Don't compare your performance to that of anyone else. You are the standard.
KonMari
Dienstag, 5. Februar 2019
Freitag, 25. Januar 2019
Bittesehr
Aus und vorbei mit allen Wünschen und Hoffen
Alles, was ich habe ist eine Rechnung offen
Wir werden sehen, wer am Ende noch steht
Gegen das was jetzt kommt, bist du Analphabet
Du hast mich nicht verdient, da werd ich explizit
Denkst du kannst Battlerapp, doch ich mach dich fertig - auch ohne Beat
Du hälst dich für den Größsten, kannst mit der Corvette ruhig weiter angeben
Wohnst in Omis Häuschen und ausser Alkohol hast du nichts weiter im Leben
Diggi hat drei Reime und würde sie gerne schmeissen die Scheine
Sie lachen über dich - von hier bis nach Rheine
Du denkst, du battlest mich und dass du der neue Sido bist
Du bist so fame, du bist nicht mal Kreisligist
Du nennst dich (S)chabo, doch so ist es nicht
Du musst noch zur Schicht und dann puste ich dir aus das Licht
Immer wieder fluckerst du, du wärst ne gute Partie
Nicht in deinem Dorf, nicht auf dieser Welt, nicht in der ganzen Galaxie
Ob Stella, Arabella oder Mortadella
keine möchte ein Märchen mit dir wie Cinderella
Währenddessen chill ich auf ner Yacht in Marbella
Oh Bae, I am goin' to tell ya
Ich bin gefährlich, denn ich bin immer ehrlich
Ich brauch dich nicht, denn du bist entbehrlich
Hättest gerne, dass ich dein Frauchen bin
Träumen wird man dürfen, werd niemals deine Gattin
Behalt sie für dich deine dreckigen Gedanken
Dafür weise ich dich jetzt in deine Schranken
Oben ist es einsam doch hier ist nur Platz für ein'n
Ja, ich schick dich zurück auf den kalten Bordstein
Feierst dich weil Nudes auf Snapchat hast, da biste blind,
weil nicht verstehst, dass das alles nur Bitches sind
Du suchst nach Ausreden mit allen Kräften
Denn du bist zu feige mich zu treffen
Ja, so ist es, bei mir läuft's du Spast
Halt die Fresse, weil du mir nichts zu sagen hast
Und du zitterst schon ganz unterbewusst
weil du jetzt damit umgehen musst
Bleibst alleine, das bringt dich zum flennen
Keine Lady hat dich im Rennen
Lügen, Alk und Gaming sind deine Schwächen
Zudem hälst du nie ein Versprechen
Und du kannst weiter flehen,
ich hab gar keinen Bock mehr dich zu sehen
Falls es jetzt noch irgendwen wundert?!
Du bist gemein wie Zehn, ich bin gemein wie Hundert
Bevor das hier noch weiter ausartet
Sag ich es dir: die Hölle wartet
Dafür hast du schon den Fahrschein
Denn ab jetzt ficke ich dein Dasein
Könnte dich k.o. machen mit nur einem Schlag
Weil das ne Hinrichtung ist, wird heut dein Todestag
Alles, womit du dich schmückst ist Schrott
Drum gibst du dir am Ende selbst den Headshot
Alles, was ich habe ist eine Rechnung offen
Wir werden sehen, wer am Ende noch steht
Gegen das was jetzt kommt, bist du Analphabet
Du hast mich nicht verdient, da werd ich explizit
Denkst du kannst Battlerapp, doch ich mach dich fertig - auch ohne Beat
Du hälst dich für den Größsten, kannst mit der Corvette ruhig weiter angeben
Wohnst in Omis Häuschen und ausser Alkohol hast du nichts weiter im Leben
Diggi hat drei Reime und würde sie gerne schmeissen die Scheine
Sie lachen über dich - von hier bis nach Rheine
Du denkst, du battlest mich und dass du der neue Sido bist
Du bist so fame, du bist nicht mal Kreisligist
Du nennst dich (S)chabo, doch so ist es nicht
Du musst noch zur Schicht und dann puste ich dir aus das Licht
Immer wieder fluckerst du, du wärst ne gute Partie
Nicht in deinem Dorf, nicht auf dieser Welt, nicht in der ganzen Galaxie
Ob Stella, Arabella oder Mortadella
keine möchte ein Märchen mit dir wie Cinderella
Währenddessen chill ich auf ner Yacht in Marbella
Oh Bae, I am goin' to tell ya
Ich bin gefährlich, denn ich bin immer ehrlich
Ich brauch dich nicht, denn du bist entbehrlich
Hättest gerne, dass ich dein Frauchen bin
Träumen wird man dürfen, werd niemals deine Gattin
Behalt sie für dich deine dreckigen Gedanken
Dafür weise ich dich jetzt in deine Schranken
Oben ist es einsam doch hier ist nur Platz für ein'n
Ja, ich schick dich zurück auf den kalten Bordstein
Feierst dich weil Nudes auf Snapchat hast, da biste blind,
weil nicht verstehst, dass das alles nur Bitches sind
Du suchst nach Ausreden mit allen Kräften
Denn du bist zu feige mich zu treffen
Ja, so ist es, bei mir läuft's du Spast
Halt die Fresse, weil du mir nichts zu sagen hast
Und du zitterst schon ganz unterbewusst
weil du jetzt damit umgehen musst
Bleibst alleine, das bringt dich zum flennen
Keine Lady hat dich im Rennen
Lügen, Alk und Gaming sind deine Schwächen
Zudem hälst du nie ein Versprechen
Und du kannst weiter flehen,
ich hab gar keinen Bock mehr dich zu sehen
Falls es jetzt noch irgendwen wundert?!
Du bist gemein wie Zehn, ich bin gemein wie Hundert
Bevor das hier noch weiter ausartet
Sag ich es dir: die Hölle wartet
Dafür hast du schon den Fahrschein
Denn ab jetzt ficke ich dein Dasein
Könnte dich k.o. machen mit nur einem Schlag
Weil das ne Hinrichtung ist, wird heut dein Todestag
Alles, womit du dich schmückst ist Schrott
Drum gibst du dir am Ende selbst den Headshot
Donnerstag, 24. Januar 2019
Ich will unbedingt zu dir in die Hauptstadt...
Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wie das angefangen hat. Ich lag bei meiner Mama auf dem Sofa, das weiss ich noch, und wir haben Shopping Queen geschaut so wie jeden Freitag. Du hast mich angeschrieben, so wie viele andere auch. A..., 36, aus Berlin... mit Fakenamen und nichtssagenden Profilbildern. Du würdest jetzt Sachen packen und zu deinen Eltern fahren. Okay, was interessiert mich das, habe ich damals gedacht...?!? Aber ich habe dir immer wieder geantwortet. Mir hat deine freche Art gefallen und so haben wir uns den ganzen Nachmittag unterhalten bis spät in die Nacht, den Samstag bis du auf einmal fragst, ob wir uns nicht treffen wollen. Treffen? Berlin? Ich verstehe nicht ganz... Du schickst ganz viele Grinsegesichter, deine Eltern wohnen in meiner Gegend.
Das geht mir eigentlich zu schnell, aber ich lasse mich zum spazieren gehen im Park überreden. Es ist Frühling, draussen ist es noch etwas kühl aber die Sonne scheint. Du redest die meiste Zeit, wir laufen an unserer alten Schule vorbei und gucken neugierig in die Fenster, erzählen, wie es früher war. Noch eine rauchen, sagst du, dann muss ich weiter an die Schlachte, treffe mich mit paar Ehemaligen dort. Wir setzen uns auf eine Bank. Ich merke, wie du mich von oben bis unten musterst. Du rückst näher an mich ran. Ich hab bis jetzt immer noch das unschuldige Blödchen gespielt. Irgendwie läuft die Masche bei dir und ich muss nichts über mich preisgeben. Du rückst noch weiter an mich ran. Ich will dich küssen, flüsterst du. Versuch es, antworte ich und dann küsst er mich. Kurz darauf trennen sich unsere Wege. Er muss gerade an der Schlachte angekommen sein, da meldest er sich schon wieder und erzählt mir haarklein, was er alles mit mir anstellen will. Dazu kommt es aber nicht. Am nächsten Morgen geht es zurück nach Berlin.
Ich höre eine ganze Weile nichts von dir. Dann bist du plötzlich wieder in der Gegend. Deinem Vater geht es nicht gut, man hat Krebs festgestellt. Ich versuche dich ein bisschen aufzuheitern. Erzähle von meiner Mama. Wir haben ähnliche Schicksale. Du versuchst noch mal dein Glück mit einem Treffen aber ich habe an diesem Wochenende bereits ein Date und gegen den kommt zu dem Zeitpunkt keiner an.
Wieder vergehen Monate ohne jeglichen Kontakt. Ich lösche irgendwann die Unterhaltung. Dich werde ich wohl nie wieder lesen, denke ich. Es ist mittlerweile Weihnachten und ich sitze alleine auf dem Sofa. Das ist das erste Weihnachten alleine seit über 12 Jahren. Es fühlt sich komisch an. Da bist du wieder. Du wolltest mir frohe Weihnachten wünschen und ab dem Zeitpunkt schreiben wir wieder jeden Tag. Mich deprimiert das alleine sein zunehmend und das lasse ich in dem Moment leider sehr raushängen. Du erzählst mir, du seist ein Arschloch, denn du hättest noch nie einer Frau einen Blumenstrauss oder einen Ring geschenkt und du bist schonungslos ehrlich und dann tröstest du mich, baust mich auf, hörst dir mein ganzes Gejammer an und sagst mir die Meinung, wenn es Not tut. Ich habe das Arschloch noch nicht gefunden, denn das was du gerade tust, ist viel besser als Blumen und wertvoller als jeder Ring. Vielleicht hast du auch einfach die Frau noch nicht getroffen, für die du all das tust, was du bis jetzt nicht für nötig gehalten hast. Was glaubst du, warum ich dich immer wieder anschreibe, fragst du irgendwann, ich fand dich von Anfang an toll, wie du gelächelt hast in deiner dicken Winterjacke. Wir schaffen es diesmal wieder nicht zu einem Treffen. Du denkst, ich sei im Moment zu labil um einfach nur ein paar schöne Stunden miteinander zu verbringen. Ich sehne mich unheimlich nach Nähe.
