Samstag, 8. April 2017

How come...? ... Judgement day


This is dedicated to a special person who wants it all but in the end receives nothing.

Baby I know it really hurts
You cannot even understand my words
This one's for you just to prove that I am so much better than you could ever imagine
This is just to explain why I am not wearing your ring
Just the fact that you will not understand these sentences is point no. one of my list
And I regret every minute spend with you, every time we kissed


"Whatever you like to know - I can explain it to you"
You did not explain me anything, Boo!
All my friends told me they are feeling stupid because of your way to talk
Get out of our way! Better take a walk!
 I resign all this stuff with hate and revenge
I have something better than you which is intelligence

What about your idea
Your idea of your big career?
Before your enterprise got worse
Mummy sends you work
Mummy's money will finance your lifestyle and your flat
But I wrote your final exam - Remember that!?

You try to meet my friends, oh Boo
Do you know how they are laughing at you?
You do not have the strength to win it
I know stories to ruin your life in a minute
I told my Mum who said: He wants you back"
I'm telling you: I've so much changed you can't handle that!

Heart from my friends you started again to smoke
Got all the telephone numbers from the Ladies? This must be a joke!
Look at you, man, which Lady ever met you?
I will tell you one thing which will really upset you
To my climax you did not ever make it
In the end, babe, I had to fake it

I found something I wrote about 7 years ago
I was asking myself what is all this for
I already named all the things which led us to the end
Now I know that was no love, my friend!
All the things you forced me to and I was afflicted with
I hope you f*cking' burn in hell for this shit

Donnerstag, 6. April 2017

El problema con el amor es... último acto

Ich verabschiede mich jetzt schon von dir sagt er und zieht die Tür zu. Er gibt mir einen Kuss, ich schaue nur ziemlich verzweifelt, ich weiss gerade nicht, was ich sagen soll. 
War schön dich kennen gelernt zu haben? 
Ich will dich unbedingt wieder sehen?
Ich werde dich vermissen?
Ich bleibe einfach stumm, dann kann ich nichts falsches sagen und ich habe das Gefühl jeder dieser verkrampften Sätze wäre jetzt falsch. Ich laufe wortlos hinter ihm die Treppe runter. Er zieht hinter uns die Tür zu. "Guck mal, da geht die Sonne auf" Ich hingegen wünsche mir den Sonnenuntergang von gestern Abend zurück. Als wir über die Straße laufen, zählt er mir sämtliche Sterne auf, die noch sichtbar sind und ich denke wieder an den Sternenhimmel und die damit verbundenen Erinnerungen an gestern Abend. Ich will, dass du mir noch einmal die Sterne vom Himmel holst...

Er schaut mich an. Wir schreiben aber weiter, flüstere ich. Ja, sagte er. Dann ist er weg und ich stehe verzweifelt und ein bisschen überfordert morgens um 05:50 Uhr auf einem Parkplatz vor meinem Auto und weiss nicht, wohin mit mir. Ich steige ins Auto und schaue in den Spiegel. Ich sehe ganz schön fertig aus. So ist das, wenn man die ganze Nacht kein Auge zumacht. Ich würde am liebsten nach Hause in mein Bett, aber das Leben geht weiter, ich muss jetzt funktionieren. Aufgeben ist nicht drin. Ich hab jetzt ne Stunde fahrt vor mir. Los geht's. Die Sonne scheint mittlerweile. Ich bin immer noch halb geschminkt und bemerke während der Fahrt, dass mein Pullover einige Flecken hat, die darauf schließen lassen, wie viel Spass er gestern hatte. Can this day get any worse? It can. Ich muss an gestern denken, mir schießen immer wieder Tränen in die Augen. Du darfst nicht weinen, denke ich, du darfst einfach nicht. Ich drehe die Musik lauter, irgendwas fröhliches, wo man lustig mitsingen kann...

