie M. da einfach vor sich hin gemurmelt hat und du einfach sagtest: nein machen wir nicht, ist dein Problem. Nicht meins und er sich einfach nicht getraut hat zu widersprechen. Wahnsinn, sagt eine andere Beraterin. Wie du dich traust auch alleine gegen die Projektleitung zu gehen und deinen Standpunkt vertrittst. Ganz großes Kompliment. Du bist mein Beispiel, wenn jemand meiner anderen Kunden fragt, wie eine Teilprojektleitung sein soll. Und jetzt? Jetzt stehe ich da mit meinem anderen ich. Nimm mich, will ich jetzt sagen, aber es kommt kein Ton raus. 


Er legt sich aufs Bett. Dieses Zimmer hat kein Sofa. Keine weitere Sitzgelegenheit. Nur das Bett. Ich überbrücke die Zeit, in der ich mich im Zimmer umsehe mit sinnlosem Gerede über nichts. Ob ich für ihn kochen würde, fragt er. Klar, sage ich und bereue dann die Antwort auch direkt. Er kocht selber gerne. Ich weiss, dass alles, was ich irgendwie hinkriegen könnte nicht annähernd an das kommt, was er mir vor ein paar Tagen ganz stolz auf Fotos gezeigt hat. Vermutlich ist das der Schlüssel zu seinem Herzen. Sei nackt und bring essen mit, hat er mir vor ein paar Tagen geschrieben. Ich weiss, wie der Schlüssel aussehen muss, aber ich habe nur einen Chip und der öffnet das Tor nicht.  


Wir küssen uns wieder und ich setze mich auf seinem Schoß. Genieß es, denke ich, bevor er mir den Kopf ausschaltet. Er gibt mir ein sehr gutes Gefühl. Die Zweifel sind weg. Der Konkurrenzkampf ist vergessen. Da ist nur noch Bewunderung. Unendliche Blicke in seine Kulleraugen und absolutes Genießen der schwächere Part zu sein. Kontrolle abzugeben. Unterlegen zu sein, als er die Hände um meinen Hals legt und ich mich an seinen starken Oberarmen festhalte. Als ich wieder klare Gedanken fassen kann, finde ich mich zitternd in seinem Arm. Er redet wieder. Er erzählt mir sein komplettes Leben. Er redet von wir. Gibt mir Kosenamen. Ich hab eine Wette gewonnen. Er möchte mich deshalb zum Essen einladen. Du kannst etwas wundervolles. Du sorgt dafür, dass ich mich bei dir gesehen fühle. Das hab ich einmal vor vielen Jahren gehabt und seitdem verzweifelt gesucht. 


Es ist schon spät und ich muss noch knapp eine Stunde nach Hause. Wieder durchs irgendwo im Nirgendwo. Du knuddelst mich ganz lange zum Abschied. Ich soll mich melden, wenn ich Zuhause bin. Aber mich nicht wundern, wenn er nicht mehr antworte. Vermutlich schläft er dann schon. Ich bin gegen Mitternacht zuhause. Morgen in der Arbeit wird es schlimm. Aber das war es wert. 


Am Montag löscht Du eine Nachricht. Ich konnte nicht sehen, was du geschrieben hast. Huch, falscher Chat, schreibst du. Guten Morgen. Dann lese ich nichts mehr von dir. Ich antworte noch mit guten Morgen. Die Nachricht bleibt bis zum Abend ungelesen. Ja, du hast gesagt nächste Woche wird stressig. Ich schicke Abends noch ein Foto. Am nächsten Tag werden die Sachen nachmittags endlich angeschaut. Eine Antwort bleibt aus. 


Ich schaue in den Spiegel. Ich sehe die Augenringe der letzten Tage. Ich habe wenig geschlafen. Viel nachgedacht. Ich bin sauer auf mich selbst. Scheiß Doubletexting. Wenn ich die Brille abnehme, sehe ich nicht ganz so fertig aus. Es ist Tag x plus 3. In deiner Instagramstory ziehst du ein trauriges Gesicht um dann das Bild zu drehen und in die strahlende Sonne und glänzendes Wasser zu halten. Es glitzert fast. Das ist deine Sicht. Ich schaue in ein trauriges Gesicht. Du schaust mein Stories nicht mehr. Vermutlich bin ich schon auf stumm gestellt. Vermutlich ist die Handynummer schon gelöscht. Ist krass, was ein nettes Lächeln und ein bisschen Wärme für Drama in meinem Kopf verursachen. Bei jedem Vibrieren am Handgelenk schaue ich panisch auf die Uhr. Keine Nachricht von dir. Deine gelöschte Nachricht macht das Kopfkino perfekt. Du hast zwei Bettdecken gehabt. Gibt es da vielleicht schon eine andere Frau?


Ich muss mich langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass da nichts mehr kommt. Es wird noch etwas dauern bis das ständige aufs Handy schauen aufhört und vermutlich wieder Wochen bis ich aus meinen Minderwertigkeitskomplexen komme. Es wird dauern bis ich meine Gedanken irgendwo im Nirgendwo eingesammelt habe und feststelle, dass man nicht perfekt sein muss um gemocht zu werden. Und bis dahin versuche ich wieder Perfektion zu erreichen. 


Und wenn ich dann soweit bin, meldest du dich voraussichtlich in 6 Monaten. Dann sehen wir, wie gut meine Generalüberholung funktioniert hat oder wie oft ich bei dir auf die Fresse fallen muss bis ich verstehe, dass du nur mit mir spielst und das "wir" nie geplant war. ARSCHLOCH, schreibt meine Freundin als ich ihr erzähle, dass da nichts mehr kommt. Ich fühle nichts. Ich habs irgendwie erwartet. Exakt so. Was soll er schon an mir finden? Ich bin wie paralisiert. Es ist ein Teufelskreis, der sich immer wiederholt. 


Ich denke an die letzte Woche und dass es Menschen gibt, die immer so einen bezaubernden Menschen in Ihrer Nähe haben. Muss das krass sein...

Montag, 25. Mai 2026

Hahaha

Ich war sechs. Meine Grundschule war etwa 500 Meter von meinem Zuhause entfernt. Nach ein paar Wochen durfte ich alleine nach Hause gehen. Mama hat oft den Weg entlang geschaut bis ich an der Schule war oder wieder auf dem Weg zurück. In meiner Klasse war B. B war ein Draufgänger, wenn man das in dem Alter schon so nennen darf. B saß neben mir. Ich mochte ihn nicht sonderlich oder vielleicht doch und wusste es nicht. Das einzige, was uns aus meiner Sicht verband, war der Kampf darum, wer mehr Einsen geschrieben hat. Jeden Morgen gab er mir einen Kuss auf die Wange. Ich hab es gehasst. Ich glaub, er mochte mich. Wir hatten den gleichen Nachhauseweg. Er auf der linken Straßenseite. Ich ging auf der rechten. Ich bin oft nach der Stunde noch zur Toilette gegangen, weil ich gehofft habe, dass er schon losgelaufen ist. Obwohl ich große Angst hatte im Gebäude eingeschlossen zu werden. Ich hatte vor allem Angst als ich klein war. 


B wartete immer an der Ampel. Und egal, ob ich schneller oder langsamer ging. Er war immer wieder mein Spiegel auf der anderen Seite. Ich erzählte beim Mittag meiner Mama davon. Ich fühlte mich sichtlich unwohl, keine Ahnung, wie ich damit umgehen sollte. Ist es etwas Gutes, darf das nicht so sein? Ich wusste nicht, wie ich das einordnen sollte. Meine Mama lachte laut und sang: Carina ist verliebt, Carina und B. Das Horrorszenario wiederholte sich regelmäßig. Ich fühlte mich noch unwohler. Es ist etwas schlechtes stellte ich fest. Es ist schlecht jemanden zu mögen und Liebe hat einen negativen Beigeschmack. Ich hab ihr danach jahrelang nicht erzählt, wenn sich jemand für mich interessierte. Meine Gefühle wurden unterdrückt aus Angst diese Peinlichkeit zu wiederholen. 


Zwei Jahre später bringt meine Mama mich zum Unterricht an der Kirche. Guck mal, B ist auch schon da und er winkt als wir vorbei fahren. Ich drehe meinen Kopf demonstrativ in die andere Richtung. Ich will mit ihm immer noch nichts zu tun haben. Tue, als wenn ich ihn nicht sehen würde. Meine Mama erzählt das Jahre später noch ihren Freundinnen und wieder lacht sie so seltsam. Warum macht sie sich auf meine Kosten lustig? Wo ist die Unterstützung, die andere bekommen? Wo ist das Lob? Die Anerkennung für die guten Noten? Andere haben was zusammen unternommen. Für mich gab es 5 DM für eine eins. 


B hat dich zum Geburtstag eingeladen jubelt meine Mama. Und wieder dieses Lachen. In meinem Kopf schallt immer noch: B und Carina. Es ist etwas Schlechtes denke ich. Ich höre ihr hysterisches Lachen in meinem Kopf noch einmal. Ich schließe die Augen. Ich gehe da nicht hin, sage ich. Gut, dann müssen wir kein Geschenk kaufen, sagt meine Mama erleichtert. Auf dem Geburtstag haben alle Spass und reden Tage später noch darüber. Ich fühle mich zum ersten Mal wie ein Außenseiter. 


Eine Freundin feiert Geburtstag. B ist auch da. B küsst jetzt das Geburtstagskind und die Eltern sind ganz begeistert und halten die Kamera drauf. Ich verstehe das übertriebene Interesse nicht. Alle freuen sich für die Beiden. Ich dachte, dass das nicht gut ist. Aber zumindest ist es ab jetzt Anna und B.


Ich bin 15 oder 16. Komm mit raus, sagt H. Wir haben den ganzen Abend getanzt. Es ist eine unserer legendären Volleyball Partys. Alle sind wieder dabei. Meine Freundin und H's Freund habe ich schon eine ganze Weile nicht gesehen 🤔 aber irgendwie scheint das auch für ihre Eltern okay zu sein. Die kümmern sich lediglich darum, dass der Abend feuchtfröhlich bleibt. Er legt seine Hände auf meine Hüften. Lass uns rausgehen, schreit er mir ins Ohr. Draussen ist Herbst. Heute ist kein schönes Wetter. Nein, das ist kalt, antworte ich und frage mich im gleichen Moment, was er draussen will. Ich werde es wohl nie erfahren. Zwei Stunden später ist er mit einer anderen Freundin verschwunden. Gerüchte darüber gibt es viele. Jahrelang schaue ich den On-Off-Sachen meiner Freundinnen zu. Bei mir bleibt es still. 


Wenn du magst, kannst du heute Abend vorbei kommen. Ich würde gerne mit dir reden. Hab mich von meiner Freundin getrennt. Mir geht's nicht so gut. - okay, antworte ich. Oh lala, schallt es aus der anderen Ecke des Büros und da ist es wieder. Dieses komische Lachen. In mir holt es das unwohle Gefühl von damals wieder. Ich fahre Abends zu ihm. Es gibt Pizza. Er sitzt auf dem Bett. Ich hab mich auf einen Stuhl verkrümelt. Die Distanz beruhigt mich. Ich weiss nicht, was er sagt, aber es geht nicht um die Ex. 


A bringt mich nach dem Training jeden Abend nach Hause. Wir stehen oft vor meiner Tür und reden. Er muss noch paar Straßen weiter. Er trainiert die Jungenmannschaft. Ich hab die Mädels. Wir vertreten uns gegenseitig und lassen unsere Teams regelmäßig im Training gegeneinander antreten. Lust morgen Abend mit feiern zu kommen? Fragt er. Klar, sage ich. Der ist doch jünger als du, höre ich meine Mama kritisieren als ich reinkomme. Sie hat uns am Fenster beobachtet. Ich kann offenbar nie etwas richtig machen. Und während andere Eltern ihre Kinder ermutigen Spass zu haben und Dinge zu erleben und darüber offen sprechen, erlebe ich immer mehr eine Leere und das Gefühl, dass es falsch ist zu fühlen, was ich fühle. A und ich sind am nächsten Abend feiern gefahren, er hat den ganzen Abend bezahlt. Ich saß auf seinem Schoß als kein weiterer Platz frei war. Mehr war da nicht. Ich bin von da an alleine vom Training nach Hause gefahren. 