Paar Wochen später haben wir nach unheimlichem Kaspertheater meinerseits endlich ein Treffen zum Kaffee trinken. Ich trinke nicht mal Kaffee. Als ich dir die Tür öffne, ist das erste, was ich spüre deine Lippen auf meinen und es fühlt sich immer noch so gut an wie beim ersten Mal. Du bekommst deinen Kaffee, wir sitzen ganz brav auf dem Sofa und labern über dies und das, hören Musik. Ich merke die ganze Zeit, wie du mich wieder musterst, bei jedem Schritt den ich mache. Eigentlich wolltest du schon lange gefahren sein. Ich lege meinen Kopf auf deinen Schoß, du kraulst meinen Rücken. Wir wollen beide nicht, dass du gehst. Irgenwann musst du. Mutti braucht deine Hilfe. Du hast versprochen die Wäsche zu machen. Wir küssen uns leidenschaftlich zum Abschied. Ich spüre wie deine Hände über meinen Körper wandern. Dann fällt die Tür ins Schloss.
Wieder vergehen Monate. Dann kommt die nächste Nachricht. Ich hätte dir noch einen Kaffee versprochen. Den holst du dir heute. Noch stehst du im Stau aber noch bevor ich bereit dafür bin klingelt es an der Haustür. Du drückst mich gegen den Türrahmen. Ich will dich, flüstert du. Ich stotterte irgendwas vor mich hin. Wir setzen uns. So unbeteiligt, gleichgültig, wie das gerade jetzt eben geht. Du stehst auf, schaust mich an, beugst dich über mich, küsst mich, streichelst mich. Ich fühl mich unheimlich wohl bei dir. Kopf aus und ich krall mich an dir fest. Als du aufstehst, stotterst du Minutenlang immer wieder das gleiche Wort. "Ay Caramba" Ich muss kichern. Hätte nicht gedacht, dass es so matched. Nicht beim ersten Mal. Eigentlich nie. Ich hatte eher Angst vor dir und dem, was passieren könnte. Kurze Zeit später bist du weg. Aus meiner Wohnung. Aus Deltown. Aus meinem Leben. Vorerst...
Ich krieg dich eine ganze Weile nicht aus dem Kopf. Vielleicht will ich das auch gar nicht. Mama findet dich niedlich. Wenn er das ist, dann geh, sagt sie. Ich hätte hier nichts zu verlieren. Insgeheim habe ich schon beschlossen, dass wir das Experiment wagen. Who the f*ck ist schon Berlin?!?
Du meldest dich wieder dein typisches halbes Jahr später. Du denkst an mich. Öfter. Du wärst in der Gegend. Ne ganze Woche diesmal. Jackpot, denke ich. Diesmal ist es deiner. He's completely mind-fucked. Aber das einzige, was bei der Unterhaltung fucked ist, bin ich, und zwar abgefuckt. Es fällt ein kleines Wort, was meine Pläne bröseln lässt. Fremdficken... Ich bin vergeben, schreibst du.
Die Folgetage diskutieren wir lang und breit, was Beziehung bedeutet. Sie ist nicht so hübsch wie du, tippst du, sie macht mich nicht so an im Bett. Du hast mich verarscht, antworte ich, du hast gesagt du wärest schonungslos ehrlich. Du versuchst zu versichern, dass du sie nach mir kennen gelernt hättest. Damals hätte sie nicht in deinem Leben existiert. Ich versuche als Schadenbegrenzung mein Kartenhaus wieder aufzustellen und ziehe den Zaun extra höher. Warum hat die, was mir gehört? Ich bin hübscher als sie, ich bin besser als sie, schreibe ich, aber sie ist deine Freundin... Weisst du, wenn sie die Nummer eins wäre, gäbe es diese Unterhaltung hier nicht. Damit ist für mich alles gesagt.
Ich wollte dir ne Kleinigkeit vor die Tür stellen, hab mich dann aber dagegen entschieden, schreibst du ein paar Wochen später. Ich wohne im Bermudadreieck, entgegne ich, da steht nichts länger als ein paar Minuten. Du sollst deinen Prinzipien nicht untreu werden... Sollte, antwortest du. Wenn man in einer Beziehung ist, fragst du weiter, darf man sich dann in jemand anderes verknallen? Wenn das passiert, sage ich, bin ich in keiner Beziehung mehr. Fremdgehen fängt im Kopf an. Ich mag unsere Unterhaltungen immer noch. Ich mag es, dass ich sagen kann, was ich denke ohne ein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen. Ich dachte, du stehst auch auf guten Sex, schreibst du irgendwann. Ihr würdet euch beide anderweitig vergnügen. Das ist nichts für mich und ich weiss nicht, wie sehr das dieses Mal gelogen ist. "Deshalb steht in meinem Profil ja auch an erster Stelle, dass nur was festes suche, quake ich weiter, damit meine ich natürlich Schwänze. Ist klar. Kann man schon mal falsch verstehen. (...) Anscheinend kann dich irgendeine berliner Tussi besser vögeln als ich. Möge die bessere gewinnen" Ich kann von niemandem die Einstellung ändern, das habe ich die letzten Monate lernen müssen, mehrfach, auch wenn ich so sehr will. Er meldet sich seitdem fast täglich.
Männer trennen sich nicht so einfach, schreibt ein Bekannter, aus Gewohnheit. Ein Mann merkt erst, wenn es zu spät ist, dass es zu spät ist. Das heisst dann wohl aufgeben für mich. Ich zerstöre keine Beziehungen, nicht bewusst kalkuliert zumindest aber ich bin es leid gegen Windmühlen zu kämpfen.
Youtube springt in dem Moment auf das nächste Lied um: Sido...
"Steig ein!
Ich will dir was zeigen
Der Platz an dem sich meine Leute rumtreiben:
Hohe Häuser - dicke Luft - ein paar Bäume -
Ich will dir was zeigen
Der Platz an dem sich meine Leute rumtreiben:
Hohe Häuser - dicke Luft - ein paar Bäume -
Menschen auf Drogen, hier platzen Träume
Wir hier im Viertel kommen klar mit diesem Leben
Ich hab alle meine Freunde aus dieser Gegend
Hab doch keine Angst vor dem Typen mit dem Schlagring
Er ist zwar 'n bisschen verrückt doch ich mag ihn
Ich kann verstehn', dass du dich hier nicht so wohl fühlst
Dass du viel lieber zu Hause im Kohl wühlst
Du sitzt lieber an nem gutgedeckten Tisch
Dann merkst du ganz schnell, Berlin ist nix für dich!"
Wir hier im Viertel kommen klar mit diesem Leben
Ich hab alle meine Freunde aus dieser Gegend
Hab doch keine Angst vor dem Typen mit dem Schlagring
Er ist zwar 'n bisschen verrückt doch ich mag ihn
Ich kann verstehn', dass du dich hier nicht so wohl fühlst
Dass du viel lieber zu Hause im Kohl wühlst
Du sitzt lieber an nem gutgedeckten Tisch
Dann merkst du ganz schnell, Berlin ist nix für dich!"
Montag, 21. Januar 2019
I am 34 now...
Es piept noch zwei Mal in der Leitung bevor sich eine schwache Stimme meldet. "JA?" Ich erkenne sie nicht mehr. Die klingt wie auf Drogen gesetzt. Vermutlich ist sie das auch wegen der Schmerzen. Sie spricht nicht sauber, erzählt leise und ich habe Probleme ihr im verwirrenden Zustand zu folgen. Sie erzählt mir immer wieder, dass es bald vorbei sein könnte, springt ständig zwischen den Themen, es geht ja so schnell, es geht ihr so schlecht heute. Ich sehe im Spiegel vor mir, wie de Tränen laufen. Du darfst jetzt nicht weinen, denke ich. Einer muss stark bleiben. Du kommst da wieder raus, Mama, ok? Und wenn du etwas brauchst, dann meldest du dich! Ich brauche dich noch.
Erst war alles gut und auf einmal war es böse. Ich schlucke, als ich aufgelegt habe, doch es kommen keine Tränen. Ein Kumpel schreibt in dem Moment. "ich glaub meine Mama muss sterben und alles, was die fragt, ist, ob ich jemanden kennen gelernt habe" antworte ich und dann stottere ich absolut sinnloses Zeug vor mich hin. "sie sorgt sich um dich" antwortet er. Sie sollte sich jetzt mehr um sich selbst sorgen, denke ich. Sie sollte all ihre Kraft zusammen nehmen um zu überleben, denn ich brauche sie noch. Ich bin immer für uns beide stark gewesen, jetzt muss sie mitmachen. Wir haben das so oft geübt.
Manchmal ist das Leben rückwirkend betrachtet ein Film, der schon viele Hinweise gibt. Hinweise, dass mit mir etwas nicht stimmt, Hinweise, dass da noch weiteres folgt. Vielleicht war auch das letzte Wochenende, dass ich kotzend im Bad verbracht habe ein Hinweis, dass etwas rauskommen soll, was ich vorher nicht wusste. Sorry für das ekelhafte Bild aber das Leben schreibt zu wenige schöne Geschichten.
Ich habe nur diese eine Familie und ich will, dass sie weiter besteht. Ich möchte, dass sie weiter hin "Oh nee, du schon wieder" sagt, wenn ich vorbei komme oder, dass sie mir erzählt, dass ich ihr die Haare vom Kopf fresse. Sie kann mich dissen, fertig machen und auf mir rumhacken, ich kann das ab, aber sie soll verdammt noch mal da bleiben.
Alle meine Freunde haben mittlerweile ihre eigenen Familien, ein Zuhause und ich stehe da mit nichts. Wie versagen fühlt sich das in den schlimmsten Zeiten an. Familie, das ist so ein schönes und gleichzeitig so grausames Wort. Ein Wunsch, den ich habe, seit ich klein bin und mit Puppen gespielt habe. Barbie, Ken und Shelly. Es gab nie die Option von alleine sein und es gab nie einen Plan B. Ich möchte irgendwann einmal eine Familie und ich will es besser machen als meine Eltern es gemacht haben. Ohne Alkohol, Gewalt, ohne Schreien und Schimpfen, ohne alleine sein oder gelassen werden. Ich möchte es besser machen, anders. Aber ich bekomme nicht die Chance dazu und ich kann das nicht erzwingen. Ich habe mir den Arsch aufgerissen für Menschen, die es nicht wert waren um deren Wünsche zu erfüllen, die sie nicht verdient haben. Gedankt hat es keiner, aber alle haben sie genommen.