Bevor ich zum Bäcker gehe, beschließe ich, das mit dem Schminken zu vollenden. Ich möchte gerade nicht dieses bemitleidenswerte Bild abgeben. Ich steige aus und lächele, wie immer. Wird schon keiner merken, dass es mir schlecht geht. Und das tut auch keiner. Als ich zurück zum Auto gehe, überlege ich, was ich jetzt mit meinen Klamotten mache. Zum Glück war ich gestern schlau genug noch welche mitzunehmen. Ich schmeiss meine Turnschuhe hinten ins Auto und quetsch mich in die Stiefel. Wir wollen in der Arbeit ja wieder das perfekte Bild abgeben. Never change a running system. Weiter geht die Fahrt. Ich überlege immer noch, wo ich mich umziehen kann und entscheide dann für eine Seitenstraße kurz vor meiner Arbeit. Und da stehe ich dann halbnackt und versuche wieder ein ansehliches Bild abzugeben. 

Die Zeit in der Arbeit scheint gar nicht rum zu gehen. Doch auch irgendwann sind 8:30 Std vorbei. Schon auf der Rückfahrt merke ich, wie fertig ich bin. Ich zittere am ganzen Körper. Als die Haustür hinter mir ins Schloß fällt, schießen mir die Tränen in die Augen und laufen langsam meine Wangen runter. Ich schlucke. Warum ich, denke ich, warum muss sowas immer mir passieren? Darf ich nicht einmal glücklich sein? Ich krabbel ins Bett und heule mich leise in den Schlaf. Gegen 23:30 Uhr mach ich noch einmal die Augen auf. In der Wohnung brennt noch überall Licht. Wenn ich die Augen schließe sehe ich sein Gesicht. Es ist gerade zum verrückt werden... Ich liege noch eine Stunde wach und starre an die Decke. Manchmal blicke ich verzweifelt neben mir ins Bett. Der Platz bleibt leer.

Es ist Donnerstag und ich sitze nun vor meinem PC, starre da vergleichsweise lange drauf im Gegensatz zu sonst und kann nicht die passenenden Worte finden. Normalerweise fällt mir das Schreiben sehr leicht und ich habe für alles die passende Antwort parat.
Aber dieses Mal stochere ich in meinem Joghurt, bin seit zwei Löffeln satt und habe das Gefühl, dass sich mein Magen gleich umdreht. Hier im Zimmer sind 25 Grad und ich bin in eine dicke Wolldecke eingewickelt, weil ich so friere und zittere. Mich erinnert gerade alles an ihn. Ich finde das Leben ist im Moment wieder ganz schön unfair zu mir. Das war es bis jetzt meist, wenn mir einmal etwas gutes passiert ist.
Langsam füllen sich wieder die Augen mit Tränen und die ersten Tränen kullern leise die Wangen runter. Ich wollte wegen so einem Blödsinn nicht mehr weinen. Wieder gegen eine Sache verstoßen, die ich mir vorgenommen hatte. Scheint langsam zur Gewohnheit zu werden... Man kann nicht entscheiden, ob man sich in jemanden verliebt. Er hätte Angst sich in mich zu verlieben, ich habe Angst hiervon nie wieder los zu kommen. Man sagt, man solle nicht vergleichen, aber unterbewusst tut man es doch. Ich glaube, wir haben einen neuen Highscore und der macht es allen anderen gerade extrem schwer. Manchmal ist etwas zu schön und dann kommt die beschissene Realität und macht einem alle Träume kaputt, denke ich

Das Verliebtsein kommt immer zur falschen Zeit am falschen Ort. Es bleiben ein paar wunderschöne Erinnerungen und die Frage, ob alle anderen doch richtig gelegen haben und ich es nur einfach nicht wahrhaben wollte...

Curtains closed!