Ich sitze bei P im Auto. Wir reden seit einer Stunde. Ich wollte meinen Freund abholen und vertröste ihn immer wieder. P ist sein bester Freund. Er erzählt mir, wie mein Freund über mich redet, wenn ich nicht dabei bin. Ich bin angeekelt. Es fallen immer wieder Wörter wie Alte und dass ich nur nerve. Am nächsten Morgen ruft die Mum meines Freundes an und sagt ich soll ihn verlassen. Sowas hätte ich nicht verdient. Ich hab keine Ahnung mehr, was er sich dieses Mal geleistet hatte. Ich schaue auf den PC. Irgendwas ist heute komisch. Seit ein paar Tagen flackert ständig der Bildschirm. Ich schreibe seit ein paar Tagen mit P. Er erzählt mir viele Dinge über meinen Freund, die mich zunehmend schockieren. Der besagte Freund kommt erst früh morgens nach Hause. Er ist wieder vollkommen zugedröhnt. War die ganze Nacht mit seinem Kumpel kiffen. Das macht er fast immer. Ich sehe ihn kaum noch. Die ganze Kohle ist verraucht. Unser Leben wird durch mich finanziert. Ich esse seit Wochen trockenes Brot und trinke Leitungswasser. Wir sind jeden Sonntag bei seiner Family zum essen eingeladen. Meist kommt er gar nicht aus dem Bett. Ich fahre da oft alleine hin. Vor paar Wochen haben er und sein Kumpel sich mit der Polizei ne Verfolgungsjagd in der Innenstadt geleistet. Seitdem ist auch der Führerschein Geschichte. Ich höre, wie es im Wohnzimmer poltert. Ich stehe auf um nachzusehen. Es läuft laut Dreckstück von Bushido. Er hat die Stühle umgeworfen und betitelt mich als Schlampe. Ich hab keine Ahnung, was los ist. Er greift sich ein Küchenmesser, brüllt ich stech den Bastard ab und verlässt die Wohnung. Ich schaue auf den PC und drehe die Musik leiser. Auf dem Desktop sind 100te Screenshots meiner Unterhaltung mit P. Er hat mich die letzten Tag überwacht und jetzt weiss ich auch, wo er hin will. 


Ich hab die letzten Sachen meines Ex Freundes bei seiner Mum abgeliefert. Es tut mir leid, sagt sie. Ich nicke und gehe. P kommt gleich vorbei. Ich weiss gerade nicht, wie ich weitermachen soll. Das kriegen wir hin, sagt er. Wenn du nicht alleine schlafen willst, kann ich hier bleiben. Ich schüttele mit dem Kopf. Ich will alleine sein. Er ist die nächsten Abende immer wieder da. Wir zocken oder reden über Gott und die Welt. Er bleibt meist doch die ganze Nacht. Eines Abends versucht er mich zu küssen und schlage ihn mit meinem Ellenbogen vom Sofa. Ich starre ihn ganz entsetzt an. Ich wüsste zu gerne, was du jetzt denkst, sagt er und verschwindet dann auf den Balkon zum rauchen. Diese Nacht bleibt er nicht. Auf einmal gibt es Sarah und wir sehen uns immer seltener. Sarah ist das Gegenteil von mir. Sie ist wasserstoffblond gefärbt. Keine vernünftige Schulbildung. Er sagt Sarah grunzt beim Lachen. Ich kenne sie über Bekannte. Sie hat nicht den besten Ruf. Als er heute geht, sagt er: er ist jetzt mit Sarah zusammen. Ich zucke mit den Schultern und lasse den Kopf hängen. Er hebt mein Kinn hoch: wenn du nicht so abweisend wärst, gäbe es Sarah nicht. Du bist so viel besser als sie. Das war das letzte Mal, dass wir uns gesehen haben.


Du machst einen Schritt nach Vorne und drei zurück schreibt A. Ich bin enttäuscht. Ich dachte dieses Mal habe ich es besser gemacht. Wir haben uns vor Wochen gesehen. Er ist jetzt wieder in Berlin. Ich hatte das Gefühl, dass du kein Interesse hast, tippt er. Ich hab genau das Gegengeil empfunden. Ich bin mittlerweile so gut meine Gefühle zu unterdrücken, damit mich niemand dafür judged. A schreibt: warum hast du nicht gesagt, dass du mich wiedersehen willst? Dass du mich willst? Ich weiss darauf nicht zu antworten und schließe den Chat. Ich hab zwei lange Beziehungen hinter mir. Das ist der erste Mann, der irgendwas in mir auslöst und ich weiss nicht, wie ich damit umgehen soll. 


Alle lachen laut, ich lächele. Alle schreien, quietschen und feuern das Team an, ich klatsche. Alle weinen und drücken ihr Bedauern aus, ich zucke mit den Schultern. Ich hab das Gefühl als sehe ich die ganze Welt nur noch durch einen unscharfen Filter. Ich bin abgestumpft. Zu mir kommt keiner mehr durch. Das hysterische Lachen stirbt. Jetzt ist es vorbei und ich kann zum ersten Mal wieder durchatmen. Keine Depression, die mich runter zieht. Kein Mensch, der mit seinem Leben so unzufrieden ist, dass er den anderen auch kein gutes Leben gönnt. 


K bringt mir das Fühlen wieder bei. Der hat hollywoodreife Abschiedszenen. Ich bin tagelang high von ihm nach den Treffen. Noch nie hat jemand so viel Glück in mich reingepumpt. Aber als er mir sagt: ich solle irgendwas nettes zu ihm sagen, verstumme ich. Der ist so hübsch schwärmen die Kolleginnen. Ich gucke auf auf sein Foto. Standard, denke ich. Warum sind die denn so Feuer und Flamme?! Mach dir den klar, sagen sie. Ja, mach dir den klar! Aber wie denn? Wir treffen uns ein dreiviertel Jahr. Dann ist es vorbei. Ich hab da gar nichts klar gekriegt. Ich hab rausgefunden, dass er offenbar nicht nur mich interessant fand. Ich hab keine Ahnung, wie oft er mich betrogen hat. 


Ich lerne kurze Zeit später T kennen. Er wirkt anders als die anderen. Als wenn er wüsste, was er will. Nachdem wir Nummern getauscht haben, ist das Profil bei Lovoo gelöscht. Er braucht das nicht. Er will mich ja kennenlernen. Eine Woche später machen wir nen Tagesausflug. Drei Wochen später sind wir im Urlaub. Er gibt sich richtig Mühe, zeigt mir viel. Er kennt sich in der Gegend schon etwas aus. Es ist ein echt schöner Urlaub, aber zwischen uns passiert einfach nichts. Ich rücke beim fernschauen an ihn ran und habe das Gefühl er rückt weg. Okay, dann ist das vll nicht sein Ding. Vielleicht steht er auf was anderes. Aber auch meine Dessous oder Kuschelversuche bringen keinen Effekt. Ich hab mich noch nie so ungewollt gefühlt. Wir haben nach dem Urlaub ganz normal weiterhin Kontakt. Ich frage ihn irgendwann, warum er kein Interesse hatte. Seine Answort: du hättest mit der Hand nur weiter runter gehen sollen, als du mit dem Kopf auf meinem Oberkörper lagst. Dann hättest du gemerkt, wie sehr ich dich will. Ich hab die Tür zur Dusche jedes Mal offen gelassen, du hättest dazu kommen können. Okay, offenbar sind viele Frauen sehr viel dreister als ich oder hier lernen sich gerade zwei Menschen kennen, die ihr Leben lang vom anderen Geschlecht enttäuscht wurden und deshalb keinen ersten Schritt mehr machen. Failed again. 


Und jetzt? Jetzt lerne ich mit Anfang 40, dass es keinen Mann interessiert, wie viel ich verdiene, was ich für einen Job habe, wie erfolgreich ich bin, wie viele Fremdsprachen ich kann oder an was für Projekten ich arbeite. Es ist egal, was ich mit meinem Leben gemacht habe, solange ich ihnen nicht das Gefühl von Wärme geben kann. Und dass es okay ist seine weiblichen Reize zu benutzen und ich bin wirklich schlecht darin 😅 Aber ich denke, es ist nie zu spät neu anzufangen. Go Baby girl. Ich sollte zuerst aufhören nur an mir zu zweifeln und das schlechte zu sehen, mich ungewollt zu fühlen, mich ständig mit anderen zu vergleichen und in meinem Kopf schlechter abzuschneiden im Direktvergleich. 


Und warum das Ganze? Weil ein Mensch, dem ich als Kind vertraut hab, damals gelacht hat, als ich unsicher war...

Sonntag, 21. Januar 2024

♥♥♥ Danke ♥♥♥

DANKE
... fürs Quatsch machen
... für eine andere Meinung
... fürs Rumblödeln und Ärgern
... für Tipps und Ratschläge
... für Klettern nicht mögen
... für das Wohlfühlgefühl
... für die getippten Wörter
... und noch mehr für die Gesprochenen
... für wahnsinnig gute Gespräche
... für viele tolle Erinnerungen
... für Deeptalk
... für um Aufmerksamkeit kämpfen müssen
... für meinem Kopf das geben, was er braucht
... fürs Zeigen, dass ich nicht immer kämpfen muss, sondern einfach nur bewundern kann
... für meiner Fantasie eine Welt zu basteln, in der sie träumen konnte
... für den Traum, dass ich dich irgendwann in den Arm nehmen kann und nicht mehr loslassen muss
... für zum Lachen bringen bis ich nur noch gequietscht habe
... für jemandem Vertrauen können ohne ihn zu kennen
... für den Beweis, dass es auch gute Männer gibt
... für deine Zeit
... für die nächtelangen Telefonate
... fürs Warten bis du endlich wach bist
... fürs Warten, ob du meine Nachricht gelesen hast
... fürs Warten bis du antwortest um dann den Text nur in der Vorschau lesen, weil du nicht wissen
sollst, dass die ganze Zeit aufs Handy geguckt habe
... dafür, dass du mich bei jeder deiner Nachrichten hast Lächeln lassen
... dass ich ohne Nachzudenken ständig an dich denken muss
... dafür, dass mir außer dir jeder egal ist
... für Ahuhu und sprachlos sein
... für einmal das Gefühl haben etwas Besonderes zu sein

Und letztendlich auch Danke für die erste Träne, die jetzt kullert...
... Ich hätte sonst nicht gewusst, dass es wirklich echt ist

Sonntag, 29. Oktober 2023

The thing with truth

Ja, wäre es wohl....trotzdem glaube ich...ach fuck! Fühl Dich geküsst!!! 😘

Sprich ruhig aus, was du glaubst. ich steh auf Klartext!

Was soll ich Dir sagen....ich glaub das hätte was werden können zwischen uns!

Das ist ja genau das, was Frauchen hören will, die monatelang furchtbar in dich verschossen war...

Ach Frau Soltau....ich mag Sie auch!!

Oh, wir sietzen uns nun, Herr R******? Die Lage ist wohl ernst

Echt krass....wenn wir mal Klartext geredet hätten, wär vielleicht alles anders gelaufen!
Carina....du hast mich damals sehr verzaubert 🌷

Für mich war Klartext damals nicht so leicht. Angeknackstes Selbstbewusstsein. Wusste nicht so recht wohin mit mir. Irgendwie so innerlich unzufrieden. Wunschleben schien nicht erreichbar. So dämliche Dinge halt, die Frauen sich einreden. Dann hab ich mal was von dir gehört, dann warst du monatelang wie vom Erdboden verschluckt. Ich weiss nur, dass du jedes Mal, wenn ich dich gesehen oder gelesen habe meine Welt auf den Kopf gestellt hast

Ja, Du warst immer 1 Schritt vor und 2 zurück. War mir lange auch nicht sicher....doch nach unserem Sex war ich echt schwer verknallt. Aber auch da warst Du komisch und nicht so....komm wieder zu mir und mach mich zu der Mutter deiner Kinder...

Hab halt jedes Mal gedacht, war n Schritt zu nett und hab dann versucht zurück zu rudern. Ich bin halt irgendwie nicht dieses süsse Mädchen mit Herzchenaugen. Die Apps bringen einem bei ein abgeklärtes Arschloch zu imitieren, aber letztendlich sitzt man zuhause und ist traurig.

Würd Dich grad gern verhauen und gleichzeitig küssen!! Also nimm den Kuss auf die Stirn an!! So wie er gemeint war ;)

Wie war es gemeint?

Wenn ein Mann eine Frau auf die Stirn küsst....ist das ernst!!! ;)

Freitag, 1. September 2023

Single

Das ist für Schabo, Matze und Arne
Auf Drogen, bekifft und mit Fahne
Für jede Lüge, jedes Bild, dass ihr mir schickt
werdet ihr heute hier gekickt
Und alle anderen Loser sortiere ich auch aus
und krieg am Ende noch Applaus

Können wir bitte noch ein bisschen weiter lügen
Können wir bitte noch etwas mehr betrügen
Und dann so tun als sei ich Schuld
Ich schieß euch zum Mond mit nem Katapult

Jeder Mann, der will, dass ich ihn teste
Weil er meint er sei der Beste
Dem kann ich heute nur sagen:
Digger, mit dir kann man mich jagen
Ey ihr Dudes, schickt mir ruhig Nudes
Macht ruhig weiter mit der Flut
Schickt ruhig eure billigen Pics,
und bitte zeigt mir eure Digs
Denn leider habt ihr komplett verpennt
dass die nun jede meiner Freundinnen kennt

Montag, 2. Januar 2023

Schöner Brunnen

 Ich fange einfach mal an... Ich weiss nicht, warum mir das jetzt einfällt, aber...