Ich weiss nicht, was Liebe ist, ich habe nie wirklich geliebt, ich kann nicht nachvollziehen, wie es ist jemanden wirklich zu vermissen. Ich weiss nicht, was diese Schmetterlinge sind, von denen alle sprechen. Ich kann dieses loslassen nciht, weil ich Angst vor dem Aufprall habe. Aber ich kann euch viele Geschichten darüber erzählen, wie man jemanden kennen lernt, anfängt ihn zu mögen und dann mit Anlauf eins in die Fresse bekommt. Sei es die Ex-Freundin, Verarschung, Desinteresse. Whatever... Ich habe mittlerweile alle Lügen gehört oder gelesen. Und weil ich meinen Glauben an das Gute im Menschen nicht verliere, falle ich immer wieder drauf rein. Die Tragik an der Geschichte? Meine längste Date-Reihe hatte ich mit jemanden, der mich nur im Bett wollte. Traurig, aber wahr...
Ob ich nun heule oder lächel, das Leben geht weiter... Ich wüsste nur gerne, wann ich endlich genug auf die Fresse bekommen habe um auch mal ein bisschen Glück zu haben, wenigstens ein kleines bisschen, damit ich weiss, dass es sich immer wieder lohnt aufzustehen.
Für alle Schwarzmaler: Ja, ich male tiefschwarz, damit man mir zuhört. Ich kann den Teufel heraufbeschwören mit wenigen Wörtern, aber das ist alles nur dramatisiert, damit ich mich danach besser fühle, Self-therapy! Danke fürs Zuhören, Nobody.
I am 34 now... ich weiss nicht, was Liebe ist, habe keinen meiner Wünsche erreicht, führe ein 0-8-15-Leben, bin nicht sonderlich hübsch oder besitze viel. Aber ich lächel einfach weiter... Das können sie mir nicht kaputt machen!
Theree month to go... - here we go
********************************************************************************
THIS ONE IS DEDICATED TO HASI
********************************************************************************
Dankeschön :*
Erst war alles gut und auf einmal war es böse. Ich schlucke, als ich aufgelegt habe, doch es kommen keine Tränen. Ein Kumpel schreibt in dem Moment. "ich glaub meine Mama muss sterben und alles, was die fragt, ist, ob ich jemanden kennen gelernt habe" antworte ich und dann stottere ich absolut sinnloses Zeug vor mich hin. "sie sorgt sich um dich" antwortet er. Sie sollte sich jetzt mehr um sich selbst sorgen, denke ich. Sie sollte all ihre Kraft zusammen nehmen um zu überleben, denn ich brauche sie noch. Ich bin immer für uns beide stark gewesen, jetzt muss sie mitmachen. Wir haben das so oft geübt.
Manchmal ist das Leben rückwirkend betrachtet ein Film, der schon viele Hinweise gibt. Hinweise, dass mit mir etwas nicht stimmt, Hinweise, dass da noch weiteres folgt. Vielleicht war auch das letzte Wochenende, dass ich kotzend im Bad verbracht habe ein Hinweis, dass etwas rauskommen soll, was ich vorher nicht wusste. Sorry für das ekelhafte Bild aber das Leben schreibt zu wenige schöne Geschichten.
Ich habe nur diese eine Familie und ich will, dass sie weiter besteht. Ich möchte, dass sie weiter hin "Oh nee, du schon wieder" sagt, wenn ich vorbei komme oder, dass sie mir erzählt, dass ich ihr die Haare vom Kopf fresse. Sie kann mich dissen, fertig machen und auf mir rumhacken, ich kann das ab, aber sie soll verdammt noch mal da bleiben.
Alle meine Freunde haben mittlerweile ihre eigenen Familien, ein Zuhause und ich stehe da mit nichts. Wie versagen fühlt sich das in den schlimmsten Zeiten an. Familie, das ist so ein schönes und gleichzeitig so grausames Wort. Ein Wunsch, den ich habe, seit ich klein bin und mit Puppen gespielt habe. Barbie, Ken und Shelly. Es gab nie die Option von alleine sein und es gab nie einen Plan B. Ich möchte irgendwann einmal eine Familie und ich will es besser machen als meine Eltern es gemacht haben. Ohne Alkohol, Gewalt, ohne Schreien und Schimpfen, ohne alleine sein oder gelassen werden. Ich möchte es besser machen, anders. Aber ich bekomme nicht die Chance dazu und ich kann das nicht erzwingen. Ich habe mir den Arsch aufgerissen für Menschen, die es nicht wert waren um deren Wünsche zu erfüllen, die sie nicht verdient haben. Gedankt hat es keiner, aber alle haben sie genommen.
Ich weiss nicht, was Liebe ist, ich habe nie wirklich geliebt, ich kann nicht nachvollziehen, wie es ist jemanden wirklich zu vermissen. Ich weiss nicht, was diese Schmetterlinge sind, von denen alle sprechen. Ich kann dieses loslassen nciht, weil ich Angst vor dem Aufprall habe. Aber ich kann euch viele Geschichten darüber erzählen, wie man jemanden kennen lernt, anfängt ihn zu mögen und dann mit Anlauf eins in die Fresse bekommt. Sei es die Ex-Freundin, Verarschung, Desinteresse. Whatever... Ich habe mittlerweile alle Lügen gehört oder gelesen. Und weil ich meinen Glauben an das Gute im Menschen nicht verliere, falle ich immer wieder drauf rein. Die Tragik an der Geschichte? Meine längste Date-Reihe hatte ich mit jemanden, der mich nur im Bett wollte. Traurig, aber wahr...
Ob ich nun heule oder lächel, das Leben geht weiter... Ich wüsste nur gerne, wann ich endlich genug auf die Fresse bekommen habe um auch mal ein bisschen Glück zu haben, wenigstens ein kleines bisschen, damit ich weiss, dass es sich immer wieder lohnt aufzustehen.
Für alle Schwarzmaler: Ja, ich male tiefschwarz, damit man mir zuhört. Ich kann den Teufel heraufbeschwören mit wenigen Wörtern, aber das ist alles nur dramatisiert, damit ich mich danach besser fühle, Self-therapy! Danke fürs Zuhören, Nobody.
I am 34 now... ich weiss nicht, was Liebe ist, habe keinen meiner Wünsche erreicht, führe ein 0-8-15-Leben, bin nicht sonderlich hübsch oder besitze viel. Aber ich lächel einfach weiter... Das können sie mir nicht kaputt machen!
Theree month to go... - here we go
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THIS ONE IS DEDICATED TO HASI
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Dankeschön :*
Samstag, 5. Januar 2019
Happy new Desaster
Im Sommer sind wir zu dritt, sagt sie und dann gratulieren alle. Glückwunsch, murmele auch ich und versuche dabei möglichst glücklich grinsend auszusehen. Eigentlich kämpfe ich gerade mit den Tränen. Dann geht es auch schon los: Schwangerschaftsübelkeit, Schmerzen, Zunehmen, was passiert mit meinem Körper. Wann sieht man wohl die ersten Anzeichen. All das, worüber werdende Mamis reden und werdende Mamis oder bereits Mamis - das sind hier alle weiblichen Wesen - nur ich nicht... Nach einiger Zeit kann ich auch da kein Interesse mehr heucheln und starre bedröppelt vor mich hin. Ich fühle mich gerade so, als wenn ich nicht mehr dazu gehöre. Was machen die Dates, fragt eine Freundin und reisst mich damit aus meinen Gedanken. Es gibt keine mehr, winke ich ab. Ich will darüber jetzt nicht reden. Ich will bei dieser ganzen Happy-Family-Story jetzt nicht der sein, der das nicht geschafft hat. Der, über den gelacht wird... Und sie lachen laut. Los, erzähl, sagt sie, hast du wieder solche Idioten getroffen. Ich schüttele mit dem Kopf. Ich hab keine lustigen Geschichten mehr. Man hört an ihrer Stimme, dass sie nur was zum drüber lustig machen sucht und ich will nicht derjenige sein, auf dessen Kosten das jetzt geht. Mich macht das nur noch traurig. Ich bin froh, dass wir mit Raclette anfangen. Nach drei Pfännchen ist Schluß und ich stochere in den Resten auf dem Teller rum. Iss noch was, sagt ein Kumpel. Ich schüttele den Kopf: Satt, murmele ich, aber eigentlich ist mir schlecht. Schlecht von den ganzen Erinnerungen und miesen Erfahrungen, die wieder hochgekommen sind. Ich bin ja selbst Schuld, ich lasse es zu...
Nach dem Essen kommt direkt mein zweitliebstes Thema: Hast du schon mal wieder was von deinem Ex gehört? Es ist mein Ex, ich bin froh, wenn ich nichts davon höre... Ich erzähle, dass meine Mum ihn bei Aldi getroffen und ausgequetscht hat. Er würde jetzt sein Leben genießen, aber ist immer noch voll am Leben vorbei. Leben genießen bedeutet wohl mit irgendwelchen Z-Promis was zu haben und das jedem auf die Nase zu binden. Der kauft sich die Frauen mit Geld, sagte meine Mami damals, anders bekommt er keine ab. Er hatte mich, ich bin nicht stolz drauf, aber ich war verdammt noch mal nicht gekauft. Irgendwas scheint bei mir ganz furchtbar falsch zu laufen. Sei froh, dass du ihn los bist, sagt ein Kumpel, der früher super mit meinem Ex klar kam. Er habe sich noch einmal mit ihm getroffen, stolz erzählt, dass seine Frau schwanger sei und nur angewiederte Blicke geerntet und sich dann Stories anhören müssen, wie geil er sei und wen er alles hatte. Nutten zahlt man mit Geld, Frauen mit Aufmerksamkeit, denke ich. Ich bin froh als das Thema vorbei ist und noch glücklicher bin ich, dass ich da viel zu spät doch raus gekommen bin.
Alle guten Dinge sind drei, alle schlechten anscheinend auch. Und wieder suchen sie mir irgendwelche Männer, mit denen ich ja zusammensein könnte. Diesmal trifft es den Trauzeugen. Das würde dann ja auch super passen, sagt meine Freundin, beide Trauzeugen zusammen. Ich kann nicht mal mehr lächeln. Es spukt zu viel in meinem Kopf rum, aber eine Sache wiederholt sich in meinem Kopf immer wieder, lässt mich nachts immer wieder aufwachen: Der Brautstrauss soll geworfen werden und alle zerren mich auf einen Platz und ich wehre mich, weil ich die einzige bin, schreie, weine, ich will da nicht hin. Dann wache ich jedes mal auf.
