Sonntag, 17. September 2017

Que Deus nos abençoe e nos proteja

Ich glaube nicht an Gott im herkömmlichen Sinne, ich glaube noch nicht mal an Zufälle oder Schicksal. Ich denke, dass jeder selbst dafür verantwortlich ist, was er tut oder wie es ihm geht. Geht nicht, gibt es nicht, egal wie ausweglos die Situation scheint. Das ist meine Meinung. Und auch, wenn ich manchmal kurz davor bin alles hinzuwerfen und aufzugeben, habe ich es dennoch nie gemacht, weil es immer einen Weg hinaus gab.

Ich denke aber, dass manche Menschen Gott, das Schicksal oder Zufälle brauchen um für ihre Sorgen oder Ängste jemandem die Schuld geben zu können. Weil es sie erleichtert und ihr Versagen so nicht ganz bei ihnen liegt. Aus diesem Grund wird Gott von mir toleriert. Es dient etwas meiner Meinung nach nicht Existentes als Abladestelle für Sorgen, Ängste, Nöte oder einfach Verzweiflung.

Ich glaube, viele ältere Menschen besuchen die Kirche, weil es der einzige Platz ist, an dem sie noch unter Leute kommen. Vielleicht sind die Freunde schon verstorben, vielleicht kümmert sich die Familie nicht um sie, vielleicht sind sie aus irgendwelchen Gründen alleine und es gibt niemanden, der ihnen zuhört. Doch in der Kirche gibt es Gott, ein großes Bild einer übersinnlichen Person, die dir helfen könnte. Und so sitzen sie leise in ihren Bänken und denken ihr Sorgen vor sich hin, um sie los zu werden. Im Grunde ist es nichts anderes als das, was ich hier niederschreibe. Im Grunde ist es einfach das Aussprechen der eigenen Probleme um damit abzuschließen. Ich denke, das ist sehr wichtig um selbst damit klar zu kommen. Sobald ich auf veröffentlichen drücke, sind sie weg und damit meine ich nicht, dass ich etwas vergesse, sondern, dass ich aus einer Sache gelernt habe, vielleicht etwas verstanden oder verarbeitet habe, wieder darüber reden kann ohne zu weinen. Ich begieße oft schwierige Themen noch einmal mit Tränen und dann sind sie in dem Sinne für mich erledigt, weil ich einen Weg gefunden habe damit klar zu kommen. Ich will nicht bewertet werden, von jemandem, der meine Probleme nicht nachvollziehen kann. Ich möchte noch nicht einmal Ratschläge, ich möchte sie loswerden... Manchmal möchte ich einfach, dass jemand zuhört und sagt, alles wird wieder gut... Das wäre die Idealversion.

Ich habe eine Kollegin, die steht regelmäßig bei mir im Büro und weint. Nicht nur ein bisschen, es kullern dicke Tränen über ihre Wangen und es erscheint ihr in dem Moment auswegslos. Ich wusste am Anfang nicht damit umzugehen. Ich mag es nicht, wenn jemand weint. Ich bin aus irgendwelchen Gründen gezwungen diese Menschen zu trösten, über die Schulter zu streicheln, zu sagen, dass alles wieder gut wird oder sie einfach wortlos in die Arme zu nehmen. Ich hasse es Menschen leiden zu sehen. Ich kann in Filmen Blut oder abgehackte Arme sehen, Operationen sind kein Problem, aber ich hasse es Menschen leiden zu sehen, Menschen weinen zu sehen. Aber diese Kollegin wehrt alle meine Trösteversuche ab, sie nimmt nicht mal ein Taschentuch. Ich war eine ganze Zeit mit der Situation überfordert bis ich verstanden habe, dass sie nur jemanden braucht, der ihr zuhört, dass es einmal um sie geht und nicht um die Kunden, der vermasselte Auftrag oder die Fehler. Und seitdem halte ich einfach meinen Mund und höre mir das an und ihr geht es dadurch besser.

Es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, wer wie behandelt werden will und ob jemand meine Tipps und Ratschläge wirklich hören will. Ich denke jedoch, dass jeder mal ein offenes Ohr braucht, denn zu mir kommen immer wieder Leute, die erzählen, was sie bedrückt. Im Religionsunterricht gab es in 13 Jahren Schule eine wichtige Erkenntnis. Das war etwa in der 11. Klasse. "Damals in der 7. Klasse habt ihr alle Gott malen müssen. Da habt ihr alle eine Person gemalt... Wenn ihr es heute machen müsstet, was würdet ihr malen?" und einer hob einen weißen Zettel hoch und sagte nichts dazu. Der Lehrer nickte. Gott ist keine Person. Das, was viele in Gott suchen, ist in jedem von uns, in der Luft, in der Umgebung. Gott ist vielleicht ein Sinnbild, was wir brauchen um unsere Sorgen los zu werden, in welcher Form auch immer sich das dann darstellt.