El problema con el amor es ... el sexto acto

Du magst ihn, sagt meine Mama. Ich zucke mit den Schultern. Du magst ihn, wiederholt sie. Ich nicke, ja ich mag ihn. Das ist gerade ganz schön schwierig, denke ich. Und wie geht das jetzt weiter? Was ist mit euch? Ich zucke wieder mit den Schultern. Kann ich nicht sagen. Wir haben uns zweimal gesehen, was ist das für ne Frage! Warum habt ihr euch denn überhaupt getroffen, bohrt sie weiter. Mama, ich weiss es nicht, fahre ich sie etwas genervt an, keine Ahnung, am Anfang war es Neugier... Ich hätte nie gedacht, dass wir uns noch ein weiteres Mal sehen. Ja, und jetzt ist es gerade scheisse, weil er nächste Woche weg ist...Ich würde das alles fragen, sagt sie. Ja, du würdest, denke ich, du würdest so viel - mit dem Mund! Reden kann man viel. Dann fährst du halt dahin, sagt sie. Geht nicht, Mama, versteh das endlich! Das geht nicht, ich kann da nicht einfach hinfahren.

Ich bin wieder auf dem Weg nach Bremerhaven. Wir sehen uns heute vermutlich das letzte Mal. Und ich muss ehrlich sagen, ich bin schon jetzt nicht sicher, ob ich das hier wirklich machen soll. Dir wird es noch schwerer fallen, wenn er weg ist, denke ich und muss mich wieder an die Unterhaltung mit meiner Mama erinnern. Ja, aber ich mag ihn und genau deswegen tue ich diese seltsamen Dinge jetzt gerade.

Wir treffen uns bei ihm Zuhause, er kommt gerade von der Arbeit nach Hause. Eigentlich wollte er duschen. Ich hab das Gefühl, dass er heute ein wenig aufdringlicher ist als letztes Wochenende, weil er mir nicht von der Seite rückt und ich hasse es, wenn mein Kopf sich meldet und genau das tut er jetzt wieder! Du siehst ihn nicht wieder, pochert es in meinem Schädel, mach dich nicht noch zusätzlich unglücklich. Ich höre nicht drauf, was möglicherweise auch daran liegen kann, dass mich seine Augen gerade so faszinieren. Was wissen wir schon voneinander, denke ich während er die nächsten Annäherungsversuche startet, wir wissen eigentlich nichts. Ich kenne deinen Vornamen, ich weiss, dass du anscheinend Sterne toll findest und wir beide zufällig auf den gleichen Fussballverein stehen. Ich finde es unheimlich toll, was du alles in deinem hübschen Köpfchen hast. Aber das reicht nicht, denke ich mir. Das ist im Grunde nichts - vielleicht hätten wir die langweilige Kennlernphase doch nicht einfach überspringen sollen. Das rächt sich nämlich genau jetzt. Wolltest du nicht duschen gehen, sage ich irgendwann. Kommst du mit, fragt er. Nee. Diesmal habe ich aber meine Gründe... Trotzdem fange ich wieder an meinen Schutz um mich aufzubauen. Es war vielleicht ein Fehler hierher zu kommen, denke ich, und du wirst das ganz sicher bereuen...

 Was machen wir heute, frage ich bevor er den Raum verlässt. Wir hören uns einen Vortrag über Sterne an. Das war jetzt nicht unbedingt das, was ich unbedingt wollte. Aber: Ich hab mir nicht umsonst Gedanken gemacht, was wir heute machen, denke ich. Was hälst du davon, wenn wir uns die Sterne live angucken? Die Idee scheint ihm zu gefallen. Ihm fallen auch schon wieder Plätze ein, wo man das machen könnte... Treffer, denke ich. Er verschwindet in die Dusche. 

Während er duschen ist, stehe ich vorm Fenster und schaue mir den Sonnenuntergang an. Wirklich schöner Blick von hier aus. Dazu fallen mir auch ein paar nette Zeilen ein, die ich ins Handy tippe. Netter Text, danke ich, wirklich nett. Dann ist er auch schon fertig und turnt wieder durchs Zimmer. Wenn es noch etwas gibt, was ich so anziehend finde wie schöne Augen, dann, wenn ein Mann gut riecht und das tut er gerade absolut. Draussen wird es dunkel. Wir machen uns langsam auf den Weg, keine Ahnung wohin.