Die Argumente, warum nun dieser Typ wieder der absolute Traummann für mich wäre, sind genauso bescheuert wie die Idee an sich. Er hat ein Auto, er verdient gut und er ist tierlieb. Großartig, wie viele Millionen andere Männer auch. Beifall, Mädels, so fängt man Schlampen, ich hoffe ernsthaft, dass eure Beziehungen auf anderen Säulen stehen. Ich verabschiede mich wieder in meine Gedankenwelt.... Alter wäre ja nicht so wichtig, bla bla. Sie stalken seine Facebookseite und die Fotos, die ein Kumpel von den beiden in Kourou auf Geschäftsreise gemacht hat. Eine Freundin hält mir das Handy unter die Nase: Hier, guck mal, wäre der nichts für dich? Guck mal, der ist doch gar nicht so schlecht. Ich habe schon vor langer Zeit aufgehört "gar nicht mal so schlecht" zu daten, ich will wohl fühlen, kribbeln und intensive Blicke. Ich kenne ihn live, sage ich, du brauchst mir die Bilder nicht zeigen. Oh lala ihr kennt euch, grinst sie. Er war letztens auch hier, nichts besonderes, sage ich. Ja, aber guck doch mal..., versucht sie weiter. NEIN, sage ich. Ich glaube sie hat jetzt verstanden, dass es zu weit geht. Dann gehen sie wieder in ihren Freundeskreisen alle möglichen Kandidaten durch und lachen sich halbtot, weil das wieder ein Fall für eine lustige Story wäre. Ich bin es leid und höre nicht mehr zu. Offenbar gibt es da nur noch Idioten. Ich gehöre jetzt wohl zu denen.
Ich bin froh, dass sie sich bis Mitternacht mit der Reise nach Kourou eines Kumpels und der bevorstehenden Hochzeit beschäftigen können. Ich erzähle den Abend über kaum etwas. Ich habe nichts zu erzählen, was hier irgendwen interessiert. Will keiner wissen, wo ich mit meiner Kollegin essen war oder ob wir Basketball oder Eishockey geguckt haben. Dass wir uns Disney on Ice angucken werden, wenn die das erste Mal stillen oder die ersten Tritte spüren, ist jetzt auch eher fehl am Platz zu erwähnen. Früher, da haben wir sowas alle zusammen gemacht. Da haben wir uns mit den Fächern mit denen im Stadion Lärm gemacht wird, selbst geprügelt oder ungenießbare Cocktails probiert, die unsere Freunde nach paar Promille gemixt haben und wir haben gelacht über jede Fratze, die dabei gezogen wurde. Das ist lange her.
Es ist nicht so, dass ich dieses Familiending nicht will, es hat sich nur einfach nicht ergeben und weil ich nicht in die Zukunft schauen kann, weiß ich nicht, ob ich es jemals bekomme. Möglicherweise bleiben hier Wünsche unerfüllt. Man sagt, man wäre so lange alleine bis man gelernt hätte alleine zu sein. Ich denke, ich war ziemlich gut im letzten Jahr. Mir fehlt nichts. Mir versucht nur immer wieder mein Umfeld einzureden, dass da etwas nicht stimmt. Ich hab viele neue Freunde im letzten Jahr gefunden. An mir liegt es nicht. Och, bei Shoppingqueen, sagte meine Mama, da sind die verrückten Weiber über 50 meist alle alleine. Ja, sage ich, die sind alleine, weil die Welt kaputt ist.
Es ist kurz vor Mitternacht. Bewaffnet mit Sektgläsern zählen wir den Countdown und wünschen uns ein frohes Neues. Wir wandern dieses Mal lustig um den Tisch bis wir jeden geknuddelt und mir jeder zum Geburtstag gratuliert hat. Dann stehe ich alleine da, weil die Paare sich im Arm haben und rumknutschen. Ich würde auch so gerne wissen, wie sich diese ominöse Liebe anfühlt, aber ich bin vielleicht zu sehr Kopfmensch dafür. Ich trinke mein Glas aus und gehe schon mal raus. Zwei Mädels zünden Wunderkerzen an. Eine dritte ist über. Ich warte auf N., sage ich. Als sie rauskommt, wechseln wir paar Wörter, dann hat sie wieder das Babyphone am Ohr. Unsere Wunderkerze bleibt dieses Jahr aus.
Die Mädels machen fröhlich weiter mit 4 Kilo in den ersten Wochen zugenommen. Seltsame Dinge, die Frauenärzte tun und was darf ich alles essen. Mir erscheinen die Männergeschichten gerade spannender, warum er den Corsa gegen einen Clio getauscht hat. Die Stunde Fahrt nach Hause verbringe ich in Gedanken. Verpasse ich etwas, wenn ich das nicht mitmache? Ich habe mir das früher immer gewünscht. Dieses Familienbild, toller Mann, Haus und eine niedliche Familie davor, bei der alle lächeln. Ich wollte es besser machen als meine Mama. Und alle haben immer gesagt, ich bin die erste, bei der es so weit ist. Manchmal kommt es anders als man denkt.
Meinen Geburtstag verbringe ich dieses Jahr alleine auf dem Sofa. Kein Kuchen, keine Geschenke, kein Lachen. Nicht mal meine Eltern rufen an, eine kurze Nachricht ersetzt das jetzt wohl. Ich finde das traurig. Gefühle müssen in Smilies ausgedrückt werden und weil ich wenige Smilies benutze, sagen einige zu mir, ich sei kalt, würde böse klingen. Witzig, dass sowas gerade von den Menschen kommt, denen es so schwer fällt jemanden einfach mal zu loben oder etwas positives vor anderen über jemanden zu sagen, Dabei ist es so wichtig, dass man Anerkennung bekommt. Aber hey, der Fehler liegt bei mir. Nun gut, wenn es zur Lösung eines Problems führt, dann bin ich gerne Schuld.
Ich denke den ganzen Tag mehr oder minder darüber nach, ob es irgendwen stören würde, wenn ich jetzt nicht mehr hier wäre. Nun, aktuell wohl nicht. Es ist niemand hier. Whatsappgrüße kann man in die ganze Welt schicken. Im Job bin ich ersetzbar, wie wohl jeder andere auch. Einen Partner gibt es nicht, zu Geschwistern wenig Kontakt. Es gibt einige Freunde und trotzdem fühlt es sich so an, als wenn ich hier nicht hingehöre. Ich fühle mich hier falsch. So, als wenn alle einen Level weiter wären, ich den Endgegner nicht schaffe und wir spielen nicht mehr im gleichen Team. Ich fühle mich gerade eher nach Reset und noch mal neu anfangen.
Nach dem Essen kommt direkt mein zweitliebstes Thema: Hast du schon mal wieder was von deinem Ex gehört? Es ist mein Ex, ich bin froh, wenn ich nichts davon höre... Ich erzähle, dass meine Mum ihn bei Aldi getroffen und ausgequetscht hat. Er würde jetzt sein Leben genießen, aber ist immer noch voll am Leben vorbei. Leben genießen bedeutet wohl mit irgendwelchen Z-Promis was zu haben und das jedem auf die Nase zu binden. Der kauft sich die Frauen mit Geld, sagte meine Mami damals, anders bekommt er keine ab. Er hatte mich, ich bin nicht stolz drauf, aber ich war verdammt noch mal nicht gekauft. Irgendwas scheint bei mir ganz furchtbar falsch zu laufen. Sei froh, dass du ihn los bist, sagt ein Kumpel, der früher super mit meinem Ex klar kam. Er habe sich noch einmal mit ihm getroffen, stolz erzählt, dass seine Frau schwanger sei und nur angewiederte Blicke geerntet und sich dann Stories anhören müssen, wie geil er sei und wen er alles hatte. Nutten zahlt man mit Geld, Frauen mit Aufmerksamkeit, denke ich. Ich bin froh als das Thema vorbei ist und noch glücklicher bin ich, dass ich da viel zu spät doch raus gekommen bin.
Alle guten Dinge sind drei, alle schlechten anscheinend auch. Und wieder suchen sie mir irgendwelche Männer, mit denen ich ja zusammensein könnte. Diesmal trifft es den Trauzeugen. Das würde dann ja auch super passen, sagt meine Freundin, beide Trauzeugen zusammen. Ich kann nicht mal mehr lächeln. Es spukt zu viel in meinem Kopf rum, aber eine Sache wiederholt sich in meinem Kopf immer wieder, lässt mich nachts immer wieder aufwachen: Der Brautstrauss soll geworfen werden und alle zerren mich auf einen Platz und ich wehre mich, weil ich die einzige bin, schreie, weine, ich will da nicht hin. Dann wache ich jedes mal auf.
Die Argumente, warum nun dieser Typ wieder der absolute Traummann für mich wäre, sind genauso bescheuert wie die Idee an sich. Er hat ein Auto, er verdient gut und er ist tierlieb. Großartig, wie viele Millionen andere Männer auch. Beifall, Mädels, so fängt man Schlampen, ich hoffe ernsthaft, dass eure Beziehungen auf anderen Säulen stehen. Ich verabschiede mich wieder in meine Gedankenwelt.... Alter wäre ja nicht so wichtig, bla bla. Sie stalken seine Facebookseite und die Fotos, die ein Kumpel von den beiden in Kourou auf Geschäftsreise gemacht hat. Eine Freundin hält mir das Handy unter die Nase: Hier, guck mal, wäre der nichts für dich? Guck mal, der ist doch gar nicht so schlecht. Ich habe schon vor langer Zeit aufgehört "gar nicht mal so schlecht" zu daten, ich will wohl fühlen, kribbeln und intensive Blicke. Ich kenne ihn live, sage ich, du brauchst mir die Bilder nicht zeigen. Oh lala ihr kennt euch, grinst sie. Er war letztens auch hier, nichts besonderes, sage ich. Ja, aber guck doch mal..., versucht sie weiter. NEIN, sage ich. Ich glaube sie hat jetzt verstanden, dass es zu weit geht. Dann gehen sie wieder in ihren Freundeskreisen alle möglichen Kandidaten durch und lachen sich halbtot, weil das wieder ein Fall für eine lustige Story wäre. Ich bin es leid und höre nicht mehr zu. Offenbar gibt es da nur noch Idioten. Ich gehöre jetzt wohl zu denen.
Ich bin froh, dass sie sich bis Mitternacht mit der Reise nach Kourou eines Kumpels und der bevorstehenden Hochzeit beschäftigen können. Ich erzähle den Abend über kaum etwas. Ich habe nichts zu erzählen, was hier irgendwen interessiert. Will keiner wissen, wo ich mit meiner Kollegin essen war oder ob wir Basketball oder Eishockey geguckt haben. Dass wir uns Disney on Ice angucken werden, wenn die das erste Mal stillen oder die ersten Tritte spüren, ist jetzt auch eher fehl am Platz zu erwähnen. Früher, da haben wir sowas alle zusammen gemacht. Da haben wir uns mit den Fächern mit denen im Stadion Lärm gemacht wird, selbst geprügelt oder ungenießbare Cocktails probiert, die unsere Freunde nach paar Promille gemixt haben und wir haben gelacht über jede Fratze, die dabei gezogen wurde. Das ist lange her.