Que Deus nos abençoe e nos proteja
Wir sollten aufmerksamer unseren Mitmenschen gegenübertreten, denn ein Mensch kann nur bedingt seine Sorgen und Ängste mit sich tragen. Und manchmal reicht es einfach jemandem zuzuhören oder ihn an die Hand zu nehmen, damit alles gut wird.

Muchas gracias a una persona especial =)
Hay más tiempo contigo que con mi amigo XD

Samstag, 9. September 2017

La femme - une charge?

Was ist das, fragen sie und ich zucke mit den Schultern, weil ich die Antwort nicht kenne. Ich sollte sie kennen, aber ich habe Angst zu fragen. Ich habe Angst, dass genau das passiert, was immer passiert. Man glaubt die ganze Zeit genau das Richtige getan zu haben, alles fühlt sich wundervoll an und dann wird man einfach stehen gelassen und bleibt alleine. Dann hast du gerade angefangen jemanden an dich ran zu lassen und dann verletzt er dich schon. Vielleicht noch nicht einmal absichtlich aber einfach, weil die Ansichten oder Wahrnehmungen beider Personen zu unterschiedlich sind.

Es ist immer das gleiche, denke ich und es wird wahrscheinlich immer gleich bleiben, aber ich finde den Fehler nicht. Es läuft alles gut, es läuft nahezu perfekt und dann kommt quasi der Todesstoß. Ich gebe mir selbst die Schuld dafür. Ich sollte mein Leben ändern und jemand anders sein. Aber das will ich nicht, das bin ich nicht. Wahrscheinlich klammer ich zu sehr an meinem Sicherheitsgefühl und das macht mir genau jetzt so vieles komplizierter. Doch ich kann mich davon nicht lösen. Ich denke, ich will es auch gar nicht und noch weniger muss ich es, denn daran ist nichts falsch. Dennoch verurteilen sie mich dafür. Sie unterstellen mir Dinge, wenn ich mich aus meiner Sicherheitszone wage. Ich würde es nur für andere tun, ich würde mich verstellen. Ich darf also, weil ich weniger risikofreudig bin als andere keine neuen Dinge probieren und muss mich mit dem zufrieden geben, was ich bis dato kann und kenne? Sicher nicht, aber mir machen diese Aussagen den ersten Schritt zu tun jedes Mal ein bisschen schwieriger.

Ich bin mit wenig zufrieden, ich brauche um glücklich zu sein keine Millionen auf dem Konto oder irgendwelche teuren Autos vor der Tür. Mir reicht es, dass jemand meine Hand hält, wenn es mir nicht gut geht und das Gefühl geliebt zu werden. Und das fehlt leider in letzter Zeit. Das fehlt schon viel zu lange. Das ist der Grund, warum ich hier Abend für Abend vor dem PC sitze und leise vor mich hin weine, weil mir etwas so sehr fehlt, dass es weh tut. Ich will nicht alleine sein, ich kann nicht gut alleine sein. Ich bin keiner dieser Einzelgänger, die alles alleine machen müssen und ein glückliches Singledasein führen. Aber genau darauf läuft es gerade hinaus und genau das will ich nicht. Es ist ja nicht so, dass ich nicht genügend nette Leute in letzter Zeit kennen gelernt habe...

Ich verlange nicht viel. Mir reichen ein paar nette Worte oder ein "Guten Morgen, Schatz" zum zufrieden sein. Ich will das Gefühl haben, dass jemand mich mag. Ich habe eine Beziehung hinter mir, da habe ich ihn so gut wie nie gesehen, ich habe eine Beziehung hinter mir, da habe ich ihn viel zu oft gesehen. Beides war falsch. Ich will ein gesundes Mittelding. Ich will niemanden einsperren, ich will Teil seines Leben sein ohne zu nerven oder im Weg zu stehen. Ich möchte niemanden von seinen Träumen abbringen, sondern ihm helfen diese zu erreichen. Doch ich habe eher das Gefühl, wir Frauen werden als Ballast wahrgenommen.