2019 war ich in Nürnberg. Keine Ahnung, ob du schon einmal dort warst, aber es gibt da einen Brunnen, den "schönen Brunnen". An diesem Brunnen ist ein Ring ins Gitter eingearbeitet. Man sagt, dass man einen Wunsch frei hat, wenn man an diesem Ring dreht. Das macht so ziemlich jeder, der daran vorbei kommt. Ich hab das damals auch getan und manchmal werden Wünsche wahr.

Ich fange mal ganz vorne an. Lange vor den echten Bildern, lange vor den Sprachnachrichten, lange vor dem Telefonieren oder der Cam. Ganz am Anfang, wo es nur dich, mich und diesen komischen Chat gab. Da, wo ich dir erzählt habe, dass du mit deinen süßen 29 zu jung bist, weil meine Grenze bei 30 lag. Krass ist das lange her. Ich weiss nicht warum ich dich immer ausgeschlossen habe. Bisschen zu festgelegt auf das, was die Gesellschaft von einem verlangt vll. Dennoch haben wir uns immer verstanden und trotzdem weitergeschrieben, auch wenn ich eigentlich schon beschlossen hatte, dass du nicht in Frage kommst. Tja, auch ich mache Fehler. Und eines Morgens bin ich dann aufgewacht und hab festgestellt, dass es gut passt und ich einfach blind bin. Da hab ich schon für mich entschieden, den will ich kennenlernen. Aber dann war eines Morgens dein Profil gelöscht und ich weiss noch wie traurig ich damals war. Ich weiss ganz unten stand drunter: *** ist nicht mehr bei uns, aber vielleicht kommt er eines Tages wieder und ich konnte monatelang unseren Chat nicht löschen aus Nostalgiegründen. Ich hab so viel gegoogled und versucht dich irgendwo zu finden mit dem bisschen, was ich wusste, aber vergeblich. Das Schöne ist, man sieht sich immer zweimal...

Ich glaube, ich brauche nicht zu erwähnen, warum ich dich so toll finde. Ich konnte mir immer den ganzen Frust runter schreiben, wenn etwas nicht funktioniert hat und du hast dir das einfach angehört, ohne Bewertung, ohne Kritik. Manchmal braucht man so jemanden, denn letztendlich muss ich die Entscheidungen leider oft alleine treffen und das obwohl ich nicht der typische Einzelgänger bin. Es gibt aber irgendwie wenige Menschen, die ein ähnliches Level haben wie ich - ohne abgehoben klingen zu wollen. Ich muss zu einem Mann aufschauen können. Das kann ich bei dir und ich rede nicht von der Größe. Ich habe auch nicht das Gefühl dir etwas beweisen zu müssen oder meine Freiheiten auskämpfen zu müssen, wie bei vielen zuvor. Irgendwas hat bei uns einfach gepasst. Daher kein Drama, kein Nerven, ich war irgendwie einfach entspannt.

Wir diskutieren schon den ganzen Abend. Heute bist du irgendwie unsicher. Du hast ein Meeting mit deinem Chef morgen. Es geht um alles oder nichts. Top oder Tschüss. Du hättest mehrmals anklingen lassen, dass dir das im Moment nicht ausreicht, aber er hält seine Versprechungen nicht. Mein Handy klingelt. Ich weiss nicht, was ich sagen soll, sagst du. Ich stelle ein paar Fragen zu deiner momentanen Situation. Pass auf, sage ich, und schreib mit... Ich frag ne Menge Dinge raus, die stören, man verbessern kann, die du einfach besser kannst als alle anderen. Als wir fertig sind, hast du 3 A4-Seiten mitgetippt, sortiert nach Prio plus Argumente. Du schaffst das morgen, Schatz, sage ich. Danke dir, Babe, flüsterst du und machst die Geräusche als würdest du mich küssen. Ich lächele noch als ich einschlafe. Ich bin den nächsten Morgen ganz aufgeregt. Warum meldest du dich denn nicht? Es ist gleich schon Mittag. Am Nachmittag bist du endlich online. UND? Gespräch sei ganz gut gelaufen, hätte drei Stunden gedauert, du würdest dich später melden. Die Zeit bis dahin vergeht gar nicht. Wir haben das 1000 mal geübt, was du sagen sollst, dass du die Punkte direkt ansprechen sollst und dass du sagen sollst, was DU WILLST. Endlich kommt deine Nachricht: Ich hab seine Stelle, er war sich bis jetzt nicht sicher, ob ich das wirklich will, aber es ist seit heute Nachmittag offiziell. Danke, dass du mir gestern geholfen hast. Ich freue mich für dich und du erzählst mir den ganzen Abend, wie es gelaufen ist, was besprochen wurde, wie es weitergeht... Aber ab dem Zeitpunkt erstickst du in Arbeit.


Nicht nur im Job, auch Zuhause gibt es ne Menge zu tun. Deine Mum und dein Dad sind getrennt. Sie beschäftigt dich tagein, tagaus. Ich will mich da eigentlich nicht einmischen, aber ich habe das Gefühl, dass dich da etwas belastet. Es ist Freitag Abend. Morgen geht es für dich in den Urlaub. Nach Italien soll es mit einem Freund gehen. Roadtrip. Muddi hat sich wieder gemeldet, wie so oft. Sie hat irgendwas kaputt gemacht. Ich fahr eben hin, sagst du. Ich habe schon länger das Gefühl, dass sie dich für ihr Unvermögen als billige Arbeitskraft missbraucht. Zum Muttertag haben du und dein Bruder ihr einen traumhaft schönen Pflanztisch mit Ledbeleuchtung, die sie vom Handy steuern kann, in Wunschfarben unter den Blicken mehrerer neidischer Nachbarn gebaut. Nicht, weil ihr ihr eine Freude machen wolltet, sondern, weil sie es verlangt hat. Drei Tage habt ihr gebraucht um aus losen Brettern, Leisten, Kabeln etc ein Kunstwerk zu schaffen und das Ergebnis war einfach nur WOW. Aber mich stört ihr fordern. Fahr mich zu meiner Freundin, buch uns die Karten, reparier den Staubsauger, ich hab das Kabel abgerissen, pass auf den Hund auf. Immer hat sie irgendeine Aufgabe für dich. Gibt eben noch essen, schreibst du, dann wird es sehr lange ruhig. Irgendwann kommt eine Sprachnachricht. Ich höre dich schlucken am anderen Ende. Sie gibt mir immer die Schuld für alles, sagst du. Sie hasst Männer seit mein Dad sie wegen eienr anderen verlassen hat und ich muss das immer wieder ausbaden. Sie hasst mich, weil Dad mir für den Urlaub den Firmenwagen gibt. Nie ist etwas gut genug, was ich mache. Ich versuche dich zu beruhigen. Ich höre, wie du weinst. Du könntest deinen Bruder und deinen Vater nicht erreichen. Du weisst nicht mehr, was du machen sollst, sie macht dir immer alles kaputt. Ich versuche dir zu erklären, dass du nichts dafür kannst, dass sie alt genug ist und du sie einfach alleine stehen lassen solltest, bis sie merkt, was sie da anrichtet. Ich glaube, das kannst du nicht. Ich erinnere mich daran, wie sie einmal abends, als wir telefoniert haben, unangekündigt vor deiner Tür stand - um 12 Uhr nachts, weil sie eine Nachricht auf dem Handy nicht löschen konnte. Damals fand ich das lustig, ich merke gerade, was für ein Psychoterror das ist. Redest du mit ihr über mich, frage ich. Sie weiss, dass es dich gibt, mehr hat sie nicht zu wissen! Und auf einmal wird mir klar, dass nicht "die anderen Frauen" das Problem sind. Hier hat jemand Angst, dass sie teilen muss.

Ich bin so begeistert von dir, seit wir uns das erste Mal gesehen haben, konnte Augen kaum von dir lassen. Hübsch, nett, gebildet, stylisch, zuvorkommend und lustig um nur einige der Wörter zu nennen, wie ich meinen Freundinnen von dir erzählt habe. Ich wollte gar nicht so viel erzählen, aber das ist alles so aus mir rausgeplatzt. Ich war in gewisser Art und Weise schockverliebt - so sehr wie das bei mir gefühlsunterkühltem Menschen halt geht. Ich konnte die Gefühle gar nicht so richtig einordnen. Konnte das vermutlich wieder nicht so richtig rüber bringen, du scheinst oft gezweifelt zu haben. Ich bin mir sicher, ich habe nie zuvor in irgendeiner Unterhaltung so viel Herzchen und Küsschensmilys versendet. Ich glaube, ich hab dich auch den ganzen Abend nur angestarrt, hab an deinen Lippen geklebt, wenn du geredet hast. Ich war sprachlos und normalerweise war ich der aktiv redende Teil in unseren Unterhaltungen. Ich wäre diesmal beinahe nicht zum Treffpunkt gegangen, weil ich so nervös war. Wie wir uns vor dem Laden gegenüber standen, uns angeguckt haben, keiner sich getraut hat den ersten Schritt zu machen, das war schon irgendwie süß. Wie du gesagt hast: dann machen wir dies und das und gehen da hin und das wirst du toll finden. So, als würde unser Leben ab jetzt gemeinsam stattfinden. Ich hab dir das geglaubt und dachte ab jetzt unternehmen wir wirklich regelmäßig was zusammen. Ich hab dir auch die Sachen mit dem Urlaub geglaubt oder später die Geschichten, dass ich bei dir schlafen darf, wir uns öfter sehen. Als du mir am nächsten Morgen die Bilder der Finca in Lissabon geschickt hast, ich hätte am liebsten Ja gesagt und wäre mitgeflogen. Einfach mal machen ohne Nachdenken. Das hab ich mir immer gewünscht und das hast du in diesem Moment vermittelt.

Generell hast du immer so Dinge vorgeschlagen, die für mich genau das waren, was ich wollte. Urlaub zusammen, sich bei dir Zuhause im Homeoffice für ne heiße Nummer zu treffen und dann zu gehen, einfach mal ein Wochenende weg sein und die Zweisamkeit genießen. Weisst du, wenn man einer Frau beim dritten Date sagt, was wohl die Wohnungen dort kosten und man sich ja ein schönes Zuhause suchen kann, dann denkt sie, dass da mehr ist als nur paar Treffen. Keine Ahnung, ob das von dir gewollt war oder nicht, aber bei dir hat sich das immer so angehört als wenn das nicht nur so ein "Ding" wird. Vll war es auch nur ne miese Tour, damit ich schnell ins Bett mit dir gehe. Vielleicht hast du dir auch gar nichts dabei gedacht, aber ich hab da wohl zu viel reininterpretiert, was letztendlich nicht erfült wurde.

Weiter zum ersten Treffen: wie mutig ich es fand, dass du deinen Arm um mich gelegt hast, dass du mich auf die Haare, den Hals, die Stirn geküsst hast und wie gut und warm es sich in deinem Arm angefühlt hat. Nach einem Gute-Nacht-Kuss hast du gefragt. Hättest du es einfach gemacht, ich hätte nicht nein sagen können.

Zweites Treffen ebenfall traumhaft. Nachts spazieren zu gehen im Lichterschein der Schlachte. Wieder total begeistert von dir, als du im Tunnel meine Hand genommen hast, wie wir uns minutenlang in die Augen geschaut haben, die Köpfe gegeneinander gedrückt haben und den anderen gestreichelt haben bis wir uns getraut haben uns zu küssen. Wie du mich auf die Mauer gesetzt hast und mir etwas in die Hand gelegt hast. Wie geil - der weiß, was er will, hab ich damals gedacht. Ich wäre schon an dem Abend mit dir mitgegangen, wenn du gefragt hättest. Wie du mich auf der Brücke auf dem Rückweg um mich selbst gedreht hast, war schon wieder hollywoodreif. Aber ich denke, wenn Hollywood diese Tragikkomödie verfilmen würde, hieße es "Different worlds".

Wenn unser drittes Treffen nicht so verlaufen wäre, wie es ist, ein Schriftsteller hätte es erfunden. Wie du mich über meine Familie ausgefragt hast, ich hab wirklich gedacht, du hast Interesse die kennen zu lernen. Ich kann nicht zählen, wie oft wir stehen geblieben sind um uns näher zu kommen. Wie stolz ich auf dich war, als du angefangen hast private Dinge über deine Oma und so zu erzählen. Das hast du vorher so selten und ich hab gedacht, wir kommen da jetzt endlich hin. Ich hab wirklich gedacht, ab jetzt ist alles gut. Er sieht, dass ich ihn wirklich gern hab und braucht sich nicht mehr zu verstecken. Ich bin kein Freund von sinnlos durch die Gegend laufen, aber mit dir ist die Zeit so schnell vergangen. Ich hab mir unterwegs so oft gewünscht, dass es noch nicht so spät ist. Auch alles, was danach passiert ist, war nur die logische Schlußkonsequenz dessen, dass wir so lange darauf gewartet haben uns live zu sehen und ich würde alles wieder genauso machen.