Es ist nicht so, dass ich dieses Familiending nicht will, es hat sich nur einfach nicht ergeben und weil ich nicht in die Zukunft schauen kann, weiß ich nicht, ob ich es jemals bekomme. Möglicherweise bleiben hier Wünsche unerfüllt. Man sagt, man wäre so lange alleine bis man gelernt hätte alleine zu sein. Ich denke, ich war ziemlich gut im letzten Jahr. Mir fehlt nichts. Mir versucht nur immer wieder mein Umfeld einzureden, dass da etwas nicht stimmt. Ich hab viele neue Freunde im letzten Jahr gefunden. An mir liegt es nicht. Och, bei Shoppingqueen, sagte meine Mama, da sind die verrückten Weiber über 50 meist alle alleine. Ja, sage ich, die sind alleine, weil die Welt kaputt ist.
Es ist kurz vor Mitternacht. Bewaffnet mit Sektgläsern zählen wir den Countdown und wünschen uns ein frohes Neues. Wir wandern dieses Mal lustig um den Tisch bis wir jeden geknuddelt und mir jeder zum Geburtstag gratuliert hat. Dann stehe ich alleine da, weil die Paare sich im Arm haben und rumknutschen. Ich würde auch so gerne wissen, wie sich diese ominöse Liebe anfühlt, aber ich bin vielleicht zu sehr Kopfmensch dafür. Ich trinke mein Glas aus und gehe schon mal raus. Zwei Mädels zünden Wunderkerzen an. Eine dritte ist über. Ich warte auf N., sage ich. Als sie rauskommt, wechseln wir paar Wörter, dann hat sie wieder das Babyphone am Ohr. Unsere Wunderkerze bleibt dieses Jahr aus.
Die Mädels machen fröhlich weiter mit 4 Kilo in den ersten Wochen zugenommen. Seltsame Dinge, die Frauenärzte tun und was darf ich alles essen. Mir erscheinen die Männergeschichten gerade spannender, warum er den Corsa gegen einen Clio getauscht hat. Die Stunde Fahrt nach Hause verbringe ich in Gedanken. Verpasse ich etwas, wenn ich das nicht mitmache? Ich habe mir das früher immer gewünscht. Dieses Familienbild, toller Mann, Haus und eine niedliche Familie davor, bei der alle lächeln. Ich wollte es besser machen als meine Mama. Und alle haben immer gesagt, ich bin die erste, bei der es so weit ist. Manchmal kommt es anders als man denkt.
Meinen Geburtstag verbringe ich dieses Jahr alleine auf dem Sofa. Kein Kuchen, keine Geschenke, kein Lachen. Nicht mal meine Eltern rufen an, eine kurze Nachricht ersetzt das jetzt wohl. Ich finde das traurig. Gefühle müssen in Smilies ausgedrückt werden und weil ich wenige Smilies benutze, sagen einige zu mir, ich sei kalt, würde böse klingen. Witzig, dass sowas gerade von den Menschen kommt, denen es so schwer fällt jemanden einfach mal zu loben oder etwas positives vor anderen über jemanden zu sagen, Dabei ist es so wichtig, dass man Anerkennung bekommt. Aber hey, der Fehler liegt bei mir. Nun gut, wenn es zur Lösung eines Problems führt, dann bin ich gerne Schuld.
Ich denke den ganzen Tag mehr oder minder darüber nach, ob es irgendwen stören würde, wenn ich jetzt nicht mehr hier wäre. Nun, aktuell wohl nicht. Es ist niemand hier. Whatsappgrüße kann man in die ganze Welt schicken. Im Job bin ich ersetzbar, wie wohl jeder andere auch. Einen Partner gibt es nicht, zu Geschwistern wenig Kontakt. Es gibt einige Freunde und trotzdem fühlt es sich so an, als wenn ich hier nicht hingehöre. Ich fühle mich hier falsch. So, als wenn alle einen Level weiter wären, ich den Endgegner nicht schaffe und wir spielen nicht mehr im gleichen Team. Ich fühle mich gerade eher nach Reset und noch mal neu anfangen.
Sonntag, 5. August 2018
Die Andere
Manchmal, wenn ich mich einsam fühle, denke ich an die schönen Momente der letzten 1,5 Jahre zurück. Umarmungen, Küsse, Erlebnisse...
Die letzte Geschichte werde ich auch nicht so schnell vergessen, aber das hat einen anderen Grund...
Ich habe alle Unterhaltungen gelöscht, deshalb weiß ich nicht mehr, wie es angefangen hat aber sicher ist, dass er mich angeschrieben hat. Wir haben uns eine Weile unterhalten, für meinen Geschmack zu schnell Nummern getauscht, aber der war irgendwie nett, mal etwas besonderes habe ich damals gedacht. Er redet viel über Geld, Sex und muss immer seinen Kopf durchdrücken. So kamen wir relativ schnell zum Telefonieren. Er wohnt nicht in meiner Gegend - eher ganz weit im Süden. Wenn wir ehrlich sind, wusste ich da schon, dass es zum scheitern verurteilt ist, aber er hat versucht es mir schön zu reden. Ich träume gerne von der großen Liebe und deshalb habe ich gedacht, gib dem mal ne Chance.
Vertrauen ist ein Problem, habe ich gesagt, ich weiß ja nicht, was du "da unten" so treibst, wenn ich nicht dabei bin. Er würde ja so viel arbeiten, betreut 5 Filialen, teilweise auch am Wochenende im Einsatz. Meinte, er würde ja kaum Zeit mit etwas anderem verbringen. Alles dreckige Lügen, wie sich im Nachhinein herausstellt! Reden kann er, das Wort halten nicht.
Wir haben uns getroffen, spät nachts, sind spazieren gegangen. Haben uns im Licht der Straßenlaterne auf ne Bank gesetzt. Gegenüber am andere Ufer stehen ne Menge teure Häuser und ich schaue neugierig in die Fenster. Such dir eins aus, sagt er, ich besorg uns das. Ich zeige auf eine der oberen Etagen. Die müssen da einen traumhaften Blick haben. Sollst du haben, sagt er, aber ich zahle, also entscheide ich im Endeffekt. Mir gefällt nicht, dass er denkt meine Träume bestimmen zu können. Wir unterhalten uns weiter. Er erzählt, dass er hier studiert hat, dass er mit eins abgeschnitten hat, dass er nur gelernt hätte während andere gefeiert hätten. Je mehr er redet, desto mehr denke ich, er meint, dass sein Lebenslauf rechtfertigen würde, wir er mit "dem niederen Volk" umgehen dürfe, aber alles, was er sagt, kann ich mit einem Satz widerlegen. Ich hab das Gefühl, er versucht mich unter sich zu stellen. Ich hab vielleicht nicht die eins im Zeugnis stehen, aber ich habe genug im Kopf um dich klein zu kriegen. Schachmatt; Herr Einser-Student. Während wir reden, legt er seinen Arm um mich und küsst immer wieder vorsichtig meinen Kopf, sagt mir wie schön meine Haare riechen und dass er sowas sonst eigentlich nicht so schnell macht. Später meint er, er würde Frauen nicht so viele Komplimente machen, weil es ja darauf ankäme, dass man länger zusammen bleibe und sie auch dann noch attraktiv finden muss, dann bedeute es mehr. Ich muss innerlich lachen, er weiß offenbar nicht, wie er bis jetzt damit rumgeschmissen hat. Bis auf einen Zwischenfall eigentlich ein gutes erstes Date. Es dämmert, als ich nach Hause fahre. Wir telefonieren auf dem Rückweg im Auto schon wieder.
Wir sehen uns das nächste Mal wieder ganz spät bei mir. Er hat Blumen mitgebracht und ich freue mich wahnsinnig über den ersten echten Blumenstrauß, den ich einfach so geschenkt bekomme. Nach drei Tagen gammeln die Blumen direkt, vielleicht ein Zeichen, dass an der Sache noch etwas faul ist.
Unser drittes Date zieht er vor, er würde mich so gerne wiedersehen. Und weil ich Urlaub habe und eh alleine unterwegs bin, freue ich mich darauf mehr Zeit mit ihm verbringen zu können. Alle Zeiten bei ihm sind stets getaktet, uns bleibt kaum Zeit. Es stört mich, aber ich will keinen unnötigen Stress machen. Im Moment geht das halt nicht anders und mein Verlangen nach Nähe wird nicht gestillt, auch wenn er sich Mühe gibt, sich wenigstens zu melden, obwohl er wenig Zeit hat. Wir telefonieren fast jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit.
Wir gehen was essen, haben einen tollen Ausblick auf die Straße vor dem Restaurant, machen uns über die Leute lustig, die dort vorbei laufen. Er ist nach der Arbeit extra drei Stunden zu meinem Urlaubsort hochgefahren. Ich finde es beeindruckend, wie viel Initiative er zeigt, aber ich merke selbst wie abweisend ich bin. Er ist heute auch nicht mehr so kuschelbedürftig wie am Anfang. Beim Zahlen reißt er mir die Karte aus der Hand, auf der das Restaurant die bestellten Beträge gebucht hat, und zahlt. Ich habe wieder das Gefühl er will sich über mich stellen, das Sagen haben, der Mann im Haus sein und es passt mir nicht. Was stimmt denn auf einmal nicht? Unsere Unterhaltungen laufen ganz anders heute. Danach wollen wir spazieren gehen, aber er hetzt die ganze Zeit, als wenn er unbedingt in mein Hotelzimmer muss. Er drängt geradezu. Als er geht, gibt er mir einen flüchtigen Kuss. Ich kenne die Art Küsse. Es fühlt sich an wie ein Abschiedskuss. Gut, wir sehen uns jetzt ja auch eine Weile nicht, denke ich.