Warum ist das so? Ich denke, es liegt daran, weil viele Frauen zu Zweifeln neigen. Sie sich einreden, sie seien nichts besonderes oder nicht gut genug für ihn, denn sie sind zu oft enttäuscht worden. Kann ich selbst auch ganz gut und ich muss mich immer wieder aus dem Tief rausziehen, solange man mir Gründe zum zweifeln gibt. Wir wurden so oft enttäuscht von Menschen, die sich Männer nennen aber keine sind. Männer wollen in der Kennlernphase Unbeschwertheit, Frauen wollen die Dinge geklärt haben, denn wir sind schon einmal zu oft verletzt worden. Wir wollen das JA aus ihm rausquetschen - er will um uns werben. Ich denke, wir können ganz gut anstregend sein als kleine Prinzessin. Wir brauchen das manchmal - das Rumzicken, das Heulen, das Diva sein. Doch ist euch mal aufgefallen, dass Männer genau diese Divas am attraktivsten finden? Warum? Weil sie um diese Frauen kämpfen müssen, weil diese Frauen nicht einfach zu haben sind...

La femme - une charge? NO!
Mes femme - vous êtes un défi!

Mittwoch, 30. August 2017

Last nite I

Sie stehen vor seiner Tür. Er kam gerade von der Arbeit nach Hause, telefoniert noch mit seinem Freund. Sie folgt ihm wortlos die Stufen nach oben. Es ist schon ziemlich spät, sie weiß nicht, warum sie so spät noch hierher gekommen ist, aber dieser Mann übt eine ungeheure Anziehung auf sie aus. Er lächelt als sie vor seiner Haustür stehen und er sie aufschließt. Eigentlich wollte sie grimmig gucken, doch immer, wenn sie ihn sieht, muss sie lächeln. Er ist irgendwie besonders. Sie gehen rein. Stehen eine Weile im Flur. Sie beobachtet ihn, seine Mimik, Gestik. Er ist definitiv besonders und er lässt sie keinen Moment aus den Augen, von denen sie einfach nicht loskommt. Endlich legt er auf. Er versucht in ein paar kurzen Sätzen sein Telefonat zu erklären. Es klingt wie eine Ausrede. Sie nickt einfach, es ist total egal, was er gerade sagt. Es tut mit leid, sagt er, er kommt ihr ein Stück näher. Frauen wie du sollten die ungeteilte Aufmerksamkeit genießen, sagt er und hebt ihr Kinn. Sie schluckt und ahnt, was als nächstes passiert. Er küsst sie. Seine Küsse sind leidenschaftlich und er gibt ihr ein gutes Gefühlt. Sie hat dieses Kribbeln so vermisst. Sie gehen in sein Zimmer.

Er ist all das, was ich immer wollte, denkt sie. Er drückt sie von innen gegen die Tür, greift sie an den Handgelenken und drückt sie ebenfalls gegen die Tür. Die Nasenspitzen berühren sich, er schaut ihr tief in die Augen. Sie ist paralysiert von seinen Blicken. Sie schauen sich minutenlang in die Augen. Die Luft zwischen beiden scheint zu knistern. Ihr Herz schlägt schneller. Ich will dich, füstert er. Er zieht sie von der Tür weg, legt seine Arme von hinten um sie, stehen eng umschlungen mitten im Zimmer. Sie lehnt sich zurück gegen ihn, legt ihren Kopf zur Seite, er küsst ihren Hals. Sie schließt die Augen. Sie spürt seinen warmen Atem auf ihrer Haut. Er fühlt sich wahnsinnig gut an und seine starken Arme, an denen sie sich festkrallt sind gerade nicht die einzigen Muskeln, die hart sind...

To be continued...

Sonntag, 27. August 2017

Okay, baby - what's it gon' take for you to be my lady?

Wir umarmen uns zur Verabschiedung. Das ist eigentlich ganz normal und machen wir sonst immer so, wenn wir uns sehen. Als er mich aber diesmal näher an sich zieht und nicht wieder loslässt, merke ich, dass das gerade ein sehr unglücklicher Schachzug war. Auf dem Parkplatz gehen gerade die Straßenlaternen aus. Nur aus der Bar kommt noch ein kleines bisschen Licht. ich merke seinen Atem an meinem Ohr, seine Stimme wird ruhig. Er flüstert mir gerade zu alles ins Ohr und ich weiss mir gerade nicht zu helfen, drücke ihn von mir weg und nehme ein paar Schritte Abstand. Ich bin müde, sorry, und dann bin ich weg!

Wir kennen uns seit Jahren, wir waren nie mehr als gute Freunde, was ist passiert?