Das erste Mal schwierig wurde es, als ich versucht habe dich nachts nach Delmenhorst zu bekommen. Ich wollte Zweisamtkeit ohne es bitchy aussehen zu lassen. Hab schon die ganze Zeit gesabbert, wenn nur an dich gedacht habe. Ich habe quasi einen Vorwand gesucht. Deshalb habe ich dich immer zu allen Sachen, die mit irgendwem unternommen habe, eingeladen. Mir ist vollkommen egal, was meine Freundinnen von dir halten oder wann du die kennen lernst ABER wenn du schon dabei gewesen wärst, hättest du ja auch bleiben können ;) Ich habe auf einmal die Welt nicht mehr verstanden. Du wolltest dich nirgends treffen, aber zu dir durfte ich auch nicht und alleine sein wolltest du ebenfalls nicht. Du fühltest dich bedrängt. Für mich war dieser Abend vollkommen verwirrend. Ich wollte dich doch nur in den Arm nehmen und schauen, was weiter mit uns passiert. Da habe ich noch nicht geahnt, wie schwierig es wird an dich ranzukommen. Ich hab manchmal auch das Gefühl gehabt, du suchst extra nach einer Ersatzaufgabe, wenn ich dich schon gefragt habe, ob wir was machen oder ob du irgendwo mit möchtest. Ich habe so viele Körbe von dir bekommen, immer und immer wieder. Aber wenn man etwas wirklich will, steht man auf und macht einfach weiter.

Das nächste Treffen bei mir war wunderschön. Ich fand dich lustig, es war schön nur Zeit mit dir zu haben. Ohne, dass uns jemand stört. Ich hab so sehr gelacht über deine Renovierungsvorschläge und die "Fehler", die du in meiner Wohnung gesehen hast. Das es zwischen uns blendend lief, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Ich hätte dich am liebsten gar nicht gehen lassen. Ich hab das nur gesagt, weil ich dich mit der Situation nicht überfordern wollte. Ich hab noch Bedenken gehabt wegen dem seltsamen Abend davor. Wenn es nach meinen Vorstellungen weitergegangen wäre, wären wir vll schon jeden zweiten oder dritten Morgen nebeneinander aufgewacht - mal bei mir, mal bei dir. Das hätte ich mir gewünscht.

Auch alle Dinge, die ich dir angeboten habe wie das Tannenbaumschlagen, den Freimarkt, zu Treffen mit Freunden mitkommen oder ob es darum ging, dir nur ein Glas aus der Küche zu holen, du hättest es einfach annehmen können, ich wollte dir nur etwas Gutes tun. Ich hätte dich niemals alleine mit Leuten stehen lassen, wenn du dich unwohl gefühlt hättest. Ich finde dich toll, ich wollte, dass alle anderen auch sehen, was für ein Glück ich habe. Du hättest bei mir zuhause nichts wegräumen, nichts aufheben, einfach gar nichts tun müssen, ausser zu sagen, was du brauchst. Ich hätte vieles möglich gemacht. Wie auch immer, du hast es nie angenommen und dass du Bock auf Chips hattest, hast du erst gesagt, als du gefahren bist.

Nach diesem und den nächsten beiden Treffen bei mir, wusste ich, dass du mir nicht nur vom Kopf das gibst, was ich brauche sondern auch körperlich. Und das zu 100%. Ich weiß nicht, ob dir das wirklich so bewusst ist. Meine Gedanken wanderten seitdem nur zu dir und wann ich die nächste Möglichkeit habe dich zu sehen. Ich bin so neugierig auf dich. Dummerweise wurde das immer komplizierter wegen Krankheiten und Terminen. Wenn ich gewusst hätte, wo du wohnst, wäre ich manchmal abends einfach hingefahren nur um dich kurz in den Arm zu nehmen oder dir einen gute Nacht Kuss zu geben und dann wäre ich wieder gefahren. Das sage ich nicht nur, das hätte ich wirklich gemacht und selbstverständlich wäre ich auch da gewesen, wenn es dir nicht gut gegangen wäre oder du nicht alleine hättest sein wollen. Manche Dinge machen zu zweit mehr Spaß, manche Dinge sind zu zweit erträglicher. Auch, wenn du sagst, du kommst alleine gut klar, was ich gar nicht bezweifeln will, denke ich dennoch, dass du alleine nicht so laut lachst. Würde dein Leben gerne mehr mit Lachen füllen, du hast so oft gesagt, du hast nichts zu lachen :( Ähnlicher Humor ist auch da, wenn überlege wir lange wir uns alleine über DHL amüsieren konnten. Wie hübsch du bist, wenn du lachst :)

Ich weiss nicht, was dann passiert ist, aber ich habe Angst bekommen, dass sich etwas ändert und offenbar lag ich richtig mit meinen Befürchtungen, denn jetzt meldest du dich nicht mehr. Einfach so, es gab keinen Streit, es gab keine Katastrophe. Ich hab Angst, dass dir etwas passiert ist :( Wenn du einfach Zeit gebraucht hättest, hättest du mit mir reden können. Wir haben doch immer über alles geredet. Ich hab wirklich versucht das zu verstehen. Ich dachte auch, wir hätten gerade ein Level gefunden auf dem wir beide klar kommen. Ich hatte immer Verständnis für alle deine seltsamen Reaktionen auf vollkommen normale Dinge. Zum Ende hin hast du angefangen mich viel zu kritisieren: Ich habe dir das Gefühl gegeben, nur für den Sex da zu sein und dann ab vor die Tür (das wurde mir schon mal gesagt und hat mich sehr schockiert, denn ich dachte, das hätte ich hier besser gemacht), zudem sei ich nicht sexy genug, trage Omaklamotten. Das tut weh, ich hab mich vor unseren Treffen hübsch für dich gemacht aber eben nicht übertrieben sexy. Ich hatte mir aber in der Zwischenzeit schon heimlich paar Sachen mit tiefem Dekolleté bestellt, weil gedacht hab, dass die bald brauche. Jeden Morgen hast du dein CESH, wie hübsch geschrieben und auf einmal reichte das nicht mehr?!? Morgens wow, abends langweilige Frau und ich habe mich in der Zwischenzeit nicht verändert. Ich hab das nicht verstanden. Weisst du, ich kann Kritik vertragen. Das hört zwar keiner gerne, aber ich habe darüber nachgedacht und vll hätte ich mehr machen können oder müssen, sicher, vll habe ich mir aber einfach nur gewünscht, dass mich jemand so mag, wie ich bin und dann wäre er dafür belohnt worden. Ich hatte keine Ahnung, dass dir das so wichtig ist.

Der Tag für die Belohnung wäre vorletztes Wochenende gewesen. Ich war beim Basketball und vorher essen. Das, was ich mir für uns beide ausgedacht hatte. Es hätte so ein schöner Tag werden können. Ich wollte, dass wir endlich mal Zeit für uns haben, keine paar Stunden, wie ne Schlampe, die dann alleine gelassen wird, wenn er fertig ist. Siehst du, auch ich hab mich schlecht gefühlt, wenn du gefahren bist. Schauen, wie der andere sich verhält, wenn andere Menschen, neue Situationen usw dabei sind. Jetzt weiss ich, du flüchtest und bereitest dir das offenbar schon Tage vorher vor. Du hättest wenigstens absagen können und mich nicht mit den Karten sitzen lassen sollen. Ich hab das ganze Spiel an dich gedacht. Ehrlich gesagt hab ich teilsweise mit den Tränen gekämpft. Ich hatte Montag frei, wir hätten nebeneinander aufwachen können. Du hättest dafür dein sexy Babe bekommen, denn jetzt bin ich soweit, dass ich dich richtig beeindrucken will. Seitdem laufe ich übertrieben geschminkt und getüdelt durch die Gegend. Ist das gestört? Wahrscheinlich! Wir hätten abends auch Tatort geschaut. Ich hab mir so viele Gedanken vorab gemacht, wie ich dir den Tag einfach nur unvergesslich machen könnte und wie ich dir beweisen könnte, dass es ehrlich meine und dich nicht abends vor die Tür setze.

Ich mache mir ebenfalls die ganze Zeit Gedanken, was schief gelaufen ist. Ich weiss noch nicht einmal, ob ich sauer sein soll, weil du dich nicht mehr meldest oder besorgt, weil dir etwas passiert sein könnte. Und dieses hilflos sein und nichts tun können, macht mich wahnsinnig. Du antwortest weder auf Nachrichten noch auch Telefonate. Mein kleines Helfersyndrom möchte, dass es allen Menschen, die ich gerne hab, gut geht. Zu diesem Menschen gehörst du schon lange. Es gibt so viele, die versuchen mich zu trösten, aber das geht nicht, weil ich nicht weiss, was mit dir ist. Ich schaue ständig, ob du online warst. Nichts... Ich geb mir ein bisschen die Schuld daran, dass es so gelaufen ist. Du konntest mir offenbar nicht genug vertrauen, obwohl ich alles mir mögliche versucht habe. Ich kann dir nicht helfen, wenn du nicht reden willst oder kannst. Vll solltest du dir wirklich Hilfe holen oder mit deinen vielen Freunden darüber sprechen. Das kann doch auch für dich kein Zustand sein. Du hast so ein krasses Auftreten gehabt bei den ersten Treffen - so mutig und selbstbewusst mit einer sehr vertrauenswürdigen liebevollen Art, ich habe mich direkt wohl gefühlt - und auf einmal fällt das wie ein Kartenhaus zusammen. Du willst Chef werden, dann benimm dich wie einer und lass dir dein Leben nicht von etwas zerstören, was damals passiert ist und sich jetzt nur noch in deinem Kopf abspielt. Du triffst deine eigenen Entscheidungen und musst eigene Erfahrungen sammeln. Ich hab dir schon einmal angeboten, dass du auch mit mir darüber sprechen kannst. Mir hilft das oft, wenn ich es einfach aufschreibe, was mich bedrückt, deshalb mache ich das hier auch. Wir müssen uns dann auch nie wieder sehen, wenn es dir unangenehm ist, aber dann bin ich wenigstens etwas Gutes für dich gewesen und die 5+ Jahre waren nicht umsonst. Meinetwegen blockier mich dann. Dann bist du sicher, dass ich mich nie wieder in dein Leben einmische. Oder gibt es vielleicht einen anderen Menschen, der dir das zwischen uns hier schlecht redet?

Egal, wie du dich entscheidest, es wäre schön, wenn du mir wenigstens sagen würdest, dass alles gut bei dir ist. Schließlich bist du mein bestes Date, meine heimlilche Affaire und mein bester Freund. Es war auch völlig egal, was ich damals alles gedated habe, in Gedanken war ich so oft bei dir und hab mir gewünscht, dass du mir gegenüber sitzt. Ich hab das nie verstanden, wie du mir viel Spass beim Date wünschen kannst und dann off gehst. Wäre ich an deiner Stelle gewesen, ich wäre Amok gelaufen in der Wohnung. Egal, wie hübsch das "Etwas" ist, das jetzt versucht bei mir zu landen, es reizt mich nicht.

Wenn ich jetzt abends alleine im Bett liege, dann sehe ich die Szenen von uns beiden und die Erinnerungen lassen mich einfach nicht in Ruhe. Ich denke so oft wie es dir geht...

Puh, schon ganz schön viel geschrieben, aber es tut gut einiges Mal gesagt zu haben. Wenn du es bis hierhin gelesen hast, bin ich schon froh, dass du es nicht einfach weggeworfen hast. Weisst du, die letzte Zeit ohne dich war furchtbar. Ich vermisse dich so krass. Mal abgesehen von der Nähe zu dir, fehlt mir mein bester Freund am meisten. Die Person, der ich zeigen kann, was ich gekauft habe, der ich einen schönen Feierabend wünsche, die Person, die jeden Morgen gut gemacht und jeden Tag mit mir beendet hat. Der ich einfach sämtliche blöde Bilder schicken kann und ohen mich zu schämen dumme Fragen stellen kann. Ich bin so oft online nur um zu schauen, ob du es warst. Dann wüsste ich zumindest, dass es dich noch gibt. Ich hab es das erste Mal, dass mich ein Mann so aus der Bahn wirft. Du bist immer wieder in meinem Kopf, ich kann da gar nichts gegen machen. Du hast mich sehr beeindruckt. Ich stehe so ein bisschen auf diese Kitschfilme, wo es am Ende das Happy End gibt. Weihnachten wäre ein toller Zeitpunkt für ein Happy End. Aber hier wird halt niemand ungefragt vor der Tür stehen oder sowas, was nur in Filmen passiert. Ich muss diesen Gedanken langsam loswerden. Nichts desto trotz tu einfach das, wovon du glaubst, dass es für dich das Richtige ist. Ich bin bis jetzt immer alleine klar gekommen. Ich erhole mich auch irgendwann davon. Hauptsache du bereust es nicht und wirst nicht einer dieser Typen, der alle paar Monate in meinem DMs auftauchen und die Sache wieder von vorne aufwühlen. Dann doch lieber ganz oder gar nicht. Am traurigsten wäre es aber, wenn zwei Menschen, die sich mögen einfach nicht zueinander finden und irgendwie sind wir bis jetzt doch über jeden albernen Streit hinweggekommen.