Am nächsten Tag wünsche ich ihm ganz normal einen guten Morgen. Alles, was ich an dem Abend von ihm lese, ist, er bräuchte Zeit für sich, dann kommt nichts mehr, nicht den Folgetag, nicht am nächsten Tag und auch nicht den Tag darauf. Gerade habe ich noch meinen Freundinnen geschrieben, wie viel Einsatz erzeigt und schon zeigt er gar nichts mehr. In der Nacht kullern in paar Tränen, weil ich nicht verstehe, was ich falsch gemacht habe. Vielleicht liegt es wieder an meiner Flirtbehinderung, vielleicht liegt es daran, dass ich mich immer mit den Männern anlege und meinen Wert irgendwie beweisen will. Warum kann ich nicht einmal das nette Frauchen sein, daneben stehen, lächeln und danke sagen?!? Ich brauche zu lange bis ich anfange echte Gefühle zu zeigen. Dann ist es vorbei. Seine Nachrichten gelöscht, der Telefonbucheintrag eliminiert.
Wochen später meldet sich eine unbekannte Nummer. Anhand der Anruflisten kann ich erkennen, dass es sich um ihn handeln muss. Er wäre nicht ganz ehrlich gewesen, er wäre vergeben. Im Profilbild erscheint ein Foto mit ihm, Frau und Kind. In dem Moment bemerke ich, dass er mich zu dem gemacht hat, was ich nie werden wollte - die Andere - die Frau, die eine Beziehung zerstört - der Typ Frau, den ich verachte. Ich frage ihn immer wieder, ob er überhaupt wisse, was er seiner Freundin damit antäte. Er antwortet nicht richtig darauf.
Mir wird klar, wie gelogen das alles war, warum er versucht hat mich zu kontrollieren, wie ich auf die ganzen netten Sätze reingefallen bin, alle Lügen, die er mir erzählt hat. Ich weiss eigentlich nichts über ihn. Ich bin jetzt die Andere und ich wäre gerade so gerne anders. Ich möchte mich bei der Frau entschuldigen, der ich das angetan habe, deren Namen ich nicht mal kenne und nicht weiss, was er ihr noch alles angetan hat, was sie durchgemacht hat. Vielleicht ist sie nur des Geldes wegen noch bei ihm und erlaubt ihm deshalb fremd zu gehen. Was immer es ist, es tut mir leid, wirklich. Ich möchte nicht mit ihr tauschen um in einer unglücklichen Zweckbeziehung zu leben. Vielleicht macht sie eines Tages die Augen auf und sieht, was dieser Mensch ihr antut, geht und ist so stark, denn das kann man von einem Menschen, der nicht die Wahrheit sagt und sich in einem Netz von Lügen verstrickt nicht erwarten. Ist es noch eine Beziehung, wenn man ein Jahr keinen Sex hat? hat er mich gefragt. Ja, es ist eine Beziehung, denn Beziehung bedeutet mehr als mindere Triebe zu befriedigen... Beziehung bedeutet in meinen Augen auch absolute Treue dem Partner gegenüber - in guten wie in schlechten Zeiten! In den letzten Unterhaltungen richte ich ihn mit seiner miesen Art zu Grunde und er hat einfach keine echten Argumente mehr. Ich höre nur Ausreden.
Die letzte Geschichte werde ich auch nicht so schnell vergessen, aber das hat einen anderen Grund...
Ich habe alle Unterhaltungen gelöscht, deshalb weiß ich nicht mehr, wie es angefangen hat aber sicher ist, dass er mich angeschrieben hat. Wir haben uns eine Weile unterhalten, für meinen Geschmack zu schnell Nummern getauscht, aber der war irgendwie nett, mal etwas besonderes habe ich damals gedacht. Er redet viel über Geld, Sex und muss immer seinen Kopf durchdrücken. So kamen wir relativ schnell zum Telefonieren. Er wohnt nicht in meiner Gegend - eher ganz weit im Süden. Wenn wir ehrlich sind, wusste ich da schon, dass es zum scheitern verurteilt ist, aber er hat versucht es mir schön zu reden. Ich träume gerne von der großen Liebe und deshalb habe ich gedacht, gib dem mal ne Chance.
Vertrauen ist ein Problem, habe ich gesagt, ich weiß ja nicht, was du "da unten" so treibst, wenn ich nicht dabei bin. Er würde ja so viel arbeiten, betreut 5 Filialen, teilweise auch am Wochenende im Einsatz. Meinte, er würde ja kaum Zeit mit etwas anderem verbringen. Alles dreckige Lügen, wie sich im Nachhinein herausstellt! Reden kann er, das Wort halten nicht.
Wir haben uns getroffen, spät nachts, sind spazieren gegangen. Haben uns im Licht der Straßenlaterne auf ne Bank gesetzt. Gegenüber am andere Ufer stehen ne Menge teure Häuser und ich schaue neugierig in die Fenster. Such dir eins aus, sagt er, ich besorg uns das. Ich zeige auf eine der oberen Etagen. Die müssen da einen traumhaften Blick haben. Sollst du haben, sagt er, aber ich zahle, also entscheide ich im Endeffekt. Mir gefällt nicht, dass er denkt meine Träume bestimmen zu können. Wir unterhalten uns weiter. Er erzählt, dass er hier studiert hat, dass er mit eins abgeschnitten hat, dass er nur gelernt hätte während andere gefeiert hätten. Je mehr er redet, desto mehr denke ich, er meint, dass sein Lebenslauf rechtfertigen würde, wir er mit "dem niederen Volk" umgehen dürfe, aber alles, was er sagt, kann ich mit einem Satz widerlegen. Ich hab das Gefühl, er versucht mich unter sich zu stellen. Ich hab vielleicht nicht die eins im Zeugnis stehen, aber ich habe genug im Kopf um dich klein zu kriegen. Schachmatt; Herr Einser-Student. Während wir reden, legt er seinen Arm um mich und küsst immer wieder vorsichtig meinen Kopf, sagt mir wie schön meine Haare riechen und dass er sowas sonst eigentlich nicht so schnell macht. Später meint er, er würde Frauen nicht so viele Komplimente machen, weil es ja darauf ankäme, dass man länger zusammen bleibe und sie auch dann noch attraktiv finden muss, dann bedeute es mehr. Ich muss innerlich lachen, er weiß offenbar nicht, wie er bis jetzt damit rumgeschmissen hat. Bis auf einen Zwischenfall eigentlich ein gutes erstes Date. Es dämmert, als ich nach Hause fahre. Wir telefonieren auf dem Rückweg im Auto schon wieder.
Wir sehen uns das nächste Mal wieder ganz spät bei mir. Er hat Blumen mitgebracht und ich freue mich wahnsinnig über den ersten echten Blumenstrauß, den ich einfach so geschenkt bekomme. Nach drei Tagen gammeln die Blumen direkt, vielleicht ein Zeichen, dass an der Sache noch etwas faul ist.
Unser drittes Date zieht er vor, er würde mich so gerne wiedersehen. Und weil ich Urlaub habe und eh alleine unterwegs bin, freue ich mich darauf mehr Zeit mit ihm verbringen zu können. Alle Zeiten bei ihm sind stets getaktet, uns bleibt kaum Zeit. Es stört mich, aber ich will keinen unnötigen Stress machen. Im Moment geht das halt nicht anders und mein Verlangen nach Nähe wird nicht gestillt, auch wenn er sich Mühe gibt, sich wenigstens zu melden, obwohl er wenig Zeit hat. Wir telefonieren fast jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit.
Wir gehen was essen, haben einen tollen Ausblick auf die Straße vor dem Restaurant, machen uns über die Leute lustig, die dort vorbei laufen. Er ist nach der Arbeit extra drei Stunden zu meinem Urlaubsort hochgefahren. Ich finde es beeindruckend, wie viel Initiative er zeigt, aber ich merke selbst wie abweisend ich bin. Er ist heute auch nicht mehr so kuschelbedürftig wie am Anfang. Beim Zahlen reißt er mir die Karte aus der Hand, auf der das Restaurant die bestellten Beträge gebucht hat, und zahlt. Ich habe wieder das Gefühl er will sich über mich stellen, das Sagen haben, der Mann im Haus sein und es passt mir nicht. Was stimmt denn auf einmal nicht? Unsere Unterhaltungen laufen ganz anders heute. Danach wollen wir spazieren gehen, aber er hetzt die ganze Zeit, als wenn er unbedingt in mein Hotelzimmer muss. Er drängt geradezu. Als er geht, gibt er mir einen flüchtigen Kuss. Ich kenne die Art Küsse. Es fühlt sich an wie ein Abschiedskuss. Gut, wir sehen uns jetzt ja auch eine Weile nicht, denke ich.
Am nächsten Tag wünsche ich ihm ganz normal einen guten Morgen. Alles, was ich an dem Abend von ihm lese, ist, er bräuchte Zeit für sich, dann kommt nichts mehr, nicht den Folgetag, nicht am nächsten Tag und auch nicht den Tag darauf. Gerade habe ich noch meinen Freundinnen geschrieben, wie viel Einsatz erzeigt und schon zeigt er gar nichts mehr. In der Nacht kullern in paar Tränen, weil ich nicht verstehe, was ich falsch gemacht habe. Vielleicht liegt es wieder an meiner Flirtbehinderung, vielleicht liegt es daran, dass ich mich immer mit den Männern anlege und meinen Wert irgendwie beweisen will. Warum kann ich nicht einmal das nette Frauchen sein, daneben stehen, lächeln und danke sagen?!? Ich brauche zu lange bis ich anfange echte Gefühle zu zeigen. Dann ist es vorbei. Seine Nachrichten gelöscht, der Telefonbucheintrag eliminiert.
Wochen später meldet sich eine unbekannte Nummer. Anhand der Anruflisten kann ich erkennen, dass es sich um ihn handeln muss. Er wäre nicht ganz ehrlich gewesen, er wäre vergeben. Im Profilbild erscheint ein Foto mit ihm, Frau und Kind. In dem Moment bemerke ich, dass er mich zu dem gemacht hat, was ich nie werden wollte - die Andere - die Frau, die eine Beziehung zerstört - der Typ Frau, den ich verachte. Ich frage ihn immer wieder, ob er überhaupt wisse, was er seiner Freundin damit antäte. Er antwortet nicht richtig darauf.