Wir halten bei irgendwelchen Deichen, auf die wir raufklettern, damit wir bessere Sicht haben. Er greift nach meiner Tasche, wollte mir die eigentlich nur abnehmen, warum muss ich gleich wieder rumzicken? Hör endlich auf damit, denke ich. Immer dieser beschissene Selbstschutz. Lass das mal sein... Er war nur nett zu dir. Wir laufen ein Stück den Deich entlang. Er greift nach meiner Hand. Du hast echt die besten Ideen, Schatzi, sagt er. Scha... was? denke ich, sag das bitte noch mal. Und das tut er. Mehrmals. Ich merke gerade wie meine ganzen Schutzmauern anfangen zu bröckeln. Wir bleiben irgendwann stehen. Es ist egal, in welche Richtung man sich dreht, überall Sterne, es ist wirklich eine großartige Aussicht! Er erzählt mir diverse Namen der einzelnen Sterne, zeigt mir einige Besondere. Ich hab gerade nur Augen für ihn und diese Wahnsinnsaussicht. Walls broken!

Es ist irre kalt, also bleiben wir nicht lange und fahren wieder zu ihm. Es gibt wieder Pizza, Kerzen und ne Menge Spass, diesmal nur für ihn. Immer wieder kuscheln wir uns aneinander. Ich hab das Gefühl, dass keiner weiß, was er sagen soll, aber eigentlich möchte man über das eine Thema reden. Die ganze Zeit scheint schon irgendwie so eine bedrückende Stimmung zu sein Ich hab Angst mich in dich zu verlieben, sagt er irgendwann. Ich bin etwas überrascht: Das ist doch etwas schönes, antworte ich. Gerade schwierig, sagte er. Wir schweigen weiter. Ich hab das Gefühl, dass sehr viel unausgesprochen bleibt. Ich versuche es immer wieder, finde aber nicht die richtigen Worte. Ich beschließe über Nacht dort zu bleiben, weil ich gerade zu müde bin um nach Hause zu fahren. Er bastelt sich aus einer Matraze ein Bett auf dem Boden. Ich darf in seinem Bett schlafen. Ich kann ewig nicht einschlafen, wälze mich von rechts nach links, drehe die Heizung hoch und wieder runter. Ich weiss nicht, was gerade mit mir los ist, aber ich glaube so fühlt meine Mama sich bei ihren Wechseljahren. Ich wache mehrmals die Nacht auf und weiss nicht wohin mit mir. Schaue zu ihm rüber. Irgendwann sehe ich, dass er auch wach ist und meinen Text über die Sterne und den Sonnenuntergnag liest. Jetzt weisst du es, denke ich mir.

Gegen 04:00 Uhr krabbelt er zu mir ins Bett. Mir geht es gleich etwas besser. Kuscheln ist so toll im Moment. Ich hasse gerade jede Sekunde, die mir davon rennt. In einer Stunde ist das hier vorbei, denke ich. In einer Stunde läuft dein Leben ganz normal weiter, nur du bist nicht bereit dafür. Und noch nie ist eine Stunde so schnell vorbei gewesen. Als der Wecker klingelt, hat unser kuscheln bereits den fortgeschrittenen Status erreicht. Er drückt ihn aus. Mach bitte weiter, flüstert er. Das tue ich - bis zum Ende. Ich genieße seine letzten Stöße und schließe die Augen, ziehe ihn noch weiter an mich ran. Ahora se acabó.