Achso, ich habe gerade meinen ganzen Handyspeicher mit über 12000 Fotos gelöscht und nur die eigenen Bilder gespeichert. Sei dir also sicher, dass falls ich irgendwas von dir auf dem Handy hatte, jetzt ist es weg. Ich hab dir versprochen, dass nichts in falsche Hände kommt, ich halte mich daran.

Der nächste Absatz wird für dich tendenziell etwas schwerer zu verdauen sein. Ich denke immer noch wir matchen gut und ich glaube wir hätten es ziemlich weit gebracht. Ich hätte dir den Rücken frei gehalten, wenn du es gebraucht hättest und du hättest mich runter geholt, wenn ich wegen Nichtigkeiten wieder durchgedreht wäre. Bei dir hätte ich mir das Housewifey-Leben vorstellen können. Die Bude ist sauber, wenn du nach Hause kommst und es riecht nach frisch gekochtem Essen. Nur noch Quality-Time. Klar, wäre ein langer Weg dahin gewesen, aber ich hätte es versucht. Alles in allem denke ich, wir hätten mehr draus machen können als ein paar heiße Nächte. Ich hab noch nie so viel Gedult und Verständnis für irgendwelche Dinge, die ich nur schwer nachvollziehen kann, aufgebracht wie bei dir. Ich hätte mit allem mir möglichem, Stress und Ärger von dir fern gehalten. Als du mit den Jungs auf Malle warst hast du mir geschrieben, schön aufm Boot rammeln, würd ich auch glatt wieder buchen, zu zweit mit Sundowner dann. We should have done this. Denk, wir können uns das leisten. F*ck money

Mir hat ein gewisser Jemand mal "lieb dich - ich tue das wirklich" geschrieben und ich hab nicht richtig drauf geantwortet, meist umgangen mit love u, too etc. Ich wollte nicht verletzt werden und genau das passiert jetzt und ich denke, der einzige Grund ist, weil wir beide dem anderen nicht richtig gesagt haben, wie es bei uns aussieht. Ich habe das nun. Fühle mich auch etwas befreit, muss ich zugeben. Ich wollte niemals, dass du dein komlettes Leben für mich umschmeißst, gerade dann nicht, wenn du dich darin wohl fühlst. Du kannst dich offenbar schlechter in neuen Situationen zurecht finden wie ich. Ich wäre nur gerne ein Teil deines Lebens geworden. Ich hab mich mehr als Bereicherung gesehen, du siehst mich vermutlich eher als Last. Ich hab nur einfach gehofft an den Sofatagen dabei sein zu dürfen. Bei mir ist es so: wenn ich jemanden mag, dann will ich ihn sehen und dann krieg ich ihn irgendwo dazwischen geschoben, so wie den Abend, wo wir uns noch nach deinem Männerabend gesehen haben. Das war nice. Sowas habe ich es mir vorgestellt. Ich weiss, das ist mein Leben, jeder plant seins anders. Ich hab dich so bewundert, wie du dein Leben im Griff hast von Polohemden nach Farbe sortieren (was ich btw mit meinen T-Shirts mache) bis hin zu Einkaufslisten schreiben für die aktuelle Woche und die Folgewoche (da bist du mir voraus). Witzigerweise befindet sich in meinen Schränken auch ein halber Rossmann, weil ich alles auf ewig im Angebot im Voraus kaufe. Wir scheinen beide Ordnung zu lieben. Alles, was du mir aus deinem Haus gezeigt hast, ist tiptop gestyled und sauber, ähnlich wie bei mir. Das gilt auch für dein Aussehen, du achtest sehr auf dich, nur manchmal nicht, wenn dein Körper dich warnt. Da bin ich eher vorsichtiger. Wäre ein Punkt, wo einer dem anderen noch helfen könnte ;) Dich stört dein Gewicht, ich hab mittlerweile 5 kg runter, weil attraktiv für dich sein wollte. Ich glaube, da gibt es noch viel mehr, was bei uns matched. Ich hab wahrscheinlich deshalb von mir auf andere geschlossen und vermutet, dass du deine Termine ähnlich im Griff hast wie ich. Ich komm irgendwie mit deiner Terminplanung nicht zurecht und ich leg mir absichtlich freie Tage dazwischen, damit es nicht den totalen Knockout meines Körpers gibt. I must finally come to an end. Es gibt zwar noch so viele Dinge, die ich dir gerne sagen würde, aber das würde den Rahmen sprengen. Ich denke, der Punkt ist klar geworden. Ich werd versuchen diesen Brief wegzuschicken und ich hoffe, dass die Post oder DHL intelligenter sind als ich und dich irgendwie orten können. Mittlerweile zweifel ich ja von Namen bis Wohnort alles an. Das ist jetzt leider die Schlußkonsequenz aus deiner Geheimniskrämerei. :( Ich hoffe, das war hier nicht zu verstörend für dich. Ich hab dir so oft gesagt, nicht dein hübsches Köpfchen in den Sand stecken und das meine ich so. Sagen, was du willst und es machen. So wie da, als du deinem Chef erzählt hast, dass du seinen Platz willst. Du kannst das doch! Würd mich freuen, wenn du mir noch zwei, drei Sätze schreibst, wie es dir geht und ob alles okay ist. Vielleicht auch, warum du dich für Funkstille entschieden hast. Wenn ich dich in irgendeiner Art und Weise enttäuscht habe und du deshalb den Kontakt abgebrochen hast, tut mir das aufrichtig leid. Es kann alles so schnell gehen und plötzlich ist jemand, der davor alles über dich wusste, fremd. Ich bin auch nur ein Mensch und dieser Mensch muss dir noch was sagen: Lieb dich, weil jetzt fühle ich das auch. ♥ Ich wollte dich nie zu etwas drängen, ich treffe Entscheidungen aber offenbar schneller als du.

Spoiler: ich habe den Brief wirklich abgeschickt und er kam ca. 1 Monat später wieder zurück. Nicht mal DHL konnte dich ausfindig machen. Ich schätze daher, dass weder der Name noch der Wohnort noch irgendetwas, was du mir erzählt hast, stimmt. Vielleicht beschäftigt dich nicht deine Mutter so, sondern deine Frau. Wer weiss das schon. Funfakt: Meine Freundinnen hoffen immer noch, dass du dich noch einmal meldest, ich denke, es ist besser, wenn du das nicht tust. Als ich in einem Zustand geistiger Umnachtung noch mal versucht habe dir zu schreiben, hab ich gesehen, dass ich auf der Plattform, über die wir geschrieben haben, nun gesperrt bin. An der Stelle stelle startete der Heilungsprozess.
Und noch was: Danke! Danke, dafür, dass ich erfahren durfte, dass Liebe nichts mit Aussehen zu tun hat, denn ich kannte dein echtes Aussehen bis kurz vorm Treffen nicht. Dennoch werde ich immer wieder in diese Schublade gesteckt, dass mein Mann dies und das sein soll und so oder so aussehen soll. Ich weiss jetzt jedoch, dass es darauf nicht ankommt und man sich lieber viel Zeit nehmen sollte um eine Person wirklich kennen zu lernen mit allen Höhen und Tiefen. Eine Beziehung wächst an den negativen Momenten.

Hab doch am Anfang von dem Brunnen erzählt, dem "schönen Brunnen"... Ich habe mir damals am Brunnen übrigens gewünscht, dass wir uns mal persönlich kennenlernen. Ich hab nur vergessen zu wünschen, dass es auch ein Happy End gibt.

Merry Christmas & a happy new year 2023

Sonntag, 31. Oktober 2021

Raus

Wie funktinieren wie das Ying und Yang
Du bist echt ein guter Fang
Kaufst mir Blumen und ich lüg dir ins Gesicht
Denn Baby, ich liebe dich nicht

Wir gehen essen, du lädst mich ein
Du sagst, ich soll dein Frauchen sein
Doch da gibt es eine Sache, die mich anpisst:
Dass unser Date schon ne Beziehung ist
Und während deine Finger über meinen Körper wandern
denke ich an einen anderen

Nun ist es einfach so passiert
Wir haben uns hierher verirrt
Schlag gegen die Wand mit der blanken Faust
denn ich muss hier wieder raus

Montag, 8. Juli 2019

Wenn der Kopf sagt LOS! aber der Körper nicht kann

Ich habe hier wieder so ein Thema, wo ich nicht weiss, wie man das am besten anfängt oder wie es angefangen hat... Hätte nie gedacht, dass ich mal in so eine Situation komme, weil ich die einfach nicht für real gehalten habe. Ich glaube, es war so:

Du hast ganz dünne Haare bekommen, sagte meine Mama. Ich schaue sie verzweifelt an. Das weiss ich, das habe ich auch schon gemerkt, aber ich weiss nicht mehr, was ich dagegen tun soll. Ich habe diverse Dinge versucht, aber es wird nicht besser. Ich glaube, das liegt an der Pille, sage ich, das steht als Nebenwirkung drin.

Ich komme nach Hause, lege mich aufs Sofa, döse ein. Um 22 Uhr wache ich wieder auf und gehe ins Bett. Das ist bestimmt die Frühjahrsmüdigkeit, sage ich zu meiner Kollegin. Ja, meint sie, das hätte sie auch. Immer mal wieder. Bei mir ist es nicht immer mal wieder. Es geht seit Wochen so und ich kriege keinen Dreh mehr rein. Vll liegt es daran, dass ich nachts nicht vernünftig schlafe, versuche ich mich zu beruhigen, aber auch eine Umstellung da führt zu keiner Besserung.

Das ist jetzt fast 1,5 Jahre her. Vor 1,5 Jahren hätte ich nicht vor diesem PC sitzen können. Ich hätte mich ins Bett verzogen und geschlafen. Müdigkeit war mein ständiger Begleiter. Das wurde immer mehr und mehr zur Belastung. Ich hab mir die Abende mit Terminen mit Freunden vollgepackt um nicht nur noch zu schlafen. Dachte immer noch Nebenwirkung der Pille, du musst dich nur dran gewöhnen, andere Frauen schaffen das auch. Du stellst dich einfach an. Mehr und mehr hatte ich alle auf dem Beipackzettel genannten Nebenwirkungen und zunehmend immer schlechtere Laune.


Seit November geht es Mama nicht gut, sie terrorisiert die komplette Familie damit. Ich denke, ich bin einfach fertig von der ganzen Situation. Stress macht krank, ich bin dauerhaft krank. Seit Monaten erkältet, ich bekomme es gar nicht mehr weg. Alle Hausmittel und Medikamente versagen oder lindern die Beschwerden nur paar Stunden. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wie es ist durch eine freie Nase zu atmen. Vll schlafe ich deshalb auch so schlecht.

Mama schafft es nur bis Februar. Am 07. kommt in der Mittagspause die Nachricht, es ist vorbei. Es fühlt sich kurz wie Befreiung an, ich weiss, es geht ihr jetzt besser. Auch bei mir ist kurz Besserung und ich funktioniere, organisiere, räume, mache und tue. Ich lerne jemanden kennen, blöde Umstände aber ich rede mir ein, das könnte passen, alle reden mir ein, das könnte passen. Es passt nicht, nie und zu keiner Zeit, aber es hat schöne Momente, die mich glauben lassen, dass nach jedem Tief ein Hoch kommt. Das Hoch bleibt aus, stattdessen geht es noch tiefer runter. Als er mir sagt, dass auch er gemerkt hat, dass es nicht passt, geht für mich eine Welt unter. Und nun halten wir uns das Ganze mal nüchtern vor Augen: Es geht eine Welt unter, obwohl ich den nicht mal annähernd für immer wollte. Da waren keine echten Gefühle, vll ein paar nette Momente. Das war alles, aber ich heule als hätte ich meine einzige große Liebe verloren. Ich heule auf dem Weg zur Arbeit, auf dem Weg von der Arbeit, beim Essen, auf dem Sofa, im Bett. Ich kann mich gar nicht mehr beruhigen. Meine beste Freundin hat es gerade nicht leicht mit mir und ich bekomme immer mehr Angst vor mir selbst.

Sonst waren das paar Tage, wo ich geknickt war. Dann war alles wieder gut. Warum wirft mich ein unbedeutendes nein nun so aus der Bahn? ich beginne mich von allem zu trennen was mich überfordert. Menschen, Dinge, sogar meine beiden Haustiere fallen dem zum Opfer, weil es mich überfordert für zwei Vögel den Futter- und Trinknapf regelmäßig zu füllen. Ich verbringe mein Leben eigentlich nur noch auf dem Sofa und wenn ich nicht heule, dann finde ich einen Grund zum heulen. Ich fange an Psychologen zu googlen, ich habe Angst vor Depressionen. Ich habe es bei Mama gesehen, ich will nicht zur Belastung für alle anderen werden, aber ich bekomme die Nummer nicht ins Handy getippt. Kein Anruf, also auch kein Termin.