Mir wird klar, wie gelogen das alles war, warum er versucht hat mich zu kontrollieren, wie ich auf die ganzen netten Sätze reingefallen bin, alle Lügen, die er mir erzählt hat. Ich weiss eigentlich nichts über ihn. Ich bin jetzt die Andere und ich wäre gerade so gerne anders. Ich möchte mich bei der Frau entschuldigen, der ich das angetan habe, deren Namen ich nicht mal kenne und nicht weiss, was er ihr noch alles angetan hat, was sie durchgemacht hat. Vielleicht ist sie nur des Geldes wegen noch bei ihm und erlaubt ihm deshalb fremd zu gehen. Was immer es ist, es tut mir leid, wirklich. Ich möchte nicht mit ihr tauschen um in einer unglücklichen Zweckbeziehung zu leben. Vielleicht macht sie eines Tages die Augen auf und sieht, was dieser Mensch ihr antut, geht und ist so stark, denn das kann man von einem Menschen, der nicht die Wahrheit sagt und sich in einem Netz von Lügen verstrickt nicht erwarten. Ist es noch eine Beziehung, wenn man ein Jahr keinen Sex hat? hat er mich gefragt. Ja, es ist eine Beziehung, denn Beziehung bedeutet mehr als mindere Triebe zu befriedigen... Beziehung bedeutet in meinen Augen auch absolute Treue dem Partner gegenüber - in guten wie in schlechten Zeiten! In den letzten Unterhaltungen richte ich ihn mit seiner miesen Art zu Grunde und er hat einfach keine echten Argumente mehr. Ich höre nur Ausreden.
Ich bin Wochen später auf dem Weg zur Arbeit. Mein Handy klingelt wieder. Ab jetzt gehe ich nicht mehr ran... Er meldet sich nun in regelmäßigen Abständen von 3 Monaten bei mir. Bei meinen Freundinnen und mir heißt er nur noch "Hallo, wie geht es dir so" weil jede Nachricht so beginnt. Es dauert etwas 2,5 Jahre bis die regelmäßige Statusabfrage nachlässt. Er erzählt mir, wie schön ich bin, was wir alles sein könnten, wie toll unser Leben aussehen könnte. Er würde wieder hier hoch ziehen. Er hätte das mit ihr beendet, sie hätte ihm damals erlaubt andere Frauen zu treffen. Er versucht mich zu kaufen, zu noch einem Treffen zu überreden, er würde mich am liebsten besitzen, habe ich das Gefühl. Er verspricht alles zu sein, was ich gerne hätte, ABER ich will keine Lügner und ich werde für kein Geld der Welt meinen Mund halten...
UND: Wie soll ich ihm jetzt noch irgendetwas glauben?
Sonntag, 27. Mai 2018
Make a wish
Wir haben uns online kennen gelernt. Das war vor ein paar Wochen. Du hast bereits Kinder. Das war wohl der Grund, warum ich dich weggdrückt habe und dann hast du mich angeschrieben. Ich habe wirklich alles gemacht, was Männer hassen, damit du mich in Ruhe lässt. Das hast du nicht.
Ich hatte ziemlich schnell deine Nummer, aber ich hab es ignoriert. Ich will das nicht, habe ich immer wieder versucht mir einzureden. Da ist dein kleiner Sohn, du bist Soldat. Das ist schon einmal schief gegangen. Ich will nicht noch einmal hilflos dastehen, weil das Leben einen anderen Weg für dich geplant hat. Aber du bist aufmerksam, du erinnerst dich an unendlich viele Dinge, die ich erzähle. Schreib mir per Whatsapp, schickst du mir eines Morgens, ich habe während der Arbeit schlechten Empfang auf der Singleapp und da schreibe ich dir.
Magst was haben, tippst du. Ich verstehe die Frage nicht. Okay, nen Wunsch, schreibst du. Villa, Sportwagen, Familie? übertreiebe ich. Du schickst ein Bild einer Villa, eines Sportwagens und ein niedliches Bild von dir und deinem Sohn. "Familie" schreibst du darunter. Mir gefällt die Familie. Der Rest ist zu materiell. Nen anderen Wunsch, schreibst du. Ist heute Wunschsamstag? fragte ich ganz verwirrt. "Für dich ja 😘 - aber ob man es bekommt, ist was anderes" und dann versuchst du mir jeden noch so verrückten Wunsch zu erfüllen.
Ich kann gar nicht sagen, wann ich mir eingestanden habe, dass du doch sehr interessant bist - trotz der ganzen Dinge, die für mich nicht gepasst haben. Auf einmal ist dein Kleiner süss und das Soldat sein toll, weil ich auf Männer stehe, die mich beschützen können. "Du, ich muss dir noch etwas sagen, auf die Gefahr hin, dass du mich nicht mehr magst" und dann erzählst du, dass du eigentlich weit im Süden wohnst und nur zum Arbeiten hier im Norden bist, dass dein Haus, deine Familie, dein Sohn und deine Freunde alle dort unten sind. Ich bin mir nicht sicher, ob ich lachen oder weinen soll und dann mache ich den nächsten komplett unbegründeten Aufstand, weil ich mich verarscht fühle, denn ich denke ich soll für dich nur Spass sein. Du schreibst immer wieder, dass das nicht so wäre. Ich muss dir glauben, es bleibt mir nichts. Das heisst dann keine gemeinsamen Wochenenden, das heisst dann weiterhin alleine zu Geburtstagen oder Treffen mit Freunden, das heisst weiterhin morgens alleine aufwachen und niemanden zum kuscheln haben. Ich weiss nicht, warum, aber ich kann mit der Vorstellung leben in diesem Moment - dir zuliebe.
Wir beschließen uns zu sehen. Dazwischen stehen noch unendlich lange Wochen mit Kur und Urlaub. Ich versuche es einfach zu ertragen, weil ich will, dass es dir gut geht. Irgendwann kommt die Nachricht, dass es für dich wieder in den Norden geht. Endlich... Als du morgens auf dem Weg gen Norden bist, machst du mir Hoffnungen, dass wir uns an diesem Tag schon sehen könnten um mich dann wenige Minuten später durch deinen Kumpel zu ersetzen.
Tage später ist es endlich so weit und ich freue mich den ganzen Tag unheimlich auf dich. Nach riesigem Verkehrschaos bin ich endlich am Treffpunkt. Du turnst allerdings noch durch irgendwelche Läden in der Nähe. Du wärest drin, schreibst du irgendwann. Ich gehe in das Café, sehe mich um. Da ist niemand, der zu den Bildern passt. An der Bar sitzt ein Typ. Er schaut aufs Handy. Ich schaue auf meins. Er tippt. Bitte lass den das nicht sein, denke ich, der passt nicht so wirklich zu den Bildern. Gar nicht mein Fall. Ich gucke wieder aufs Handy, nichts neues. Vll ist er das gar nicht, fange ich an zu zweifeln. Er schaut hoch, guckt mich direkt an. Keine Reaktion. Okay, denke ich, das ist er wohl nicht. Aber sicher bin ich mir auch nicht. Ich drehe mich um.
Und da stehst du vor mir. Ich weiss nur noch, dass wir beide gelächelt und uns umarmt haben. Die nächsten Minuten sind wie weg. Ich muss dich eine ganze Weile nur angestarrt haben. Das nächste woran ich mich wirklich erinnere ist, dass wir uns gemütlich auf ein Sofa setzen, Getränke sind bestellt und ich starre dich vermutlich immer noch an. Überraschend würde ich sagen, ich hatte damit gerechnet, dass du mir gefällst, ich hatte aber nicht in Betracht gezogen, dass du es so sehr tust...
Wir unterhalten uns richtig gut, lachen viel, es gibt auch stille Momente aber keineswegs unangenehm. Da schauen wir uns nur dümmlich grinsend an. Irgendwann fragst du: Und wie ist? Sag mal... Besser als ich dachte, antworte ich. Wir lachen beide. Du nimmst meine Hand, streichelst sie, rutschst immer näher an mich ran. Du schließst die Augen als wolltest du mich küssen, ich spüre deinen Atem. Dann ziehst du im letzten Moment deine Lippen weg. Ich schaue dich ganz entsetzt an. Du lachst und sagst, auch du könntest spielen. Ich muss auch lächeln. Dann küsst du mich wirklich und für mich bleibt in dem Moment die Welt kurz stehen. Deine warmen weichen Lippen fühlen sich wahnsinnig gut auf meinen an.
Dann können wir die Finger kaum noch voneinander lassen. Bisschen Streicheln, Händchen halten. Ich will mit dir alleine sein, flüsterst du als wir später vor der Bar stehen, lass uns zu dir. Das verneine ich. Wir suchen uns einen ruhigen Platz im Auto, unterhalten uns, testen bisschen aus, was möglich ist. Wir sollten uns bald mal wieder sehen, sagst du. Sehr bald antworte ich zögerlich. "Bald mal"- das klingt nicht so, als wäre da irgendwas. Aber das Treffen war so toll und überwältigt von allen positiven Gefühlen, fahre ich fröhlich grinsend nach Hause. Ich lege mich ins Bett, starre die ganze Zeit aufs Handy, nehme die Decke in den Arm und wünsche mir, dass du hier wärst zum kuscheln, küssen, zum da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Normalerweise müsste doch jetzt etwas kommen wie: "Ich würde dich gerne wiedersehen" oder "Danke für den schönen Abend, ich hoffe, du bist gut nach Hause gekommen". So ist es doch sonst auch. Aber mein Handy bleibt diesmal stumm.
Bin übrigens da, schreibst du irgendwann. Viel mehr kommt nicht. Du schläfst die folgende Nacht schlecht, wirkst morgens schlecht gelaunt. Ich denke, dass ich dich besser in Ruhe lasse. Du hast wahrscheinlich genug um die Ohren, wenn du nach Hause fährst. Ich gebe dir Zeit, ich will dich nicht zusätzlich stressen, ich möchte nur, dass es dir gut geht. Schließlich hast du eine Kur gerade erst hinter dir. Ich beschließe mich am Abend für den schönen Vorabend zu bedanken. Eine Antwort bleibt aus.
Mir brennt eine Frage unter den Nägeln: Sehen wir uns wieder? Eher nicht, antwortest du. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Warum? An welcher Stelle habe ich die Katastrophe bei unserem Date verpasst? Wie konnte ich mir einbilden, dass alles toll war? Ich schließe die Augen. Ich sehe den Abend noch einmal an mir vorbeilaufen. Es war alles perfekt, die Küsse, deine Umarmungen. Ich habe mich so wohl bei dir gefühlt. Wie wir uns minutenlang still in die Augen geschaut haben. Es tut mir leid, schreibst du und dann ist meine Nummer gelöscht.
Irgendwas ist anders seitdem. Ich lösche am nächsten Morgen mein Telefonbuch. Alle Ex-Dates raus, alle Typen, die mir irgendwann mal die Nummer geschickt haben, die ich warum auch immer gespeichert habe. Zu einigen der Nummern kenne ich nicht einmal mehr das Gesicht. Deine bleibt.