Wir haben Nächte zusammen verbracht auf irgendwelchen Feldern und Sterne geschaut, wir haben einfach nur in der Stadt gesessen und uns über die Leute, die an uns vorbeigingen unterhalten, wir haben uns lange nicht gesehen und erst wieder seit kurzem Kontakt, aber es war alles wie früher. Wir teilen gleiche Interessen wie Eishockey und Fußball schauen und das haben wir gerne zusammen getan. Wir können unheimlich gut miteinander reden und er hört sich gerne meine Probleme und Sorgen an. Gleiches tue ich für ihn - doch da war nie mehr und da sollte auch nie mehr sein.

Und jetzt ist es gerade komisch. Wir können über alles reden, ja? schreibe ich am nächsten Morgen. Ich hab eigentlich keine Zeit zu diskutieren, weil ich zur Arbeit muss, aber mir brennt da etwas unter den Fingernägeln, was war das gestern? Gestern, da haben wir uns ganz normal nach der Arbeit getroffen zum Quatschen, hatten un ne Weile nicht gesehen, gab viel zu erzählen, er war im Urlaub, ich hab ne Menge neue Leute kennen gelernt. Es war ein netter Abend, wie immer. Komisch wurde es das erste mal, als er darauf bestand mich einzuladen. Ich dachte mir, okaaaaaay, neue Sitte, nächstes Mal bin ich halt dran. Wir verließen die Bar, standen bei unseren Autos und dann kommt da diese komische Sache bei der Verabschiedung. - Tu nicht auf kleines Dummerchen, Herzchen, schreibt er. Danach kommt den ganzen Vormittag nichts mehr.

Heute spielen unsere Vereine gegeneinander. Normalerweile immer ein lustiges Spektakel, bei dem wir uns gegenseitig verarschen. Heute wird das nicht so sein. Er fragt schon den ganzen Vormittag, ob ich vorbei kommen will und ich finde tausend Ausreden dafür es nicht zu tun. Was ist geworden aus "Heute Fußball?" - "Alles klar" - "Same procedure as every week B-)" Mehr mussten wir sonst nicht sagen und jetzt diskutieren wir seit über drei Stunden, weil ein nein nicht akzeptabel ist.

Ich bin nicht hingefahren, bin aber den ganzen Abend und Nachmittag abgelenkt und überlege, ob es die richtige Entscheidung war. Ich will nicht, dass sich an der Freundschaft was ändert, vll hätte ich alles so weiter machen sollen wie immer. Vielleicht ist das auf Abstand gehen jetzt genau der falsche Weg. Aber ich habe meine Entscheidung getroffen. Ganz intuitiv, wie ich es immer tue.

Freitag, 25. August 2017

Cry, Babe!

Wenn ich nicht bekomme, was ich möche, dann fang ich einfach an zu weinen, sagt sie. Dann nimmt er mich in den Arm und tröstet mich und dann bekomme ich es doch. Die andere Kollegin lacht, das muss ich auch probieren, heul... oh Schatz, ich brauche unbedingt diese neue Tasche...

Ist das arm, denke ich und versuche einfach das Gespräch zu ignorieren. Klar, manchmal, wenn du keine Lust hattest bestimmte Dinge zu tun, dann hast du dich auch besonders blöd angestellt. Dann hast du den Hammer falsch rum in die Hand genommen oder absichtlich daneben geschlagen, aber in der nächsten Minuten baust du deinen IKEA-Schrank ganz alleine auf - merkste selbst? Diese Tricks kennt jede Frau. Ich erinnere mich da an eine Freundin...