Das ist das schlimmste. Du weisst, dass du etwas tun musst, aber du kannst nicht. Und ich rede hier nicht von einem kleinen Schweinehund oder akuter Unlust. Du bist zum Beispiel nicht in der Lage aufzustehen! Der Kopf sagt, du musst, der Körper sagt, ich kann nicht. Du schaust minutenlang auf deine Uhr, du siehst wie die Zeit vergeht, du schließt die Augen, döst wieder ne halbe Stunde, machst die Augen auf. Diesmal stehe ich auf, denkst du, aber es passiert einfach nichts. Ich habe in dieser Zeit Nächte auf dem Sofa geschlafen, weil der Weg ins Bett zu weit, zu beschwerlich oder was weiss ich war. Was ist nur passiert? Ich denke an die Zeit zurück, wo ich nach jedem Feierabend unterwegs war, Freunde treffen, irgendwas suchen, gucken, machen. Ich habe da keine Kraft mehr zu. Ich bin müde. Diesmal schiebe ich es aufs Alter.

Der Arzt ruft an, irgendwelche Werte seien bei dem leztzten Test nicht okay gewesen, ich muss in einem halben Jahr noch einmal wieder kommen. Das halbe Jahr ist eine Katastrophe für mich. Oma Krebs und tot, Mama Krebs und tot. Jetzt bist du dran, denke ich. Als der Termin kommt sitze ich zitternd da und erzähle alles, was mir in diesem Moment einfällt, was mir komisch vorkommt seit Langem. Ich kann nicht schlafen zu gewöhnlichen Schlafenszeiten, vergesse alles, was man mir erzählt, bin aber dauerhaft müde, schlechte Laune, katastrophenartige Anwandlungen, Haare fallen aus, Fingernägel brechen und ich kann einfach nicht mehr aufstehen... Alles Nebenwirkungen, die bei der Pille auch stehen. Ich will die nicht mehr. Ich brauch die nicht mal, aber meine Angst, es könnte was passieren, ist zu groß. Doppelt hält eben besser. Safety first und so. Man hat nur dieses eine Leben.

Es werden diverse Tests gemacht. Nach ein paar Tagen ruft eine mir unbekannte Nummer an, aber ich kann anhand der Vorwahl erkennen, wer das sein muss. Ich schlucke, nehme das Handy und verlasse das Büro. Holen Sie sich nach der Arbeit ein paar Tabletten raus, das ist nichts schlimmes... Ich kann mich die ganze Zeit im Büro nicht mehr konzentrieren, kann ich seit einer ganzen Weile schon nicht mehr, auch eine Nebenwirkung, wie ich später erfahre. Schon wieder krank denke ich, warum trifft es immer dich?

Zwei Wochen vergehen mit Tabletten und ich habe das erste mal wieder das Gefühl, dass alles gut ist, ich heul nicht mehr, es gibt keinen Grund dazu. Alles komischen Dinge, die ich gemacht habe, da lache ich nun drüber, weil ich die selbst nicht mehr verstehe. Eine gute Sache hatte das ganze dennoch. Ich hab mein Leben aufgeräumt. Nicht nur ein bisschen, sondern von Grund auf. Ich denke, ich habe auf einmal verstanden, worum es geht, auch wenn ich das beschwerlich lernen musste. Seit Montag keine Pille mehr, keine zusätzlichen Tabletten um die Nebenwirkungen zu stoppen. Kein Wenn oder aber... Mein Körper brauchte fast 2 Jahre zurück in den ursprünglichen Zustand aber ich bin dennoch stolz das geschafft zu haben.

Life is not measured by the breaths you take but by the moments that take your breath away.

Donnerstag, 28. Februar 2019

By the numbers

Ich bin 1,65 m; an guten Tagen wiege ich 74 kg; an schlechten Tagen 78 kg. Ob mich das stört? NEIN! Warum sollte es?

Ich fühle mich manchmal als hätte ich tonnenweise Make-up im Gesicht und dann sagt jemand, ich sehe sehr natürlich aus.

Ich hatte einen Notendurchschnitt vom 3,1 und trotzdem kann ich Menschen in Grund und Boden diskutieren. Ob ich dumm bin? Vll, aber ich habe dabei Abi.

Ich ernähre mich nicht ausschließlich von Orangen, Bananen und Haferflocken. Ich esse, was mir schmeckt. Ob ich deswegen fett bin? Möglich aber andere nennen das sexy.

Meine Haare glänzen nicht wie die eines Supermodels und trotzdem spielt er mit meinen Haaren oder streicht sie mir aus dem Gesicht bevor er mich küsst. Ob ich in dem Moment mit jemanden mit den tollen Haaren tauschen möchte? Niemals!

Ich rauche nicht und schade damit nicht Lunge, Leber und den ganzen anderen Organen. Anscheinend macht mich das uncool und ich gehöre nicht dazu. Dann sei das so...

Ich bin treu wie ein Hund seinem Herrchen, aber dennoch nennt irgendwer mich Schlampe, weil ich nicht tue, was er von mir erwartet. Der nächste nennt es selbstbewusst...

Ich habe nicht diese tollen langen Wimpern oder vollen roten Lippen, aber ich habe das Glänzen in den Augen.

Ich könnte das ewig so weitermachen...
Ich weiss gar nicht in wie vielen Punkten ich nicht dem Ideal entspreche, aber ich möchte nicht anders sein. Wenn ich in den Spiegel schaue, lächel ich.

Man misst Menschen am Intelligenzquotien, an Noten, an Gewicht, Aussehen, Alter... whatever...
Ob irgendeines dieser Werte zu einem perfekten Menschen oder Leben führt, wage ich zu bezweifeln. Sicher ist aber, dass sich viel zu viele von ihrer Umwelt erzählen lassen, wie sie zu sein haben. Geht ja schon mit der Werbung los, die uns erzählt, was mit uns Frauen alles nicht stimmt. Hört auf das zu glauben, ihr seid perfekt, so wie ihr seid!

Deshalb schreibe ich das hier, für alle, die perfekt unperfekt sein wollen - so wie ich - die sich trauen nicht der Norm zu entsprechen und sich nicht von anderen in Formen quetschen lassen wollen.

Für alle Freunde, die sich nie live getroffen haben, weil sie Angst haben, dass sich etwas ändert
Für jede Zahnlücke und jedes Hexenlachen, dass zum mitlachen ansteckt
Für jedes kleine Bäuchlein, was gestreichelt werden will
Für Augenzwinkern und Tränen lachen
Für Stolpern, fallen und danach wieder aufstehen
Für angeben und dann jämmerlich versagen
Für über sich selbst lachen können
Für nicht auflegen wollen und immer wieder schreiben
Für verwuschelte Haare und verschmiertes Make-up
Für den anderen festhalten und nicht gehen lassen wollen
Für sich trauen jemanden zu sagen, wie gern man ihn hat
Für alles riskieren auch wenn es hoffnungslos scheint
Für kribbeln im Bauch un dumme Dinge tun
Für nachts auf Deichen spazieren gehen und in Restaurants laut singen
Für Luftschlösser bauen
Für Träume erfüllen egal wie albern

Für ganz lange in den Arm nehmen und jemandem das Gefühl geben etwas besonderes zu sein
Für einfach nur glücklich sein

Dafür, dass wir keine Nummern brauchen um die Nummer eins zu sein

Dienstag, 19. Februar 2019

Laissez parler

*** ATTENTION EXPLICIT CONTENT *** ALLES SCHON MAL ÜBER MICH GEHÖRT ***

Er nimmt meine Hand, schaut mir in die Augen: Du hast gar keine künstlichen Fingernägel...

Meine Haare sind auch echt und ich hab noch nicht mal was aufgespritzt.

Ich bin fett, hässlich und aufgedunsen.

Dumm hab ich noch vergessen, sorry, bei dem Intelligenzquotienten kein Wunder.

Wie Männer überhaupt eine Schlampe wie mich daten können...

Ich gehöre mal wieder orgentlich durchgefickt...

Die stille Pause zwischen: "Du bist so hübsch" und "eingebildetes Miststück"

Schlampe, Bitch, Hurentochter, Sklavin...

Sie kommen in meine Straße und dann kann ich was erleben...

Ich könnte mir schon mal einen Sarg kaufen...


=======================================================================

Ich wünsche euch allen nichts böses, ich wünsche euch lediglich, dass ihr mal so behandelt werdet, wie ihr es mit anderen tut.

Donnerstag, 14. Februar 2019

Happy Valentines day

Liebe Insta-Poster,

Mit den Hashtags

#happyvalentinesday
#bestermannderwelt
#blumen
#sweethome
#lovemylife

bitte nervt doch jemand anderen...

Es ist schön, dass euer "Mann" einmal im Jahr schafft euch Blumen zu bringen.
Es ist toll, wie schön ihr den Strauss in Szene setzt. 
Alle sollen denken ihr habt das perfekte Leben.

Das habt ihr, in dem Moment, wo das Online geht und alle eure Fakefriends denken "OMG - sie hat so ein Glück. Ich bin so neidisch".

Ich verzichte. Ich brauche keinen Tag um jemandem zu sagen, dass ich ihn mag und ich lasse mir von niemandem sagen, wann ich jemandem eine Freude machen muss.

❤❤❤Allen anderen, die die wenige Zeit nutzen, die für Zweisamkeit mit dem Partner oder einem geliebten Menschen bleibt, wünsche ich einen wunderschönen Valentinstag. Ihr  macht es genau richtig ❤❤❤

Donnerstag, 7. Februar 2019

03.03.1957 - 07.02.2019

Das Schönste, was ein Mensch hinterlassen kann,
ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.

In loving memory...

Dienstag, 5. Februar 2019

Word

Don't compare your performance to that of anyone else. You are the standard.
KonMari

Freitag, 25. Januar 2019

Bittesehr

Aus und vorbei mit allen Wünschen und Hoffen
Alles, was ich habe ist eine Rechnung offen
Wir werden sehen, wer am Ende noch steht
Gegen das was jetzt kommt, bist du Analphabet

Du hast mich nicht verdient, da werd ich explizit
Denkst du kannst Battlerapp, doch ich mach dich fertig - auch ohne Beat
Du hälst dich für den Größsten, kannst mit der Corvette ruhig weiter angeben
Wohnst in Omis Häuschen und ausser Alkohol hast du nichts weiter im Leben

Diggi hat drei Reime und würde sie gerne schmeissen die Scheine
Sie lachen über dich - von hier bis nach Rheine
Du denkst, du battlest mich und dass du der neue Sido bist
Du bist so fame, du bist nicht mal Kreisligist

Du nennst dich (S)chabo, doch so ist es nicht
Du musst noch zur Schicht und dann puste ich dir aus das Licht
Immer wieder fluckerst du, du wärst ne gute Partie
Nicht in deinem Dorf, nicht auf dieser Welt, nicht in der ganzen Galaxie

Ob Stella, Arabella oder Mortadella
keine möchte ein Märchen mit dir wie Cinderella
Währenddessen chill ich auf ner Yacht in Marbella
Oh Bae, I am goin' to tell ya

Ich bin gefährlich, denn ich bin immer ehrlich
Ich brauch dich nicht, denn du bist entbehrlich
Hättest gerne, dass ich dein Frauchen bin
Träumen wird man dürfen, werd niemals deine Gattin

Behalt sie für dich deine dreckigen Gedanken
Dafür weise ich dich jetzt in deine Schranken
Oben ist es einsam doch hier ist nur Platz für ein'n
Ja, ich schick dich zurück auf den kalten Bordstein

Feierst dich weil Nudes auf Snapchat hast, da biste blind,
weil nicht verstehst, dass das alles nur Bitches sind
Du suchst nach Ausreden mit allen Kräften
Denn du bist zu feige mich zu treffen

Ja, so ist es, bei mir läuft's du Spast
Halt die Fresse, weil du mir nichts zu sagen hast
Und du zitterst schon ganz unterbewusst
weil du jetzt damit umgehen musst

Bleibst alleine, das bringt dich zum flennen
Keine Lady hat dich im Rennen
Lügen, Alk und Gaming sind deine Schwächen
Zudem hälst du nie ein Versprechen

Und du kannst weiter flehen,
ich hab gar keinen Bock mehr dich zu sehen
Falls es jetzt noch irgendwen wundert?!
Du bist gemein wie Zehn, ich bin gemein wie Hundert

Bevor das hier noch weiter ausartet
Sag ich es dir: die Hölle wartet
Dafür hast du schon den Fahrschein
Denn ab jetzt ficke ich dein Dasein

Könnte dich k.o. machen mit nur einem Schlag
Weil das ne Hinrichtung ist, wird heut dein Todestag
Alles, womit du dich schmückst ist Schrott
Drum gibst du dir am Ende selbst den Headshot

Donnerstag, 24. Januar 2019

Ich will unbedingt zu dir in die Hauptstadt...

Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wie das angefangen hat. Ich lag bei meiner Mama auf dem Sofa, das weiss ich noch, und wir haben Shopping Queen geschaut so wie jeden Freitag. Du hast mich angeschrieben, so wie viele andere auch. A..., 36, aus Berlin... mit Fakenamen und nichtssagenden Profilbildern. Du würdest jetzt Sachen packen und zu deinen Eltern fahren. Okay, was interessiert mich das, habe ich damals gedacht...?!? Aber ich habe dir immer wieder geantwortet. Mir hat deine freche Art gefallen und so haben wir uns den ganzen Nachmittag unterhalten bis spät in die Nacht, den Samstag bis du auf einmal fragst, ob wir uns nicht treffen wollen. Treffen? Berlin? Ich verstehe nicht ganz... Du schickst ganz viele Grinsegesichter, deine Eltern wohnen in meiner Gegend.

Das geht mir eigentlich zu schnell, aber ich lasse mich zum spazieren gehen im Park überreden. Es ist Frühling, draussen ist es noch etwas kühl aber die Sonne scheint. Du redest die meiste Zeit, wir laufen an unserer alten Schule vorbei und gucken neugierig in die Fenster, erzählen, wie es früher war. Noch eine rauchen, sagst du, dann muss ich weiter an die Schlachte, treffe mich mit paar Ehemaligen dort. Wir setzen uns auf eine Bank. Ich merke, wie du mich von oben bis unten musterst. Du rückst näher an mich ran. Ich hab bis jetzt immer noch das unschuldige Blödchen gespielt. Irgendwie läuft die Masche bei dir und ich muss nichts über mich preisgeben. Du rückst noch weiter an mich ran. Ich will dich küssen, flüsterst du. Versuch es, antworte ich und dann küsst er mich. Kurz darauf trennen sich unsere Wege. Er muss gerade an der Schlachte angekommen sein, da meldest er sich schon wieder und erzählt mir haarklein, was er alles mit mir anstellen will. Dazu kommt es aber nicht. Am nächsten Morgen geht es zurück nach Berlin.

Ich höre eine ganze Weile nichts von dir. Dann bist du plötzlich wieder in der Gegend. Deinem Vater geht es nicht gut, man hat Krebs festgestellt. Ich versuche dich ein bisschen aufzuheitern. Erzähle von meiner Mama. Wir haben ähnliche Schicksale. Du versuchst noch mal dein Glück mit einem Treffen aber ich habe an diesem Wochenende bereits ein Date und gegen den kommt zu dem Zeitpunkt keiner an.

Wieder vergehen Monate ohne jeglichen Kontakt. Ich lösche irgendwann die Unterhaltung. Dich werde ich wohl nie wieder lesen, denke ich. Es ist mittlerweile Weihnachten und ich sitze alleine auf dem Sofa. Das ist das erste Weihnachten alleine seit über 12 Jahren. Es fühlt sich komisch an. Da bist du wieder. Du wolltest mir frohe Weihnachten wünschen und ab dem Zeitpunkt schreiben wir wieder jeden Tag. Mich deprimiert das alleine sein zunehmend und das lasse ich in dem Moment leider sehr raushängen. Du erzählst mir, du seist ein Arschloch, denn du hättest noch nie einer Frau einen Blumenstrauss oder einen Ring geschenkt und du bist schonungslos ehrlich und dann tröstest du mich, baust mich auf, hörst dir mein ganzes Gejammer an und sagst mir die Meinung, wenn es Not tut. Ich habe das Arschloch noch nicht gefunden, denn das was du gerade tust, ist viel besser als Blumen und wertvoller als jeder Ring. Vielleicht hast du auch einfach die Frau noch nicht getroffen, für die du all das tust, was du bis jetzt nicht für nötig gehalten hast. Was glaubst du, warum ich dich immer wieder anschreibe, fragst du irgendwann, ich fand dich von Anfang an toll, wie du gelächelt hast in deiner dicken Winterjacke. Wir schaffen es diesmal wieder nicht zu einem Treffen. Du denkst, ich sei im Moment zu labil um einfach nur ein paar schöne Stunden miteinander zu verbringen. Ich sehne mich unheimlich nach Nähe.

Paar Wochen später haben wir nach unheimlichem Kaspertheater meinerseits endlich ein Treffen zum Kaffee trinken. Ich trinke nicht mal Kaffee. Als ich dir die Tür öffne, ist das erste, was ich spüre deine Lippen auf meinen und es fühlt sich immer noch so gut an wie beim ersten Mal. Du bekommst deinen Kaffee, wir sitzen ganz brav auf dem Sofa und labern über dies und das, hören Musik. Ich merke die ganze Zeit, wie du mich wieder musterst, bei jedem Schritt den ich mache. Eigentlich wolltest du schon lange gefahren sein. Ich lege meinen Kopf auf deinen Schoß, du kraulst meinen Rücken. Wir wollen beide nicht, dass du gehst. Irgenwann musst du. Mutti braucht deine Hilfe. Du hast versprochen die Wäsche zu machen. Wir küssen uns leidenschaftlich zum Abschied. Ich spüre wie deine Hände über meinen Körper wandern. Dann fällt die Tür ins Schloss.

Wieder vergehen Monate. Dann kommt die nächste Nachricht. Ich hätte dir noch einen Kaffee versprochen. Den holst du dir heute. Noch stehst du im Stau aber noch bevor ich bereit dafür bin klingelt es an der Haustür. Du drückst mich gegen den Türrahmen. Ich will dich, flüstert du. Ich stotterte irgendwas vor mich hin. Wir setzen uns. So unbeteiligt, gleichgültig, wie das gerade jetzt eben geht. Du stehst auf, schaust mich an, beugst dich über mich, küsst mich, streichelst mich. Ich fühl mich unheimlich wohl bei dir. Kopf aus und ich krall mich an dir fest. Als du aufstehst, stotterst du Minutenlang immer wieder das gleiche Wort. "Ay Caramba" Ich muss kichern. Hätte nicht gedacht, dass es so matched. Nicht beim ersten Mal. Eigentlich nie. Ich hatte eher Angst vor dir und dem, was passieren könnte. Kurze Zeit später bist du weg. Aus meiner Wohnung. Aus Deltown. Aus meinem Leben. Vorerst...

Ich krieg dich eine ganze Weile nicht aus dem Kopf. Vielleicht will ich das auch gar nicht. Mama findet dich niedlich. Wenn er das ist, dann geh, sagt sie. Ich hätte hier nichts zu verlieren. Insgeheim habe ich schon beschlossen, dass wir das Experiment wagen. Who the f*ck ist schon Berlin?!?

Du meldest dich wieder dein typisches halbes Jahr später. Du denkst an mich. Öfter. Du wärst in der Gegend. Ne ganze Woche diesmal. Jackpot, denke ich. Diesmal ist es deiner. He's completely mind-fucked. Aber das einzige, was bei der Unterhaltung fucked ist, bin ich, und zwar abgefuckt. Es fällt ein kleines Wort, was meine Pläne bröseln lässt. Fremdficken... Ich bin vergeben, schreibst du.

Die Folgetage diskutieren wir lang und breit, was Beziehung bedeutet. Sie ist nicht so hübsch wie du, tippst du, sie macht mich nicht so an im Bett. Du hast mich verarscht, antworte ich, du hast gesagt du wärest schonungslos ehrlich. Du versuchst zu versichern, dass du sie nach mir kennen gelernt hättest. Damals hätte sie nicht in deinem Leben existiert. Ich versuche als Schadenbegrenzung mein Kartenhaus wieder aufzustellen und ziehe den Zaun extra höher. Warum hat die, was mir gehört? Ich bin hübscher als sie, ich bin besser als sie, schreibe ich, aber sie ist deine Freundin... Weisst du, wenn sie die Nummer eins wäre, gäbe es diese Unterhaltung hier nicht. Damit ist für mich alles gesagt.

Ich wollte dir ne Kleinigkeit vor die Tür stellen, hab mich dann aber dagegen entschieden, schreibst du ein paar Wochen später. Ich wohne im Bermudadreieck, entgegne ich, da steht nichts länger als ein paar Minuten. Du sollst deinen Prinzipien nicht untreu werden... Sollte, antwortest du. Wenn man in einer Beziehung ist, fragst du weiter, darf man sich dann in jemand anderes verknallen? Wenn das passiert, sage ich, bin ich in keiner Beziehung mehr. Fremdgehen fängt im Kopf an. Ich mag unsere Unterhaltungen immer noch. Ich mag es, dass ich sagen kann, was ich denke ohne ein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen. Ich dachte, du stehst auch auf guten Sex, schreibst du irgendwann. Ihr würdet euch beide anderweitig vergnügen. Das ist nichts für mich und ich weiss nicht, wie sehr das dieses Mal gelogen ist. "Deshalb steht in meinem Profil ja auch an erster Stelle, dass nur was festes suche, quake ich weiter, damit meine ich natürlich Schwänze. Ist klar. Kann man schon mal falsch verstehen. (...) Anscheinend kann dich irgendeine berliner Tussi besser vögeln als ich. Möge die bessere gewinnen" Ich kann von niemandem die Einstellung ändern, das habe ich die letzten Monate lernen müssen, mehrfach, auch wenn ich so sehr will. Er meldet sich seitdem fast täglich.

Männer trennen sich nicht so einfach, schreibt ein Bekannter, aus Gewohnheit. Ein Mann merkt erst, wenn es zu spät ist, dass es zu spät ist. Das heisst dann wohl aufgeben für mich. Ich zerstöre keine Beziehungen, nicht bewusst kalkuliert zumindest aber ich bin es leid gegen Windmühlen zu kämpfen.

Youtube springt in dem Moment auf das nächste Lied um: Sido...

"Steig ein!
Ich will dir was zeigen
Der Platz an dem sich meine Leute rumtreiben:
Hohe Häuser - dicke Luft - ein paar Bäume - 
Menschen auf Drogen, hier platzen Träume
Wir hier im Viertel kommen klar mit diesem Leben
Ich hab alle meine Freunde aus dieser Gegend
Hab doch keine Angst vor dem Typen mit dem Schlagring
Er ist zwar 'n bisschen verrückt doch ich mag ihn
Ich kann verstehn', dass du dich hier nicht so wohl fühlst
Dass du viel lieber zu Hause im Kohl wühlst
Du sitzt lieber an nem gutgedeckten Tisch
Dann merkst du ganz schnell, Berlin ist nix für dich!"

Montag, 21. Januar 2019

I am 34 now...

Es piept noch zwei Mal in der Leitung bevor sich eine schwache Stimme meldet. "JA?" Ich erkenne sie nicht mehr. Die klingt wie auf Drogen gesetzt. Vermutlich ist sie das auch wegen der Schmerzen. Sie spricht nicht sauber, erzählt leise und ich habe Probleme ihr im verwirrenden Zustand zu folgen. Sie erzählt mir immer wieder, dass es bald vorbei sein könnte, springt ständig zwischen den Themen, es geht ja so schnell, es geht ihr so schlecht heute. Ich sehe im Spiegel vor mir, wie de Tränen laufen. Du darfst jetzt nicht weinen, denke ich. Einer muss stark bleiben. Du kommst da wieder raus, Mama, ok? Und wenn du etwas brauchst, dann meldest du dich! Ich brauche dich noch.

Erst war alles gut und auf einmal war es böse. Ich schlucke, als ich aufgelegt habe, doch es kommen keine Tränen. Ein Kumpel schreibt in dem Moment. "ich glaub meine Mama muss sterben und alles, was die fragt, ist, ob ich jemanden kennen gelernt habe" antworte ich und dann stottere ich absolut sinnloses Zeug vor mich hin. "sie sorgt sich um dich" antwortet er. Sie sollte sich jetzt mehr um sich selbst sorgen, denke ich. Sie sollte all ihre Kraft zusammen nehmen um zu überleben, denn ich brauche sie noch. Ich bin immer für uns beide stark gewesen, jetzt muss sie mitmachen. Wir haben das so oft geübt.

Manchmal ist das Leben rückwirkend betrachtet ein Film, der schon viele Hinweise gibt. Hinweise, dass mit mir etwas nicht stimmt, Hinweise, dass da noch weiteres folgt. Vielleicht war auch das letzte Wochenende, dass ich kotzend im Bad verbracht habe ein Hinweis, dass etwas rauskommen soll, was ich vorher nicht wusste. Sorry für das ekelhafte Bild aber das Leben schreibt zu wenige schöne Geschichten.

Ich habe nur diese eine Familie und ich will, dass sie weiter besteht. Ich möchte, dass sie weiter hin "Oh nee, du schon wieder" sagt, wenn ich vorbei komme oder, dass sie mir erzählt, dass ich ihr die Haare vom Kopf fresse. Sie kann mich dissen, fertig machen und auf mir rumhacken, ich kann das ab, aber sie soll verdammt noch mal da bleiben.

Alle meine Freunde haben mittlerweile ihre eigenen Familien, ein Zuhause und ich stehe da mit nichts. Wie versagen fühlt sich das in den schlimmsten Zeiten an. Familie, das ist so ein schönes und gleichzeitig so grausames Wort. Ein Wunsch, den ich habe, seit ich klein bin und mit Puppen gespielt habe. Barbie, Ken und Shelly. Es gab nie die Option von alleine sein und es gab nie einen Plan B. Ich möchte irgendwann einmal eine Familie und ich will es besser machen als meine Eltern es gemacht haben. Ohne Alkohol, Gewalt, ohne Schreien und Schimpfen, ohne alleine sein oder gelassen werden. Ich möchte es besser machen, anders. Aber ich bekomme nicht die Chance dazu und ich kann das nicht erzwingen. Ich habe mir den Arsch aufgerissen für Menschen, die es nicht wert waren um deren Wünsche zu erfüllen, die sie nicht verdient haben. Gedankt hat es keiner, aber alle haben sie genommen.