Montag, 3. April 2017

El problema con el amor es... quinto acto

Die Nacht schlafe ich relativ schlecht. Ich wache öfter auf und schaue neben mir ins Bett. Als wenn ich Angst habe, dass das alles nur ein Traum ist. Um sechs Uhr ist für mich die Nacht vorbei. Draussen wird es bereits hell. Ich liege wach, schaue an die Decke. Ich kann gerade einfach nicht still, halten und wühle von links nach rechts. Reiss dich zusammen, denke ich. Ich greife nach meinem Handy, gestern Abend lief gut, denke ich. Es sind diverse Likes und über 10 neue Nachrichten eingegangen. Ich lese keine davon und lösche das Profil. Du hast da gerade keinen Bock drauf, denke ich. Paar Stunden später ist er auch wach und wir machen quasi da weiter, wo wir gestern aufgehört haben. Danach gammeln wir noch ein bisschen im Bett weiter. Während er seine Tagesplanung macht, versuche ich bisschen Schlaf nachzuholen. Als er aufstehen will, bin ich gerade richtig fertig! Er geht duschen. Kommst du mit? fragt er. Nee, murmele ich vor mich hin. Dann ist er Richtung Dusche verschwunden. Warum eigentlich nicht, frage ich mich gerade. Was ist dein Problem? Ich kann meine Probleme irgendwie gerade alle nicht in Worte fassen, aber offensichtlich habe ich einige davon. Kennst du nicht, wenn es mal gut für dich läuft, was? denke ich...

Er ist schon fertig mit duschen. Mist, muss ich mich wohl auch bewegen, denke ich. Er stellt tausend Fragen: Ob es was zum frühstücken gibt, ob er was besorgen soll, usw. Mich überfordert das gerade alles. Ich merke gerade, dass der Schlaf von letzter Nacht fehlt. Warum ist der nur so nett? Ich krabbel in die Dusche. Als ich dort wieder raus komme, hat er das Chaos von gestern Abend im Wohnzimmer beseitigt, seine ganzen Sachen gepackt, zieht quasi schon seine Jacke an. Bitte geh nicht, denke ich. Aber ich wusste, dass dieser Moment kommen würde. Ich muss mich ganz schön zusamenreißen jetzt nicht ein paar dumme Dinge zu sagen. Gelingt mir ausnahmsweise mal. Wir stehen unten im Treppenhaus, umarmen uns. Ich würd dir jetzt gerne die Fingernägel in den Rücken rammen und sagen, bitte geh nicht, aber ich bleibe einfach stumm. Vielleicht habe ich noch etwas wie gute Fahrt oder so gesagt, dann ist er weg.

Ich trotte die Treppe hoch, schließe die Tür hinter mir, lehne mich dagegen und grinse. Sehr schöner Abend gestern, wenn auch mit abruptem Ende, denke ich. Und dann geht er mir den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf. Wieder diese ganzen Kleinigkeiten, die ihn irgendwie besonders machen... Warum muss ich nur ständig darüber nachdenken...? Der ist so herrlich unkompliziert, schon ein bisschen zu einfach. Der scheint gar keine Fehler zu haben.

Die nächsten Tage plätschern unterhaltungstechnisch wieder so langsam vor sich hin. Ab wann genau bist du noch mal aus BHV weg? frage ich irgendwann. Am Mittwoch... antwortet er. Mittwoch, denke ich, das ist bereits in zwei Tagen. Ich kann jetzt nicht sagen, dass meine Stimmung dadurch großartig steigt. Okay, denke ich mir, wenn du ihn noch einmal sehen willst, dann musst du jetzt selbst dafür sorgen, dass es passiert: sehen wir uns vorher noch einmal? - Das könnte dann ja nur noch morgen passieren!? stellt er fest. hast du vollkommen richtig erkannt, antworte ich. Wenn wir die Reihenfolge unsere gegenseitigen Besuche einhalten...müssten wir uns in der Räuberhöhle treffen.. schreibt er darauf. Meine Antwort ist: "du meinst im Tanzsaal, wo nichts drin steht? Könnte ich in Betracht ziehen..." Er: "Das könnte mir sehr gefallen.." Ich: "Können wir den Konjunktiv weglassen." Er: "Dann haben wir unser drittes Date :)" Ich muss gerade eine bisschen darüber grinsen, wie gut sich manche unserer Unterhaltungen lesen und wie schwer man sich mit anderen Themen tut.