Back in the days...
Deltown-Blog aus 2009:
"Männer stehen auf dumme Frauen"
"Ich habe da heute was gehört... Gehe ich mit meiner Freundin auf unserer Superheldtour ahnungslos durch Kaufland spazieren... Sagt sie auf einmal, "Du, T. hat ja mal eine Unterhaltung zwischen dir und XXX mitgelesen" T. ist ihr Freund. Ich bin erst einmal fast ins nächste Regal gefallen... Sagt sie weiter: "Und er sagt, du musst dich dümmer stellen, Männer stehen auf dumme Frauen!" Ähm... ja, mir fehlten die Worte... das passiert doch eher selten! Ihr wisst ja gar nicht, wie schwer es ist, sich dumm zu stellen, wenn man weiss, wie eine Glühbirne getauscht wird oder wie man z.B. wie heute in unseren Fall weiss, wie man bei einem Auto das Scheibenwischwasser nachfüllt. So, Freundin - hammerhart, wie sie ist - sagt: "ich zeig dir das" Ich war ganz überrascht, ich konnte das wirklich nicht glauben als sie sagte: "ich frage XXX jetzt wie das geht, der ist LKW-Mechaniker, der muss das wissen..." Schreibt sie SMS wie man das nachfülle... So schnell hat der mir noch nicht geantwortet... Und sogar angerufen, ich war da ja schon erstaunt... Die ist ja unglaublich dreist... Und ich möchte sagen, die kriegt allein nen Ölwechsel hin, aber das heute war echt ne Glanzleistung! Sagt die doch tatsächlich so Sachen wie: "Zeichen für Scheibenwischwasser? Das mit den Spritzern, oder?", "Betriebsanleitung? Ach, du meinst diesen komischen Zettelkram wie das Auto funktioniert... Das check ich nicht!", "Vorne aufmachen? Das ist heiss, verbrenne ich mir die Finger!" und "Gelber Deckel? Hier sind nur blaue... Ach egal, kippe ich überall was rein, eins wird schon richtig sein!" Naja und halt noch mehr so Scherze... Ich frage mich nur, ob der ihr das ernsthaft abgekauft hat... Ich stand nur daneben und habe Tränen geheult vor lachen... Das muss ich unbedingt auch mal probieren... Männer scheinen echt auf dumme Frauen abzufahren... Keine Ahnung warum..."

Ich muss gerade ein bisschen schmunzeln über die Art wie ich damals geschrieben habe. Aber im Grunde trifft diese Geschichte so ein bisschen das, worüber ich seit einiger Zeit wieder nachdenke. Warum lassen sich Männer durch bestimmte Dinge so leicht manipulieren? Wir kennen sie alle, diese Frauen, die alles bekommen, was sie wollen ohne einen Finger krumm zu machen und wir Frauen hassen sie dafür. Wir arbeiten, lernen, bemühen uns - alles um ihn zu beeindrucken oder ein kleines Lob zu bekommen und dann kommt da diese andere Frau, die nichts als Stroh ihm Kopf hat, ein bisschen mit den Augen klimpert und alle Männer haben Augen für sie und lassen die Freundin links liegen. Später begründen sie das dann mit Hilfsbereitschaft. Als Frau weisst du aber, der Krieg ist eröffnet.

Seit Jahrhunderten scheint dieses merkwürdige Verhalten einigen Frauen mitgegeben zu sein und sie nutzen das schamlos aus. Es werden Möbel geschoben, Taschen getragen und Drachen getötet, alles nur wegen ein paar hilflosen Blicken. Anscheinend spielen Männer gerne den Helden. Von wie vielen Männer habe ich schon gehört: Wenn dir jemand zu Nahe kommt, dann kriegt der eine und so oft habe ich bei dieser Aussage gedacht: Wie blöd ist das bitte? Ich will nicht, dass sich jemand wegen mir prügelt, ich will keine blutigen Nasen, ich will keine Rachefeldzüge gegen irgendwelche Personen, die nicht so nett zu mir waren. Mir würde die einfache Frage, ob es mir gut geht vollkommen reichen. Aber diese anderen Frauen feiern die Männer dafür, dass sie sich vollkommen für sie verbiegen. Sie sind megazickig, sie sind anstrengend und man sollte meinen das würde schon genug abschrecken, aber irgendwie scheint genau das anziehend zu wirken. So, als wenn Mann die Herausforderung sucht. Eine neue Studie scheint in der Tat zu belegen, dass Männer eher die kompliziertere Frau bevorzugen. Und diese Frauen wissen, dass große Glubschaugen, ein Hundeblick und feuchte Augen viel erfolgreicher verwendet werden können als ein Abschluss aus Harvard.

Und wenn halt alles nicht mehr hilft, dann weinen sie... Sie erpressen ihn mit ihren Tränen, denn niemand möchte daran schuld sein, dass dieses hübsche unschuldige Wesen weint. Unschuldig, das ist das einzige, was diese Frauen in diesem Moment nicht sind...

Sonntag, 20. August 2017

FMEA

Aus Fehlern wird man klug, heisst es im allgemeinen Volksmund. Aber muss man Fehler wirklich erst immer machen um klüger zu werden?