Ich weiss nicht, was Liebe ist, ich habe nie wirklich geliebt, ich kann nicht nachvollziehen, wie es ist jemanden wirklich zu vermissen. Ich weiss nicht, was diese Schmetterlinge sind, von denen alle sprechen. Ich kann dieses loslassen nciht, weil ich Angst vor dem Aufprall habe. Aber ich kann euch viele Geschichten darüber erzählen, wie man jemanden kennen lernt, anfängt ihn zu mögen und dann mit Anlauf eins in die Fresse bekommt. Sei es die Ex-Freundin, Verarschung, Desinteresse. Whatever... Ich habe mittlerweile alle Lügen gehört oder gelesen. Und weil ich meinen Glauben an das Gute im Menschen nicht verliere, falle ich immer wieder drauf rein. Die Tragik an der Geschichte? Meine längste Date-Reihe hatte ich mit jemanden, der mich nur im Bett wollte. Traurig, aber wahr...

Ob ich nun heule oder lächel, das Leben geht weiter... Ich wüsste nur gerne, wann ich endlich genug auf die Fresse bekommen habe um auch mal ein bisschen Glück zu haben, wenigstens ein kleines bisschen, damit ich weiss, dass es sich immer wieder lohnt aufzustehen.

Für alle Schwarzmaler: Ja, ich male tiefschwarz, damit man mir zuhört. Ich kann den Teufel heraufbeschwören mit wenigen Wörtern, aber das ist alles nur dramatisiert, damit ich mich danach besser fühle, Self-therapy! Danke fürs Zuhören, Nobody.

I am 34 now... ich weiss nicht, was Liebe ist, habe keinen meiner Wünsche erreicht, führe ein 0-8-15-Leben, bin nicht sonderlich hübsch oder besitze viel. Aber ich lächel einfach weiter... Das können sie mir nicht kaputt machen!

Theree month to go... - here we go


********************************************************************************
THIS ONE IS DEDICATED TO HASI
********************************************************************************
Dankeschön :*

Samstag, 5. Januar 2019

Happy new Desaster

Im Sommer sind wir zu dritt, sagt sie und dann gratulieren alle. Glückwunsch, murmele auch ich und versuche dabei möglichst glücklich grinsend auszusehen. Eigentlich kämpfe ich gerade mit den Tränen. Dann geht es auch schon los: Schwangerschaftsübelkeit, Schmerzen, Zunehmen, was passiert mit meinem Körper. Wann sieht man wohl die ersten Anzeichen. All das, worüber werdende Mamis reden und werdende Mamis oder bereits Mamis - das sind hier alle weiblichen Wesen - nur ich nicht... Nach einiger Zeit kann ich auch da kein Interesse mehr heucheln und starre bedröppelt vor mich hin. Ich fühle mich gerade so, als wenn ich nicht mehr dazu gehöre. Was machen die Dates, fragt eine Freundin und reisst mich damit aus meinen Gedanken. Es gibt keine mehr, winke ich ab. Ich will darüber jetzt nicht reden. Ich will bei dieser ganzen Happy-Family-Story jetzt nicht der sein, der das nicht geschafft hat. Der, über den gelacht wird... Und sie lachen laut. Los, erzähl, sagt sie, hast du wieder solche Idioten getroffen. Ich schüttele mit dem Kopf. Ich hab keine lustigen Geschichten mehr. Man hört an ihrer Stimme, dass sie nur was zum drüber lustig machen sucht und ich will nicht derjenige sein, auf dessen Kosten das jetzt geht. Mich macht das nur noch traurig. Ich bin froh, dass wir mit Raclette anfangen. Nach drei Pfännchen ist Schluß und ich stochere in den Resten auf dem Teller rum. Iss noch was, sagt ein Kumpel. Ich schüttele den Kopf: Satt, murmele ich, aber eigentlich ist mir schlecht. Schlecht von den ganzen Erinnerungen und miesen Erfahrungen, die wieder hochgekommen sind. Ich bin ja selbst Schuld, ich lasse es zu...

Nach dem Essen kommt direkt mein zweitliebstes Thema: Hast du schon mal wieder was von deinem Ex gehört? Es ist mein Ex, ich bin froh, wenn ich nichts davon höre... Ich erzähle, dass meine Mum ihn bei Aldi getroffen und ausgequetscht hat. Er würde jetzt sein Leben genießen, aber ist immer noch voll am Leben vorbei. Leben genießen bedeutet wohl mit irgendwelchen Z-Promis was zu haben und das jedem auf die Nase zu binden. Der kauft sich die Frauen mit Geld, sagte meine Mami damals, anders bekommt er keine ab. Er hatte mich, ich bin nicht stolz drauf, aber ich war verdammt noch mal nicht gekauft. Irgendwas scheint bei mir ganz furchtbar falsch zu laufen. Sei froh, dass du ihn los bist, sagt ein Kumpel, der früher super mit meinem Ex klar kam. Er habe sich noch einmal mit ihm getroffen, stolz erzählt, dass seine Frau schwanger sei und nur angewiederte Blicke geerntet und sich dann Stories anhören müssen, wie geil er sei und wen er alles hatte. Nutten zahlt man mit Geld, Frauen mit Aufmerksamkeit, denke ich. Ich bin froh als das Thema vorbei ist und noch glücklicher bin ich, dass ich da viel zu spät doch raus gekommen bin.

Alle guten Dinge sind drei, alle schlechten anscheinend auch. Und wieder suchen sie mir irgendwelche Männer, mit denen ich ja zusammensein könnte. Diesmal trifft es den Trauzeugen. Das würde dann ja auch super passen, sagt meine Freundin, beide Trauzeugen zusammen. Ich kann nicht mal mehr lächeln. Es spukt zu viel in meinem Kopf rum, aber eine Sache wiederholt sich in meinem Kopf immer wieder, lässt mich nachts immer wieder aufwachen: Der Brautstrauss soll geworfen werden und alle zerren mich auf einen Platz und ich wehre mich, weil ich die einzige bin, schreie, weine, ich will da nicht hin. Dann wache ich jedes mal auf.

Die Argumente, warum nun dieser Typ wieder der absolute Traummann für mich wäre, sind genauso bescheuert wie die Idee an sich. Er hat ein Auto, er verdient gut und er ist tierlieb. Großartig, wie viele Millionen andere Männer auch. Beifall, Mädels, so fängt man Schlampen, ich hoffe ernsthaft, dass eure Beziehungen auf anderen Säulen stehen. Ich verabschiede mich wieder in meine Gedankenwelt.... Alter wäre ja nicht so wichtig, bla bla. Sie stalken seine Facebookseite und die Fotos, die ein Kumpel von den beiden in Kourou auf Geschäftsreise gemacht hat. Eine Freundin hält mir das Handy unter die Nase: Hier, guck mal, wäre der nichts für dich? Guck mal, der ist doch gar nicht so schlecht. Ich habe schon vor langer Zeit aufgehört "gar nicht mal so schlecht" zu daten, ich will wohl fühlen, kribbeln und intensive Blicke. Ich kenne ihn live, sage ich, du brauchst mir die Bilder nicht zeigen. Oh lala ihr kennt euch, grinst sie. Er war letztens auch hier, nichts besonderes, sage ich. Ja, aber guck doch mal..., versucht sie weiter. NEIN, sage ich. Ich glaube sie hat jetzt verstanden, dass es zu weit geht. Dann gehen sie wieder in ihren Freundeskreisen alle möglichen Kandidaten durch und lachen sich halbtot, weil das wieder ein Fall für eine lustige Story wäre. Ich bin es leid und höre nicht mehr zu. Offenbar gibt es da nur noch Idioten. Ich gehöre jetzt wohl zu denen.

Ich bin froh, dass sie sich bis Mitternacht mit der Reise nach Kourou eines Kumpels und der bevorstehenden Hochzeit beschäftigen können. Ich erzähle den Abend über kaum etwas. Ich habe nichts zu erzählen, was hier irgendwen interessiert. Will keiner wissen, wo ich mit meiner Kollegin essen war oder ob wir Basketball oder Eishockey geguckt haben. Dass wir uns Disney on Ice angucken werden, wenn die das erste Mal stillen oder die ersten Tritte spüren, ist jetzt auch eher fehl am Platz zu erwähnen. Früher, da haben wir sowas alle zusammen gemacht. Da haben wir uns mit den Fächern mit denen im Stadion Lärm gemacht wird, selbst geprügelt oder ungenießbare Cocktails probiert, die unsere Freunde nach paar Promille gemixt haben und wir haben gelacht über jede Fratze, die dabei gezogen wurde. Das ist lange her.

Es ist nicht so, dass ich dieses Familiending nicht will, es hat sich nur einfach nicht ergeben und weil ich nicht in die Zukunft schauen kann, weiß ich nicht, ob ich es jemals bekomme. Möglicherweise bleiben hier Wünsche unerfüllt. Man sagt, man wäre so lange alleine bis man gelernt hätte alleine zu sein. Ich denke, ich war ziemlich gut im letzten Jahr. Mir fehlt nichts. Mir versucht nur immer wieder mein Umfeld einzureden, dass da etwas nicht stimmt. Ich hab viele neue Freunde im letzten Jahr gefunden. An mir liegt es nicht. Och, bei Shoppingqueen, sagte meine Mama, da sind die verrückten Weiber über 50 meist alle alleine. Ja, sage ich, die sind alleine, weil die Welt kaputt ist.

Es ist kurz vor Mitternacht. Bewaffnet mit Sektgläsern zählen wir den Countdown und wünschen uns ein frohes Neues. Wir wandern dieses Mal lustig um den Tisch bis wir jeden geknuddelt und mir jeder zum Geburtstag gratuliert hat. Dann stehe ich alleine da, weil die Paare sich im Arm haben und rumknutschen. Ich würde auch so gerne wissen, wie sich diese ominöse Liebe anfühlt, aber ich bin vielleicht zu sehr Kopfmensch dafür. Ich trinke mein Glas aus und gehe schon mal raus. Zwei Mädels zünden Wunderkerzen an. Eine dritte ist über. Ich warte auf N., sage ich. Als sie rauskommt, wechseln wir paar Wörter, dann hat sie wieder das Babyphone am Ohr. Unsere Wunderkerze bleibt dieses Jahr aus.

Die Mädels machen fröhlich weiter mit 4 Kilo in den ersten Wochen zugenommen. Seltsame Dinge, die Frauenärzte tun und was darf ich alles essen. Mir erscheinen die Männergeschichten gerade spannender, warum er den Corsa gegen einen Clio getauscht hat. Die Stunde Fahrt nach Hause verbringe ich in Gedanken. Verpasse ich etwas, wenn ich das nicht mitmache? Ich habe mir das früher immer gewünscht. Dieses Familienbild, toller Mann, Haus und eine niedliche Familie davor, bei der alle lächeln. Ich wollte es besser machen als meine Mama. Und alle haben immer gesagt, ich bin die erste, bei der es so weit ist. Manchmal kommt es anders als man denkt.

Meinen Geburtstag verbringe ich dieses Jahr alleine auf dem Sofa. Kein Kuchen, keine Geschenke, kein Lachen. Nicht mal meine Eltern rufen an, eine kurze Nachricht ersetzt das jetzt wohl. Ich finde das traurig. Gefühle müssen in Smilies ausgedrückt werden und weil ich wenige Smilies benutze, sagen einige zu mir, ich sei kalt, würde böse klingen. Witzig, dass sowas gerade von den Menschen kommt, denen es so schwer fällt jemanden einfach mal zu loben oder etwas positives vor anderen über jemanden zu sagen, Dabei ist es so wichtig, dass man Anerkennung bekommt. Aber hey, der Fehler liegt bei mir. Nun gut, wenn es zur Lösung eines Problems führt, dann bin ich gerne Schuld.

Ich denke den ganzen Tag mehr oder minder darüber nach, ob es irgendwen stören würde, wenn ich jetzt nicht mehr hier wäre. Nun, aktuell wohl nicht. Es ist niemand hier. Whatsappgrüße kann man in die ganze Welt schicken. Im Job bin ich ersetzbar, wie wohl jeder andere auch. Einen Partner gibt es nicht, zu Geschwistern wenig Kontakt. Es gibt einige Freunde und trotzdem fühlt es sich so an, als wenn ich hier nicht hingehöre. Ich fühle mich hier falsch. So, als wenn alle einen Level weiter wären, ich den Endgegner nicht schaffe und wir spielen nicht mehr im gleichen Team. Ich fühle mich gerade eher nach Reset und noch mal neu anfangen.