Ich eleminiere mich aus diversen Singleapps. Bei einer bleibe ich, aber alles was neu versucht mit mir anzubandeln, bekommt böse Kontra. Keine Bilder, keine Küsschensmilies, keine netten Worte. Ich will keinen Mann im Moment und die Männer wollen mich deshalb umso mehr. Das Leben macht manchmal keinen Sinn. Ich unterhalte mich nur noch mit paar Leuten, die ich jetzt schon über ein Jahr kenne und die irgendwie mein Leben interessiert und nicht nur mein Arsch. Was geht? schreibt mein Langzeitchat. Erinnerst du dich, wie ich dir vor Wochen erzählt habe, dass ich mir ein Märchendate wünsche. Eins, wo alles perfekt ist, wo meine Augen leuchten, wenn ich daran zurückdenke und wo ich fröhlich grinsend nach Hause fahre? "Ja" Ich hatte das, erzähle ich weiter. "Dann willst du dich jetzt verabschieden, Hase?" fragt er. Er will mich nicht wiedersehen, antworte ich. Das Wunschdate hatte ich jetzt, aber ich würde mir eher wünschen ihn wiederzusehen.
Ein Wunsch - aber ob man es bekommt, ist was anderes, hast er mir damals geschrieben. Zu dem Zeitounkt hast du mir die Wünsche erfüllt, heute ist dann wohl das "Andere".
Ich hatte ziemlich schnell deine Nummer, aber ich hab es ignoriert. Ich will das nicht, habe ich immer wieder versucht mir einzureden. Da ist dein kleiner Sohn, du bist Soldat. Das ist schon einmal schief gegangen. Ich will nicht noch einmal hilflos dastehen, weil das Leben einen anderen Weg für dich geplant hat. Aber du bist aufmerksam, du erinnerst dich an unendlich viele Dinge, die ich erzähle. Schreib mir per Whatsapp, schickst du mir eines Morgens, ich habe während der Arbeit schlechten Empfang auf der Singleapp und da schreibe ich dir.
Magst was haben, tippst du. Ich verstehe die Frage nicht. Okay, nen Wunsch, schreibst du. Villa, Sportwagen, Familie? übertreiebe ich. Du schickst ein Bild einer Villa, eines Sportwagens und ein niedliches Bild von dir und deinem Sohn. "Familie" schreibst du darunter. Mir gefällt die Familie. Der Rest ist zu materiell. Nen anderen Wunsch, schreibst du. Ist heute Wunschsamstag? fragte ich ganz verwirrt. "Für dich ja 😘 - aber ob man es bekommt, ist was anderes" und dann versuchst du mir jeden noch so verrückten Wunsch zu erfüllen.
Ich kann gar nicht sagen, wann ich mir eingestanden habe, dass du doch sehr interessant bist - trotz der ganzen Dinge, die für mich nicht gepasst haben. Auf einmal ist dein Kleiner süss und das Soldat sein toll, weil ich auf Männer stehe, die mich beschützen können. "Du, ich muss dir noch etwas sagen, auf die Gefahr hin, dass du mich nicht mehr magst" und dann erzählst du, dass du eigentlich weit im Süden wohnst und nur zum Arbeiten hier im Norden bist, dass dein Haus, deine Familie, dein Sohn und deine Freunde alle dort unten sind. Ich bin mir nicht sicher, ob ich lachen oder weinen soll und dann mache ich den nächsten komplett unbegründeten Aufstand, weil ich mich verarscht fühle, denn ich denke ich soll für dich nur Spass sein. Du schreibst immer wieder, dass das nicht so wäre. Ich muss dir glauben, es bleibt mir nichts. Das heisst dann keine gemeinsamen Wochenenden, das heisst dann weiterhin alleine zu Geburtstagen oder Treffen mit Freunden, das heisst weiterhin morgens alleine aufwachen und niemanden zum kuscheln haben. Ich weiss nicht, warum, aber ich kann mit der Vorstellung leben in diesem Moment - dir zuliebe.
Wir beschließen uns zu sehen. Dazwischen stehen noch unendlich lange Wochen mit Kur und Urlaub. Ich versuche es einfach zu ertragen, weil ich will, dass es dir gut geht. Irgendwann kommt die Nachricht, dass es für dich wieder in den Norden geht. Endlich... Als du morgens auf dem Weg gen Norden bist, machst du mir Hoffnungen, dass wir uns an diesem Tag schon sehen könnten um mich dann wenige Minuten später durch deinen Kumpel zu ersetzen.
Tage später ist es endlich so weit und ich freue mich den ganzen Tag unheimlich auf dich. Nach riesigem Verkehrschaos bin ich endlich am Treffpunkt. Du turnst allerdings noch durch irgendwelche Läden in der Nähe. Du wärest drin, schreibst du irgendwann. Ich gehe in das Café, sehe mich um. Da ist niemand, der zu den Bildern passt. An der Bar sitzt ein Typ. Er schaut aufs Handy. Ich schaue auf meins. Er tippt. Bitte lass den das nicht sein, denke ich, der passt nicht so wirklich zu den Bildern. Gar nicht mein Fall. Ich gucke wieder aufs Handy, nichts neues. Vll ist er das gar nicht, fange ich an zu zweifeln. Er schaut hoch, guckt mich direkt an. Keine Reaktion. Okay, denke ich, das ist er wohl nicht. Aber sicher bin ich mir auch nicht. Ich drehe mich um.
Und da stehst du vor mir. Ich weiss nur noch, dass wir beide gelächelt und uns umarmt haben. Die nächsten Minuten sind wie weg. Ich muss dich eine ganze Weile nur angestarrt haben. Das nächste woran ich mich wirklich erinnere ist, dass wir uns gemütlich auf ein Sofa setzen, Getränke sind bestellt und ich starre dich vermutlich immer noch an. Überraschend würde ich sagen, ich hatte damit gerechnet, dass du mir gefällst, ich hatte aber nicht in Betracht gezogen, dass du es so sehr tust...
Wir unterhalten uns richtig gut, lachen viel, es gibt auch stille Momente aber keineswegs unangenehm. Da schauen wir uns nur dümmlich grinsend an. Irgendwann fragst du: Und wie ist? Sag mal... Besser als ich dachte, antworte ich. Wir lachen beide. Du nimmst meine Hand, streichelst sie, rutschst immer näher an mich ran. Du schließst die Augen als wolltest du mich küssen, ich spüre deinen Atem. Dann ziehst du im letzten Moment deine Lippen weg. Ich schaue dich ganz entsetzt an. Du lachst und sagst, auch du könntest spielen. Ich muss auch lächeln. Dann küsst du mich wirklich und für mich bleibt in dem Moment die Welt kurz stehen. Deine warmen weichen Lippen fühlen sich wahnsinnig gut auf meinen an.
Dann können wir die Finger kaum noch voneinander lassen. Bisschen Streicheln, Händchen halten. Ich will mit dir alleine sein, flüsterst du als wir später vor der Bar stehen, lass uns zu dir. Das verneine ich. Wir suchen uns einen ruhigen Platz im Auto, unterhalten uns, testen bisschen aus, was möglich ist. Wir sollten uns bald mal wieder sehen, sagst du. Sehr bald antworte ich zögerlich. "Bald mal"- das klingt nicht so, als wäre da irgendwas. Aber das Treffen war so toll und überwältigt von allen positiven Gefühlen, fahre ich fröhlich grinsend nach Hause. Ich lege mich ins Bett, starre die ganze Zeit aufs Handy, nehme die Decke in den Arm und wünsche mir, dass du hier wärst zum kuscheln, küssen, zum da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Normalerweise müsste doch jetzt etwas kommen wie: "Ich würde dich gerne wiedersehen" oder "Danke für den schönen Abend, ich hoffe, du bist gut nach Hause gekommen". So ist es doch sonst auch. Aber mein Handy bleibt diesmal stumm.
Bin übrigens da, schreibst du irgendwann. Viel mehr kommt nicht. Du schläfst die folgende Nacht schlecht, wirkst morgens schlecht gelaunt. Ich denke, dass ich dich besser in Ruhe lasse. Du hast wahrscheinlich genug um die Ohren, wenn du nach Hause fährst. Ich gebe dir Zeit, ich will dich nicht zusätzlich stressen, ich möchte nur, dass es dir gut geht. Schließlich hast du eine Kur gerade erst hinter dir. Ich beschließe mich am Abend für den schönen Vorabend zu bedanken. Eine Antwort bleibt aus.
Mir brennt eine Frage unter den Nägeln: Sehen wir uns wieder? Eher nicht, antwortest du. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Warum? An welcher Stelle habe ich die Katastrophe bei unserem Date verpasst? Wie konnte ich mir einbilden, dass alles toll war? Ich schließe die Augen. Ich sehe den Abend noch einmal an mir vorbeilaufen. Es war alles perfekt, die Küsse, deine Umarmungen. Ich habe mich so wohl bei dir gefühlt. Wie wir uns minutenlang still in die Augen geschaut haben. Es tut mir leid, schreibst du und dann ist meine Nummer gelöscht.
Irgendwas ist anders seitdem. Ich lösche am nächsten Morgen mein Telefonbuch. Alle Ex-Dates raus, alle Typen, die mir irgendwann mal die Nummer geschickt haben, die ich warum auch immer gespeichert habe. Zu einigen der Nummern kenne ich nicht einmal mehr das Gesicht. Deine bleibt.
Ich eleminiere mich aus diversen Singleapps. Bei einer bleibe ich, aber alles was neu versucht mit mir anzubandeln, bekommt böse Kontra. Keine Bilder, keine Küsschensmilies, keine netten Worte. Ich will keinen Mann im Moment und die Männer wollen mich deshalb umso mehr. Das Leben macht manchmal keinen Sinn. Ich unterhalte mich nur noch mit paar Leuten, die ich jetzt schon über ein Jahr kenne und die irgendwie mein Leben interessiert und nicht nur mein Arsch. Was geht? schreibt mein Langzeitchat. Erinnerst du dich, wie ich dir vor Wochen erzählt habe, dass ich mir ein Märchendate wünsche. Eins, wo alles perfekt ist, wo meine Augen leuchten, wenn ich daran zurückdenke und wo ich fröhlich grinsend nach Hause fahre? "Ja" Ich hatte das, erzähle ich weiter. "Dann willst du dich jetzt verabschieden, Hase?" fragt er. Er will mich nicht wiedersehen, antworte ich. Das Wunschdate hatte ich jetzt, aber ich würde mir eher wünschen ihn wiederzusehen.
Ein Wunsch - aber ob man es bekommt, ist was anderes, hast er mir damals geschrieben. Zu dem Zeitounkt hast du mir die Wünsche erfüllt, heute ist dann wohl das "Andere".
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