Es gibt die sogenannte Failure Mode and Effects Analysis, dt. „Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse“. Ich habe mich letztens während einer Schulung in der Arbeit intensiv damit befassen müssen. FMEA zielt darauf, Fehler von vornherein zu vermeiden, statt sie nachträglich zu entdecken und zu korrigieren. Entwickelt wurde sie vom VDA (=Verband der Automobilindustrie). Und während der Vortrag über Reklamationsbearbeitung und Feldausfälle so auf mich niederrasselte, hatte ich Zeit mir darüber Gedanken zu machen, wie sich das auf mein Leben übertragen ließe und die erschreckende Erkenntnis ist, dass ich das System leider viel zu oft anwende...

It's been some time ago. Wir hatten seit ein paar Wochen geschrieben und ich war soweit mich mit ihm zu treffen. Es lief eigentlich gut, wir waren uns ziemlich sympathisch, konnten gut miteinander reden und wie immer kommen wir dann an den Punkt, wo getestet wird, ob Realität und Traumvorstellung, die man sich in den letzten Tagen gemacht hat, zusammen passen. Das ist die Zeit, wo man noch etwas vorsichtig ist, weil man die andere Person nicht wirklich kennt, aber sehr neugierig ist, weil du am liebsten alles sofort über ihn erfahren willst. Wollen wir klettern gehen, fragt er. NEIN! Wollen wir schwimmen gehen? NEIN! Wollen wir...? NEIN! Lass heute Abend zusammen Fussball gucken. Ok!

Warum zu allem nein? FMEA! Meine Analyse spuckt aus: Du könntest Fehler machen - lass es! Du könntest nicht so gut dabei aussehen - lass es! Du könntest damit womöglich enttäuschen - lass es! Wo ist das Problem? Es gibt eigentlich kein Problem, denn niemand ist perfekt, aber man versucht das Bild in dem Moment unbedingt aufrecht zu erhalten, denn wir wollen unser Gegenüber beeindrucken. Wir wollen, dass er uns mag, weil wir Angst vor Zurückweisung haben und dabei stehe ich selber auf Männer mit Ecken und Kanten, die irgendwas besonderes haben, also absolut nicht dem Perfekt/Normal entsprechen. So etwas ist viel interessanter und trotzdem versucht man selbst nach aussen perfekt zu sein. Ganz schön dumm eigentlich...

FMEA - die sagt mir jetzt gerade, es ist ein Fehler perfekt sein zu wollen. Mein ganzes System hat einen Fehler und der besteht in erster Linie darin keine Fehler zuzulassen. Und deshalb mache ich genau das, was ich am besten kann: Versagen - in jeglicher Art und Weise. Ich klecker und tropfe beim Essen. Ich saue meine Klamotten ein, bevor ich überhaupt auf dem Weg zur Arbeit bin. Ich kippe das Glas um, was direkt vor mir steht, renne gegen Paletten, Türen und Kollegen. Ich krieg manchmal keine Luft mehr, weil ich so sehr lachen muss. Ich weine, wenn bei König der Löwen Papalöwe stirbt. Ich rede den ganzen Tag, aber bekomme kein Wort raus, wenn Mr Perfekt auf einmal vor mir steht. Ich trete in jedes Fettnäpfchen. Ich höre mir von jedem die Probleme an, aber rede viel zu selten über meine. Ich bin viel zu schnell zu zickig, obwohl ich das gar nicht sein möchte. Ich möchte anderen Menschen helfen, aber nehme selbst keine Hilfe an. Mir fallen Dinge runter, weil ich zu faul bin zweimal zu laufen und mich überschätzt habe. Ich vergesse in letzter Zeit viel zu schnell Dinge, weil mein Kopf einfach zu voll von Infomationen ist, dass er sich selbst überlegt, welche revant und welchen unnütz sind. Und ich bin wahrscheinlich der Master of forgiven chances.

FMEA - das bedeutet eben auch, dass du perfekt bist, weil du nicht perfekt bist, weil man das große Ganze sehen muss. Wir haben hier keinen Feldausfall!

Donnerstag, 17. August 2017

Alles wird gut

"Und wenn sie meinen du stehst nie wieder auf - dann lass sie reden
Junge, zeig ihnen das ist dein Traum - du wirst ihn leben
Und beweis diesen Leuten, die niemals an dich geglaubt haben:
Das, was sie haben, kannst du auch haben
Denn wenn sie meinen, du hast hier nix verloren, dann zeig es ihn'!
Zeig es allen, keiner hält dich mehr auf, komm, lass dich fallen
Heb den Kopf und blick einfach nach vorn und jetzt versuch's
Ich sag', versuch's! Alles wird gut!"

Danke Bushido