Ja, denke ich, damit haben wir unser drittes Date und damit gehst du gerade mit einem ziemlich großen Vorsprung vor allen anderen in Führung.

Sonntag, 2. April 2017

Nach fest kommt ab..

Was heisst denn bei dir festes? tippe ich ins Handy. Fast zwei Stunden vergehen, dann kommt die Antwort, über die ich dann den ganzen Nachmittag nachdenken muss: Nach fest kommt ab..

Und schon rattert es wieder in meinem Kopf... Was heisst eigentlich feste Beziehung? Ich google im Internet. Die liebe Internetgemeinde ist sich unschlüssig, hier ein paar Ansätze:

"Geht es nur um die zeitliche Dauer der Beziehung?"
"Gilt man nur als "feste Beziehung", wenn man verheiratet ist und/oder zusammen wohnt?"
"Für mich ist es eine feste Beziehung, wenn zwei Menschen sich dazu entscheiden, zusammen zu sein, sich vorstellen können, gemeinsame Zukunftspläne zu machen (unabhängig davon ob, wann oder wie sie diese dann auch tatsächlich machen) und sich nicht mehr nach anderen potenziellen Partnern umzusehen."
"Ich habe das bisher immer so gehandhabt, dass ich mich mit meinem (potentiellen) Partner immer sehr frueh darueber verstaendigt habe, wo wir in der Beziehung stehen und in welche Richtung wir schauen. Mein zweiter Mann und ich waren z.B. bereits nach drei Monaten verheiratet - nach den Massstaeben einiger hier wuerden drei Monate ja noch nicht mal ausreichen, ein Broetchen zusammen zu kaufen"

Ich muss über die letzte Aussage lachen. Stimmt, ich würde noch nicht mal über Brötchen zusammen kaufen nachdenken und das, obwohl ich im Moment so ungeduldig bin. Ich will eine Lösung für alle meine Probleme und zwar genau jetzt! Das wird aber nicht eintreten. Das ist gerade ein bisschen wie Mienenlaufen. Gib mir 100 Männer, ich finde den Vollidioten! Aber was bedeutet denn nun feste Beziehung? Ich denke, ich muss mir eine eigene Definition zurecht legen. Das muss, glaube ich jeder für sich selbst entscheiden. Ich glaube, es hat nichts mit Zeit zu tun, es gibt Beziehungen, die laufen immer so nebenher und werden nie ernst. ERNST... Neues böses Wort... Ist vll nicht fest das problematische Wort, sondern ernst, wovor alle so Angst haben? Das, was Frauen gerne wollen und dann ihre komplette Art ändern und auf einmal alles andere als cool werden? Das, was Männer von Anfang an abschreckt und warum ist das so? Ich beschließe für mich: Etwas festes bedeutet, die Absicht auf Heiraten und Kinder oder zumindest das Leben miteinander verbringen wollen. Und davon bin ich gerade sowas von weit entfernt, dass ich noch nicht einmal wage zu schätzen, ob dieser Zustand jemals wieder eintritt. Wünschen tue ich mir das auf eine seltsame Weise aber trotzdem.

Warum kann man nicht ein Leben lang glücklich nebeneinander herlaufen, Händchen halten, all die tollen Momente teilen und keiner macht Stress? Ich glaube, das ist es, was ich eigentlich will. Ich will jemanden, der unkompliziert ist, der sich nur für mich interessiert und... Das ist es, was ich nicht bekomme, denke ich dann. Dein Wunsch ist an Nebenabreden geknüpft, du wirst zwangsweise verletzt werden. Und das ist das, was ich nicht möchte. Sobald du willst, dass er die Finger von anderen Frauen lässt, machst du etwas "fest". Und ich frage mich gerade, ob ich selber Menschen verletze dadurch, dass ich gerade bin, wie ich bin... Ich glaube, die Antwort ist ja.

 Ich denke, wir Menschen versuchen viel zu oft das perfekte Bild nach aussen zu geben, dass wir vergessen, dass der Partner keine Selbstverständlichkeit ist. Man muss heutzutage funktionieren, ein Scheitern einer Beziehung wird mit Versagen gleichgesetzt. Ich hab nicht versagt, denke ich. Ich hab für mich lediglich die Entscheidung getroffen, dass etwas so nicht weitergehen kann. Man sollte für die Entscheidungen nicht verurteilt werden und doch haben mich alle mittleidig angeguckt und gefragt wie es mir geht. Und keiner wollte glauben, dass das Lachen echt war und ich gut drauf. Die haben das nicht verstanden, denke ich. Nur, weil etwas lange dauert, ist es nicht fest. Nur, weil etwas nach aussen perfekt scheint, ist es nicht gut. Vielleicht bröckelt es innen und dann ist es ab. Ja stimmt, denke ich, keiner hat geahnt, dass ich gehen würde, weil keiner hat gesehen, dass aus fest mittlerweile morsch geworden ist.

Mir kommt wieder der Spruch in den Sinn: Nach fest kommt ab, nach fest kommt ab, nach fest kommt ab. Klar, denke ich, alles, was fest verbunden ist, kann kaputt gehen, es kann sich lösen, brechen, zerreißen, was auch immer - einfach abgehen. Man muss eine Basis schaffen, in der das "fest" nicht als Verbund existiert, in der das "fest" eher ein freiwillig ist, sagen wir mal zwei Dinge, die sich freiwillig anziehen, aber alleine lebensfähig sind. Ich muss grinsen: Otter halten Händchen während sie schlafen, weil sie Angst haben getrennt zu werden und davon zu treiben. So müsste das sein, denke ich. Es passiert alles freiwillig, ist jederzeit trennbar, es kann nichts kaputt gehen, weil es zwei einzeln lebenfähige Individuen sind. In dem Augenblick sind es aber nur die beiden, kein anderer. Moment... kein anderer...? Ich bin wieder bei meinen Nebenabreden. Die Otter brauchen keine Nebenabreden, denke ich, sie entscheiden selbst, dass gewisse Dinge für sie nicht nötig sind und zwar genau dann, wenn sie nach der Hand des anderen greifen. Dann sind sie zu zweit. Vielleicht ist das die perfekte Beziehung.

Ich muss meine Art von Beziehungsführung überdenken und bin wieder bei meinen Ottern. Ich will nicht krampfhaft etwas in eine Form pressen um das zu haben, was alle haben. Ich will, dass etwas funktioniert, weil beide es wollen, freiwillig. Ich will Dinge für ihn tun, weil ich da Bock zu habe und nicht, weil ich mal wieder sollte. Vielleicht ist das die einzig richtige Art eine Beziehung zu führen, eine Beziehung, die nicht festbetoniert ist, aber durch ihre Art fester ist als das, was alle anderen haben, dadurch, dass beide es genauso wollen. Das Ding ist freiwillig und wenn es doch nicht funktionieren sollte, dann ist das so, dann lässt man sich los und jeder treibt dahin, wo er möchte. Und weil ich auf Happy Ends stehe, sage ich nun auch noch, dass das vielleicht der einzige Weg ist, wie man ungezwungen und glücklich ein Leben lang miteinander verbringen kann. Bis dass der Tod euch scheidet...

Ich für meinen Teil wäre jetzt gerne ein Otter :)

Wer weiß schon, welche Menschen heimlich ineinander verliebt sind und es voreinander verschweigen, damit das Leben geordneter bleibt?